Artikel in einem Sammelband zu Konzeptionen von Wissen in der Geschichtsdidaktik

Düvel, Sarah; Körber, Andreas (2012): “Historisches Handlungswissen?” In: Kühberger, Christoph (Hg.): Historisches Wissen. Geschichtsdidaktische Erkundungen zur Art, Tiefe und Umfang für das historische Lernen. Schwalbach/Ts: Wochenschau Verlag (Politik und Bildung; 66); ISBN: 3899747615, S. 153-172.

Die Frage, was beim historischen Lernen „Wissen“ bedeuten kann, wird weiterhin kontrovers diskutiert. In einem Sammelband des Kolegen Christoph Kühberger aus Salzburg haben eine Studierende, Sarah Düvel, und ich, zwei Wissenskonzeptionen aus unterschiedlichen Kompetenzkonzeptionen, nämlich einer berufs- und wirtschaftspädagigischen und dem FUER-Modell, verglichen:

 

Düvel, Sarah; Körber, Andreas (2012): “Historisches Handlungswissen?” In: Kühberger, Christoph (Hg.): Historisches Wissen. Geschichtsdidaktische Erkundungen zur Art, Tiefe und Umfang für das historische Lernen. Schwalbach/Ts: Wochenschau Verlag (Politik und Bildung; 66); ISBN: 3899747615, S. 153-172.

Vortrag zur Kompetenzorientierung und zur Lernprogression im Geschichtsunterricht in Wien

Körber, Andreas (11. 10. 2012): “Kompetenzorientierung zwischen unbegründetem Idealismus, didaktischem Aktionismus und ernstzunehmender Innovation – am Beispiel Geschichte.” Vortrag gehalten auf der Auftaktveranstaltung zur Semestrierung und Kompetenzorientierung von AHS-Lehrplänen (Sekundarstufe II) am 11. Oktober 2012, Wien.

Körber, Andreas (11. 10. 2012): “Kompetenzorientierung zwischen unbegründetem Idealismus, didaktischem Aktionismus und ernstzunehmender Innovation – am Beispiel Geschichte.” Vortrag gehalten auf der Auftaktveranstaltung zur Semestrierung und Kompetenzorientierung von AHS-Lehrplänen (Sekundarstufe II) am 11. Oktober 2012, Wien.

Ausstellungseröffnung "Martha Muchow" in der Martha-Muchow-Bibliothek

Am vergangenen Mittwoch ist die von Hannelore Faulstich-Wieland und Peter Faulstich kuratierte Ausstellung anlässlich des 120. Geburtstags von Martha Muchow in der Martha-Muchow-Bibliothek eröffnet worden. Als Prodekan habe ich dazu ein kurzes Grußwort gehalten. Sie finden die Texte zur Ausstellungseröffnung hier. Die Ausstellung lohnt sich wirklich.

Internationale Konferenz zur Erinnerungskultur in Ghana und Deutschland im Vergleich

Körber, Andreas (20.9.2012): „Historical Remembering and Learning at Memorials in Germany“ and a Campus-Tour on „Decentralized Remembering of the Crimes of National Socialism“. Vortrag auf der Tagung „Structures and Processes of Commemorating Cruelties in Academe and History Teaching: The commemoration of the Transatlantic Slave Trade and of the National Socialist Crimes in Comparison“ vom 20. bis 24. September 2012 in Hamburg

 

Vom 20. bis 24. September 2012 fand in Hamburg die vom Arbeitsbereich Geschichtsdidaktik der Universität Hamburg gemeinsame mit dem Studienzentrum der KZ-Gedenkstätte Neuengamme und der Missionsakademie an der Universität Hamburg veranstaltete internationale Konferenz „Structures and Processes of Commemorating Cruelties in Academe and History Teaching: The commemoration of the Transatlantic Slave Trade and of the National Socialist Crimes in Comparison“ statt.

Die Konferenz hatte zum Ziel, Strukturen und Formen des öffentlichen Erinnerns in Deutschland an die nationalsozialistischen Verbrechen in Deutschland und Europa und diejenigen der öffentlichen Präsentation der Geschichte des Transatlantischen Sklavenhandels (wie auch der einheimischen Sklaverei) in Ghana sowie die gegenwärtige Rolle dieser Themen in schulischem und universitärem Geschichtslernen zu vergleichen und auf die didaktischen Potentiale gerade auch des Vergleichs hin auszuloten. Dabei wurde auch die Bedeutung von Religion und religiösem Denken sowohl für die Sklaverei, den Sklavenhandel und ihre Überwindung als auch für historisches Denken und Erinnern sowie Lernen an diesem Gegenstand thematisiert.

Die Thematik der Tagung entsprach einer gemeinsamen Idee von Prof. Dr. Kofi Darkwah von der University od Education in Winneba/Ghana und Prof. Dr. Andreas Körber. Sie wurde in enger Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen mehrerer Universitäten in Ghana von Jan Breitenstein, Doktorand der Geschichtsdidaktik an der Universität Hamburg, vorbereitet und organisiert.

Referenten der Tagung waren:

  • Dr. Kofi Baku (University of Ghana, Legon; Head of History Department): „Memory and Memorialising Slavery and Slave Trade in Ghana: Whose memory, Which memorials and for What Purpose?“
  • Prof. Dr. Andreas Körber (Hamburg University):  „Historical Remembering and Learning at Memorials in Germany“ and a Campus-Tour on „Decentralized Remembering of the Crimes of National Socialism“
  • Prof. Dr. Elizabeth Amoah (University of Ghana, Legon;): „Religion and Slavery in Ghana“
  • Prof. Dr. Werner Kahl (Academy of Mission, Hamburg): „Theology after Auschwitz: Where is god? – Experiences and reflections of African migrant pastors in Neuengamme.“
  • Dr. Akosua Perbi (University of Ghana, Legon;): „Slavery in Ghana: The Unforgotten Past“
  • Ulrike Jensen and Marco Kühnert (Neuengamme Concentration Camp Memorial): Guided Tour
  • Dr. Oliver von Wrochem (Neuengamme Concentration Camp Memorial Strudy centre): „Neuengamme as a Memorial and Place for Historical Learning“
  • Nicholas Ivor (Head of the Ghana Museums and Monuments Boards (GMMB) for the Central and Western Regions): „Cape Coast Castle as a Memorial and Place for Historical Learning“
  • HMJokinen (Hamburg): „Wandsbek World White Revisited“ (commemorative performance)
  • Prof. Dr. Klaus Weber (Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder): „There were many Schimmelmanns: Hamburg’s and Central Europe’s Links with the Atlantic Slave Trade and Plantation Economies, 16th to the 19th Centuries“
  • Jan Breitenstein (Hamburg University): „Performative Commemorating and FluidRemembering of the Transatlantic Slave Trade: Impulse or Framework for (process-oriented) Historical Learning?“
  • Dr. Yaw Ofusu-Kusi (University of Education, Winneba/Ghana): „Violations of Childhood through Enslavement of Children in West Africa: Past, Present and the Future.“
  • Prof. Dr. (em.) Bodo von Borries (Universität Hamburg): „Transatlantic Slave Trade“ and „German/ European Holocaust“ as Master Narratives – Education in between Commemoration of Genocides and Necessity of Human Rights.“
  • Dr. Felix Duodu (University of Education, Winneba/Ghana): „The relevance of societal diversity for Inter ethnic (history) Teaching in Ghana.“
  • Dr. Claudia Lenz (The European Wergeland Centre, Oslo/Norway): „Competence oriented historical learning as intercultural learning – experiences from the TeacMem project.“
  • Joke van der Leeuw-Roord (Euroclio, The Hague): „Changing Historical Learning in Schools and its implications for Teaching about Slavery and National Socialism“
  • Emmanuel Koomson (African Christian Mission A.C.M. Junior High School, Winneba/Ghana): „Slave Trade and its Commemoration as a Topic for Historical Learning in Ghana.“
  • Hildegard Wacker (Gymnasium Corveystraße, Hamburg and Hamburg University): „National Socialism and its Commemoration as a Topic for Historical Learning in Germany.“

 

Neuerscheinung

Meyer-Hamme, Johannes; Thomas, Rüdiger (2012): Subjektorientierte historische Bildung. Geschichtslernen in der Auseinandersetzung mit widersprüchlichen Deutungsangeboten zur DDR-Geschichte. In: Deutschland Archiv Online (6). Online verfügbar unter http://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/deutschlandarchiv/139259/subjektorientierte-historische-bildung?p=all, zuletzt geprüft am 03.07.2012.

In der Online Zeitschrift „Deutschland Archiv Online“, die von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegeben wird, ist jüngst ein Beitrag von Dr. Johannes Meyer-Hamme zur Erinnerung an die DDR-Deschichte und die Erinnerungspolitik sowie didaktische Überlegungen dazu aus dem Blickwinkel der Bildungsgangdidaktik erschienen:

"Was heißt guter Geschichtsunterricht"?

Heute ist erschienen:

Meyer-Hamme, Johannes; Thünemann, Holger; Zülsdorf-Kersting, Meik (Hg.) (2012): Was heißt guter Geschichtsunterricht? Perspektiven im Vergleich. Schwalbach / Ts: Wochenschau Verlag (Wochenschau Geschichte; Geschichtsunterricht erforschen, 2). ISBN: 978-3-89974777-5

In dem Band wird eine einzige Geschichtsunterrichtsstunde aus mehreren Perspektiven beurteilt.

In dem Band finden sich auch Beiträge von Mitgliedern des Arbeitsbereichs Geschichtsdidaktik:

  • Meyer-Hamme, Johannes (2012): ‚Ja also, das war ’ne gute Stunde‘- Qualitätsmerkmale von Geschichtsunterricht aus Schülerperspektive. In: Johannes Meyer-Hamme, Holger Thünemann und Meik Zülsdorf-Kersting (Hg.): Was heißt guter Geschichtsunterricht? Perspektiven im Vergleich.  Schwalbach / Ts: Wochenschau Verlag (Wochenschau Geschichte; Geschichtsunterricht erforschen, 2), S. 21–38.
  • Körber, Andreas (2012): ‚Putsch‘ und ‚Revolution‘ — Begriffe als Voraussetzung und Gegenstand historischen Lernens. Versuch einer kompetenztheoretischen Interpretation. In: Johannes Meyer-Hamme, Holger Thünemann und Meik Zülsdorf-Kersting (Hg.): Was heißt guter Geschichtsunterricht? Perspektiven im Vergleich. Schwalbach / Ts: Wochenschau Verlag (Wochenschau Geschichte; Geschichtsunterricht erforschen, 2), S. 95–106.

Körber, Andreas; Kompetenzorientierung in der Domäne Geschichte: Vortrag in Saarbrücken

Körber, Andreas (2012): Kompetenzorientierung in der Domäne Geschichte. 2012, 22 S. Vortrag über Kompetenzorientierung im Geschichtsunterricht; gehalten am 27.6.2012 auf einer Veranstaltung der Universität Saarbrücken. In Pedocs: http://www.pedocs.de/frontdoor.php?source_opus=10235&la=de.

Körber, Andreas (27.6.2012): Kompetenzorientierung in der Domäne Geschichte. 2012, 22 S.

Vortrag über Kompetenzorientierung im Geschichtsunterricht; gehalten am 27.6.2012 auf einer Veranstaltung der Universität Saarbrücken. In Pedocs: http://www.pedocs.de/frontdoor.php?source_opus=10235&la=de

Hinweis auf eine neue Rezension von Jörg van Nordens "Was machst Du für Geschichten"

In „Skriptum — studentische Onlinezeitschrift für Geschichte und Geschichtsdidaktik“ ist eine lesenswerte Rezension erschienen:
Rezension: Was machst Du für Geschichten? Didaktik eines narrativen Konstruktivismus – Jörg van Norden

Rezensiert von Matthias Mader

Multiperspektivität — eine Verständnishilfe aus aktuellem Anlass

Körber, Andreas (2012): Multiperspektivität — eine Verständnishilfe aus aktuellem Anlass (Blogbeitrag)

Aus einer aktuellen Hausarbeit: Mit der Bereitstellung von Materialien mit verschiedenen Anschauungen soll „den Kindern die Chance gegeben werden, eine geschichtliche Begebenheit möglichst sachgerecht und neutral einzuschätzen.“ Es solle vermieden werdem, „eine einzige Textquelle als die richtige Sichtweise“ auszugeben, sondern vielmehr verschiedene Interpretationsmöglichkeiten  zu eröffnen, „und durch das Zusammenfügen und das Ergänzen mehrerer Aussagen der ‚historischen Wahrheit‘ etwas näher zu kommen.“

Das ist richtig, aber auch nur die halbe Wahrheit, oder besser: das komplexere Verständnis wird nur angedeutet. Es ist richtig, dass Multiperspektivität auch eine ggf. unbewusste Indoktrination vermeiden helfen soll, die durch die Präsentation nur einer Sichtweise entstehen könnte. Aber es wäre falsch, den Sinn der Multiperspektivität darin zu sehen, gewissermaßen in den verschiedenen Perspektiven liegende ‚Verzerrungen‘ zu erkennen und am Ende durch den Vergleich zu einern ‚verzerrungsfreien‘ Variante zu kommen, die dann als ‚objektiv‘ gilt. Die Perspektiven wären dann nur noch Störfaktoren, die es durch Vergleich herauszurechnen gilt. Sie sind aber vielmehr notwendige Elemente jeglicher Aussage. Es geht bei der Multiperspektivität auch um die Erkenntnis, dass das Ereignis (oder die Struktur etc.) unterschiedlich wahrgenommen, eingeschätzt und beurteilt werden musste, nicht (nur) wegen unterschiedlicher Ideologien, sondern auch wegen ganz natürlicher unterschiedlicher Vorerfahrungen, Interessen, Voraussetzungen, etc. — und dass es für die Menschen in unterschiedlichen sozialen und kulturellen Positionen auch unterschiedliches bedeutet haben kann oder gar muss.

Mehr noch: neben dieser abstrakten Erkenntnis, dass Perspektivität unhintergehbare Bedingung ist, die am jeweiligen Beispiel exemplarisch erarbeitet werden kann, geht es auch um die konkreten Perspektiven auf dieses konkrete Ereignis und um seine konkreten Bedeutungen, die es zu kennen gilt: sie sind — im Rückblick — Teil des Ereignisses selbst. Objektivität entsteht also nicht durch „Herausrechnen“ der verschiedenen Perspektiven, sondern durch ihre plurale Einbeziehung.
Perspektivenwissen ist integraler Teil des Geschichtswissens.

Neue geschichtsdidaktische Literatur von Mitgliedern des Arbeitsbereichs

gerade ist erschienen:
Barricelli, Michele; Lücke, Martin (2012; Hgg.): Handbuch Praxis des Geschichtsunterrichts. Schwalbach/Ts.: Wochenschau (Forum Historisches Lernen); 2 Bde. ISBN 978-3-89974-621-1

Darin sind auch mehrere Aufsätze von Mitgliedern unseres Arbeitsbereichs enthalten:

  • Meyer-Hamme, Johannes (2012): „Historische Identitäten in einer kulturell heterogenen Gesellschaft.“ In: Barricelli, Michele; Lücke, Martin (2012; Hgg.): Handbuch Praxis des Geschichtsunterrichts. Bd. 1. Schwalbach/Ts.: Wochenschau (Forum Historisches Lernen); S. 89-97.
  • Borries, Bodo von (2012): „Nicht nur kognitive Lernziele.“ In: Barricelli, Michele; Lücke, Martin (2012; Hgg.): Handbuch Praxis des Geschichtsunterrichts. Bd. 1. Schwalbach/Ts.: Wochenschau (Forum Historisches Lernen); S. 422-438.
  • Borries, Bodo von (2012): „Unterrichtsplanung – Artikulationsschemata – Lehrervorbereitung.“ In: Barricelli, Michele; Lücke, Martin (2012; Hgg.): Handbuch Praxis des Geschichtsunterrichts. Bd. 2. Schwalbach/Ts.: Wochenschau (Forum Historisches Lernen); S. 181-201.
  • Barricelli, Michele; Gautschi, Peter; Körber, Andreas (2012): „Historische Kompetenzen und Kompetenzmodelle.“ In: Barricelli, Michele; Lücke, Martin (2012; Hgg.): Handbuch Praxis des Geschichtsunterrichts. Bd. 1. Schwalbach/Ts.: Wochenschau (Forum Historisches Lernen); S. 207-235.
  • Körber, Andreas (2012): „Graduierung von Kompetenzen.“ In: Barricelli, Michele; Lücke, Martin (2012; Hgg.): Handbuch Praxis des Geschichtsunterrichts. Bd. 1. Schwalbach/Ts.: Wochenschau (Forum Historisches Lernen); S. 236-254.