Vorankündigung: Kompetenzorienierung — eine Sackgasse? Nein!

Kör­ber, Andre­as (2022): Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung – eine Sack­gas­se? Nein! In: Tho­mas Must, Jörg van Nor­den und Nina Mar­ti­ni (Hg.): Geschichts­di­dak­tik in der Debat­te. Bei­trä­ge zu einem inter­dis­zi­pli­nä­ren Dis­kurs. Frank­furt: Wochen­schau Ver­lag (Geschichts­di­dak­tik theo­re­tisch), S. 139 – 156.

Dem­nächst erscheint in Wochen­schau-Ver­lag ein Sam­mel­band mit Vor­trä­gen aus einer Kol­lo­qui­en­rei­her der Uni Bielefeld.

Dar­in u.a. mein Bei­trag aus einem kon­tro­vers ange­leg­ten Gespräch mit Jür­gen Gunia als aus­ge­spro­che­nem Kri­ti­ker der Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung und einem Bei­trag von ihm, der aller­dings wenig sei­ne damals vor­ge­tra­ge­nen Gedan­ken ent­hält, son­dern offen­kun­dig viel­mehr als aber­ma­li­ge Reak­ti­on auf mei­ne dama­li­gen The­sen zu ver­ste­hen ist:

Kör­ber, Andre­as (2022): Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung – eine Sack­gas­se? Nein! In: Tho­mas Must, Jörg van Nor­den und Nina Mar­ti­ni (Hg.): Geschichts­di­dak­tik in der Debat­te. Bei­trä­ge zu einem inter­dis­zi­pli­nä­ren Dis­kurs. Frank­furt: Wochen­schau Ver­lag (Geschichts­di­dak­tik theo­re­tisch), S. 139 – 156.

Gunia, Jür­gen (2022): ‚Selbst ver­nünf­tig Geschichte(n) den­ken‘? Zur Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung nach Andre­as Kör­ber – Ein Blind­flug mit Boden­kon­takt. In: Tho­mas Must, Jörg van Nor­den und Nina Mar­ti­ni (Hg.): Geschichts­di­dak­tik in der Debat­te. Bei­trä­ge zu einem inter­dis­zi­pli­nä­ren Dis­kurs. Frank­furt: Wochen­schau Ver­lag (Geschichts­di­dak­tik theo­re­tisch), S. 157 – 168.

Vortrag zum Verhältnis von Wissen und Kompetenzen beim Historischen Lernen

Kör­ber, Andre­as (5.5.2021): Know­ledge and/​or/​in Com­pe­ten­ci­es of His­to­ri­cal Thin­king? A Ger­man Per­spec­ti­ve. Online-Vor­trag im Rah­men der Rei­he HEIRNET Key­notes. HEIRNET, 5/​5/​2021. Avail­ab­le online at https://​you​tu​.be/​Q​D​_​e​g​i​B​x​ycY.

Zuletzt geän­dert am/​Last updated on Dezem­ber 28th, 2021 at 09:54 am

Am 5. Mai wer­de ich im Rah­men der von Roland Bern­hard (Wien) und Jon Nichol (Exe­ter) orga­ni­sier­ten Vor­trags­se­rie “HEIRNET Key­notes”  des “Histo­ry Edu­ca­ti­on Inter­na­tio­nal Rese­arch Net­work HEIRNET)” einen Online-Vor­trag hal­ten zum The­ma “Know­ledge and/​or/​in Com­pe­ten­ci­es of His­to­ri­cal Thin­king? A Ger­man Per­spec­ti­ve”.

Der Vor­trag fin­det als ZOOM-Sit­zung statt und wird spä­ter auf dem You­tube-Kanal der HEIR­NET-Key­notes ver­füg­bar sein.

  • 1
  • 2 – 3
.

Die nächs­te HEIRNET Key­note wird statt­fin­den am 2.6.2021.

Die Vor­trä­ge der Rei­he sind bisher:

  1. Chap­man, Arthur (UCL Lon­don): “Power­ful Know­ledge in Histo­ry Edu­ca­ti­on”. HEIRNET Key­notes, 3/​3/​2021. https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​V​q​f​W​u​x​9​U​dnw.
  2. van Box­t­el, Car­la (Uni­ver­sit­eit Ams­ter­dam): “His­to­ri­cal know­ledge as a resour­ce for under­stan­ding past, pre­sent and future”. HEIRNET Key­notes, 4/​7/​2021. https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​W​t​n​P​d​H​C​n​ipE.
  3. Kör­ber, Andre­as (Ham­burg): Know­ledge and/​or/​in Com­pe­ten­ci­es of His­to­ri­cal Thin­king? A Ger­man Per­spec­ti­ve. HEIRNET Key­notes. HEIRNET, 5/​5/​2021. https://​www​.you​tube​.com/​c​h​a​n​n​e​l​/​U​C​7​e​W​J​u​W​G​e​Z​V​f​w​1​S​6​2​y​9​U​qfQ (Video in Vorbereitung).

Neuer Handbuchbeitrag

Kör­ber, Andre­as (2021): Kom­pe­tenz­mo­del­le in der Geschichts­di­dak­tik. In: Georg Wei­ße­no und Béatri­ce Zieg­ler (Hg.): Hand­buch Geschichts- und Poli­tik­di­dak­tik. Wies­ba­den: Sprin­ger VS, S. 1 – 4 (online-first). DOI: 10.1007/978 – 3‑658 – 29673-5_1‑1; Online ver­füg­bar unter https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2F978‑3 – 658-29673 – 5_1‑1.pdf

Zuletzt geän­dert am/​Last updated on Dezem­ber 28th, 2021 at 09:15 am

gera­de erschienen:

Kör­ber, Andre­as (2021): Kom­pe­tenz­mo­del­le in der Geschichts­di­dak­tik. In: <a href=“https://link.springer.com/referencework/10.1007/978 – 3‑658 – 29673‑5#toc”>Georg Wei­ße­no und Béatri­ce Zieg­ler (Hg.): Hand­buch Geschichts- und Poli­tik­di­dak­tik. Wies­ba­den: Sprin­ger VS</a>, S. 1 – 4 (online-first). DOI: 10.1007/978 – 3‑658 – 29673-5_1‑1; Online ver­füg­bar unter <a href=“https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2F978‑3 – 658-29673 – 5_1‑1.pdf”>https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2F978‑3 – 658-29673 – 5_1‑1.pdf</a>

Vortrag im Kolloquium “Geschichtstreff” der Professur Theorie und Didaktik der Geschichte an der Universität Paderborn am 15. Mai 2019

Kör­ber, Andre­as; Stork, Anni­ka (15.5.2019): “Task Based Lear­ning auch in Histo­ry? Poten­tia­le fremd­sprach­di­dak­ti­schen Auf­ga­ben­kon­zepts für kom­pe­tenz­ori­en­tier­ten Geschichts­un­ter­richt”. Vor­trag im Rah­men des Kol­lo­qui­ums “Geschichts­treff” der Pro­fes­sur für Theo­rie und Didak­tik der Geschich­te an der Uni­ver­si­tät Paderborn.

Zuletzt geän­dert am/​Last updated on Dezem­ber 28th, 2021 at 09:34 am

Am 15. Mai 2019 haben Andre­as Kör­ber und Anni­ka Stork im Rah­men des Kol­lo­qui­ums “Geschichts­treff” der Pro­fes­sur für Theo­rie und Didak­tik der Geschich­te an der Uni­ver­si­tät Pader­born über “Task Based Lear­ning auch in Histo­ry? Poten­tia­le fremd­sprach­di­dak­ti­schen Auf­ga­ben­kon­zepts für kom­pe­tenz­ori­en­tier­ten Geschichts­un­ter­richt” vorgetragen.

Vortrag im Kolloquium “Geschichtstreff” der Professur Theorie und Didaktik der Geschichte an der Universität Paderborn am 15. Mai 2019

Hei­ke Bor­muth (15.5.2019): “Auf­ga­ben­kon­zep­te für his­to­ri­sches Den­ken und Ler­nen”. Vor­trag im Rah­men des Kol­lo­qui­ums “Geschichts­treff” der Pro­fes­sur für Theo­rie und Didak­tik der Geschich­te an der Uni­ver­si­tät Paderborn.

Zuletzt geän­dert am/​Last updated on Dezem­ber 28th, 2021 at 09:34 am

Am 15. Mai 2019 hat Dr. Hei­ke Bor­muth im Rah­men des Kol­lo­qui­ums “Geschichts­treff” der Pro­fes­sur für Theo­rie und Didak­tik der Geschich­te an der Uni­ver­si­tät Pader­born über “Auf­ga­ben­kon­zep­te für his­to­ri­sches Den­ken und Ler­nen” vorgetragen.

Neuer Beitrag zur Kompetenzorientierung im Geschichtsunterricht

Kör­ber, Andre­as (2019): “Kom­pe­ten­zen his­to­ri­schen Den­kens – Bestands­auf­nah­me nach zehn Jah­ren.” In: Wal­traud Schrei­ber, Béatri­ce Zieg­ler, Chris­toph Küh­ber­ger (Hrsg.): Geschichts­di­dak­ti­scher Zwi­schen­halt. Bei­trä­ge aus der Tagung »Kom­pe­tent machen für ein Leben in, mit und durch Geschich­te« in Eich­stätt vom Novem­ber 2017. Müns­ter u.a.: Wax­mann, 2019.”, S. 71 – 87.

Zuletzt geän­dert am/​Last updated on Dezem­ber 28th, 2021 at 10:05 am

Am 20. Febru­ar ist der fol­gen­de Band erschie­nen: “Wal­traud Schrei­ber, Béatri­ce Zieg­ler, Chris­toph Küh­ber­ger (Hrsg.): Geschichts­di­dak­ti­scher Zwi­schen­halt. Bei­trä­ge aus der Tagung »Kom­pe­tent machen für ein Leben in, mit und durch Geschich­te« in Eich­stätt vom Novem­ber 2017. Müns­ter u.a.: Wax­mann, 2019.”
Schreiber/Ziegler/Kühberger 2019

Dar­in fin­det sich auch fol­gen­der Beitrag:
Kör­ber, Andre­as (2019): “Kom­pe­ten­zen his­to­ri­schen Den­kens – Bestands­auf­nah­me nach zehn Jah­ren” (S. 71 – 87)

Opfer-Identifikation in der Erinnerungspädagogik — ein paar unsystematische Gedanken [2014]

Zuletzt geän­dert am/​Last updated on Janu­ar 11th, 2019 at 05:16 pm

1. Einleitung

Gedenk­stät­ten­päd­ago­gik ist eine Form his­to­ri­schen Ler­nens. Dem­entspre­chend fin­det an Gedenk­stät­ten sowohl in infor­mel­len und ’spon­ta­nen’ als auch in inten­tio­na­len, orga­ni­sier­ten Lern­pro­zes­sen his­to­ri­sches Ler­nen statt. Dabei spielt das Kon­zept der Iden­ti­fi­ka­ti­on mit den Opfern, resp. zumin­dest mit deren Per­spek­ti­ve, eine bedeu­ten­de Rol­le — wenn auch eine kei­nes­wegs ein­deu­ti­ge. Eini­ge Bei­spie­le mögen ausreichen.

  • So wird etwa auf der Web­sei­te der Aus­stel­lungs-Initia­ti­ve “Mit der Reichs­bahn in den Tod” in eher bedau­ern­dem Ton festgestellt:

    “Im ’nor­ma­len’ Geschichts­un­ter­richt gelingt es kaum emo­tio­na­le Iden­ti­fi­ka­ti­on mit den Opfern her­zu­stel­len, weil die Ver­bre­chen der Natio­nal­so­zia­lis­ten sel­ten durch Bio­gra­phien der Opfer per­so­na­li­siert wer­den.” 1

  • Chris­ti­an Schnei­der betont, dass die Iden­ti­fi­ka­ti­on mit den Opfern die Grund­la­ge der enga­gier­ten Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Natio­nal­so­zia­lis­mus und Holo­caust durch die poli­ti­sier­te aka­de­mi­sche Nach­kriegs­ge­nera­ti­on gewe­sen ist — anknüp­fend an die Posi­ti­on Max Hork­hei­mers, der den Ermor­de­ten sei­ne Stim­me gelie­hen habe. 2
  • Nor­bert Frei beton­te in glei­cher Rich­tung, dass die Iden­ti­fi­ka­ti­on mit den Opfern “Aus­druck einer bewuß­ten Distan­zie­rung gegen­über der Eltern­ge­nera­ti­on bedeu­te­te” und bei aller Kri­tik (etwa durch Diede­rich Diede­rich­sen) als “unan­ge­mes­se­ne Wär­me, als Ein­füh­lungs- und Ange­mes­sen­heits­be­geh­ren” den Vor­teil gehabt habe, den “Ant­ago­nis­mus zwi­schen Opfern und Tätern auf­recht­zu­er­hal­ten”. 3
  • Dem­ge­gen­über wird mehr­fach betont, 
    • dass für jun­ge Men­schen heu­te die­se Iden­ti­fi­ka­ti­on “nicht unbe­dingt das Nahe­lie­gen­de sei” 4
    • dass eine sol­che Iden­ti­fi­ka­ti­on für Jugend­li­che — zumal mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund — wenig attrak­tiv sei. 5

Von rechts­ex­tre­mer (“revi­sio­nis­ti­scher”) Sei­te wird das (in den jeweils bespro­che­nen Mate­ria­li­en, Tex­ten o.ä. tat­säch­li­che oder ver­meint­li­che) Ziel einer Iden­ti­fi­ka­ti­on heu­ti­ger Jugend­li­cher mit den Opfern empört abge­lehnt, was als ein Indiz dafür gewer­tet wer­den kann, dass sie als durch­aus wirk­sam ein­ge­schätzt wird im Sin­ne einer men­schen­recht­lich fun­dier­ten, nicht-aggres­si­ven und nicht auf Res­sen­ti­ments beru­hen­den huma­nen Per­spek­ti­ve auf die eige­ne Ver­gan­gen­heit. 6

Es mag hilf­reich sein, die Ziel­vor­stel­lung der Iden­ti­fi­ka­ti­on mit der Opfer­per­spek­ti­ve unter zwei Gesichts­punk­ten nicht pri­mär gedenkstätten‑, son­dern geschichts­di­dak­ti­scher Pro­ve­ni­enz zu ana­ly­sie­ren. Der fol­gen­de Ver­such stellt dabei ledig­lich einen Dis­kus­si­ons­bei­trag dar, kein abschlie­ßen­des Ergeb­nis einer Ana­ly­se. Rück­mel­dun­gen sind daher mehr als willkommen.

2. Zum Begriff des historischen Lernens

Pro­zes­se der Geschichts­ver­mitt­lung (nicht nur) in Gedenk­stät­ten sind Sinn­bil­dungs­pro­zes­se. Inso­fern bei sol­chen Ver­an­stal­tun­gen his­to­ri­sche Nar­ra­tio­nen von Mit­ar­bei­tern, Besu­chern, Zeit­zeu­gen etc. aktua­li­siert, erzählt und mit­ein­an­der in Bezug gesetzt wer­den, so dass neue ent­ste­hen (kön­nen), besteht die­ses his­to­ri­sches Ler­nen in his­to­ri­schem Den­ken. Das bedeu­tet, dass in Anwen­dung his­to­ri­scher Kom­pe­ten­zen Ori­en­tie­run­gen und Iden­ti­tä­ten bestä­tigt oder ver­än­dert wer­den. Dies ent­spricht dem Kon­zept des his­to­ri­schen Ler­nens, das auch klas­si­schem Geschichts­un­ter­richt zu Grun­de liegt, in dem näm­lich den Ler­nen­den (trotz und bei aller Metho­den­ori­en­tie­rung) bestimm­te his­to­ri­sche Deu­tun­gen, Sach- und Wert­ur­tei­le wenn nicht ange­son­nen, so doch zur Refle­xi­on vor­ge­stellt wer­den. Es ist im Übri­gen auch in der Grund­fi­gur des Kon­zepts his­to­ri­schen Ler­nens bei Jörn Rüsen, für den his­to­ri­sches Ler­nen und his­to­ri­sches Den­ken grund­sätz­lich struk­tur­gleich sind: His­to­ri­sches Ler­nen besteht in Pro­zes­sen der Sinn­bil­dung über Zeiterfahrung.
Die­sem Kon­zept gegen­über exis­tiert aber auch ein wei­te­res Ver­ständ­nis his­to­ri­schen Ler­nens, das sich mit dem ers­ten nicht gegen­sei­tig aus­schließt, wohl aber zu die­sem “quer” liegt. His­to­ri­sches Ler­nen in die­sem Sin­ne ist die Befä­hi­gung zu eigen­stän­di­ger his­to­ri­scher Ori­en­tie­rung durch Sinn­bil­dung, nicht die­se Sinn­bil­dung selbst. His­to­risch gelernt hat dem­nach nicht nur und vor allem der­je­ni­ge, der mit einem neu­en Ver­ständ­nis einer his­to­ri­schen Zeit, eines Ereig­nis­ses, eines Zeit­al­ters oder Zusam­men­hangs aus­ge­stat­tet wird oder sich ein solch neu­es Ver­ständ­nis selbst erar­bei­tet, son­dern vor­nehm­lich der­je­ni­ge, der sei­ne kogni­ti­ve und emo­tio­na­le bzw. moti­va­tio­na­le Befä­hi­gung dazu ela­bo­riert hat. Natür­lich geht die­ses nicht ohne die Arbeit an kon­kre­ten Gegen­stän­den, The­men, Pro­ble­men und somit wird das erst­ge­nann­te Ver­ständ­nis his­to­ri­schen Ler­nens beim zwei­ten immer mit auf­zu­fin­den sein. Wich­tig ist hin­ge­gen im Sin­ne einer kom­pe­tenz­ori­en­tier­ten Didak­tik, dass ers­te­res Ver­ständ­nis nicht allein bleibt und so domi­nant wird, dass alle Befä­hi­gung zur Eigen­stän­dig­keit nur Gar­nie­rung wird.
Dies aber hat Kon­se­quen­zen für his­to­ri­sches Ler­nen auch an Gedenk­stät­ten. Wenn es nicht nur Iden­ti­fi­ka­tio­nen über­mit­teln soll, son­dern die Rezi­pi­en­ten auch dazu befä­hi­gen, mit neu­en Her­aus­for­de­run­gen die­ser Iden­ti­tä­ten in der nach- und außer­schu­li­schen Zukunft selbst­stän­dig und ver­stän­dig umzu­ge­hen, dann muss auch der Refle­xi­on und Ela­bo­ra­ti­on der “Denk­zeu­ge”, der Kate­go­rien und Begrif­fe sowie der Ver­fah­ren Auf­merk­sam­keit gewid­met wer­den. Dies hat Kon­se­quen­zen auch für den Umgang mit den Kate­go­rien “Täter” und “Opfer”.

3. Täter und Opfer als Thema und Identifikationsgegenstand in der heterogenen Gesellschaft

3.1 Zu den Begriffen “Täter” und “Opfer”

Die in der Gedenk­stät­ten­päd­ago­gik wie in der Erin­ne­rungs­kul­tur und ‑poli­tik ver­brei­tet ver­wen­de­ten Begrif­fe des “Täters” und des “Opfers” wie auch die wei­te­ren Begrif­fe der “Mit­läu­fer” und des “Hel­den” sind kei­nes­wegs “objek­ti­ve” Bezeich­nun­gen für Rol­len, wel­che Men­schen in ver­gan­ge­nen Situa­tio­nen und Hand­lungs­zu­sam­men­hän­gen ein­ge­nom­men bzw. aus­ge­füllt haben. An sich sind die­se Begrif­fe selbst nicht his­to­risch; viel­mehr han­delt es sich um sozia­le Begrif­fe, die für ver­gan­ge­ne wie gegen­wär­ti­ge und gar zukünf­ti­ge Zei­ten glei­cher­ma­ßen ver­wen­det wer­den kön­nen. Men­schen kön­nen sowohl in der Zeit ihres Erlei­dens eines Unrechts als “Opfer” (er/​sie wird Opfer einer tat eines ande­ren) bzw. wäh­rend der Zufü­gung eines Unrechts als “Täter” bezeich­net wer­den (es/​sie begeht eine Tat), wie die Erwar­tung die­se Bezeich­nun­gen für zukünf­ti­ge Situa­tio­nen und sozia­le Rol­len mög­lich macht (wenn wir so wei­ter machen, wer­den wir … zum Opfer fal­len — oder uns einer Tat schul­dig machen).
In der Geschichts- und Erin­ne­rungs­kul­tur wie in der Gedenk­stät­ten­päd­ago­gik und ver­wand­ten Dis­zi­pli­nen haben wir es aber mit einer Ver­wen­dung die­ser Begrif­fe zu tun, bei denen die Zeit­in­di­zes des Benann­ten und des Benen­nen­den in ande­rer Form aus­ein­an­der­tre­ten: Wenn wir hier jeman­den als “Opfer” bzw. als “Täter” bezeich­nen, ist es (eben­so wie bei den ver­wand­ten Bezeich­nun­gen “Held”, “Mit­läu­fer” etc.) muss weder er selbst noch sei­ne Mit­welt sei­ne Rol­le in der Zeit des Gesche­hens not­wen­dig mit die­sem Begriff bezeich­net haben. In den aller­meis­ten Fäl­len wird das der Fall gewe­sen sein, aber es ist nicht not­wen­dig. “Opfer” des Holo­caust sind gera­de auch die­je­ni­gen, die sich kei­nes­wegs “wie die Scha­fe zur Schlacht­bank” haben trei­ben las­sen, son­dern die aktiv Wider­stand geleis­tet haben, aber auch “Täter” sind kei­nes­wegs nur die­je­ni­gen, die in vol­lem Bewusst­sein und mit Absicht eine “Tat” began­gen haben. Es ist eine Eigen­schaft his­to­ri­scher Begrif­fe, dass sie Ereig­nis­se, Taten, Inten­tio­nen und Zustän­de einer Zeit mit dem Denk- und Wer­tungs­in­stru­men­ta­ri­um einer ande­ren Zeit bezeich­nen. Die Nut­zung der genann­ten Begrif­fe in der Zeit des Gesche­hens selbst lässt bei­de Zeit­ho­ri­zon­te nut zusam­men­fal­len, schon bei der Vor-Aus­sicht in die Zukunft tre­ten sie aus­ein­an­der. Rele­vant wird das Phä­no­men aber dann, wenn es um die Ver­gan­gen­heit geht.
Die­se mit Blick auf Begrif­fe for­mu­lier­te Ein­sicht ist dabei nur eine Vari­an­te einer grund­sätz­li­chen Erkennt­nis über die Natur von Geschich­te und Erin­ne­rung: Sie las­sen sich nicht anders fas­sen als in Form von je gegen­wär­ti­gen Aus­sa­gen über Ver­gan­ge­nes. 7 Sie zeigt, dass Begrif­fe im His­to­ri­schen (wie in allen ande­ren Berei­chen) nicht nur Ter­mi­ni sind, mit denen ‘objek­tiv’ gege­be­nes bezeich­net wird, son­dern dass sie Kon­zep­te sind, mit denen die Welt orga­ni­siert wird. 8
Die skiz­zier­te Ein­sicht ist ins­be­son­de­re im Blick auf die Täter rele­vant: Nicht jeder, der heu­te, in Kennt­nis sowohl des Gesamt­zu­sam­men­hangs der Ereig­nis­se als auch ihrer Ergeb­nis­se und Fol­gen, nicht zu letzt aber auch im Besitz von Infor­ma­tio­nen über Inten­tio­nen etc. (zu Recht) mit dem Begriff des “Täters” bezeich­net wird, muss sich selbst als sol­cher gese­hen haben. Selbst gut gemein­te Hand­lun­gen kön­nen für den Sta­tus des “Täters” qua­li­fi­zie­ren, ohne dass dies ein vali­des Argu­ment gegen die­se Bezeich­nung lie­fern wür­de. Das gilt selbst für vie­le Täter im Holo­caust, denen (wie Harald Wel­zer plau­si­bel argu­men­tiert) oft nicht vor­ge­wor­fen wer­den kann, dass sie “unethisch” gehan­delt hät­ten, wohl aber, dass das Uni­ver­sum, dem gegen­über sie mora­lisch han­deln zu müs­sen glaub­ten, ein­ge­schränkt war und ande­re Men­schen (ihre “Opfer”) der­art sys­te­ma­tisch aus­schloss, dass Hand­lun­gen, die wir aus ande­rer (uni­ver­sa­lis­ti­scher) Per­spek­ti­ve als “Taten” (=Ver­bre­chen) qua­li­fi­zie­ren müs­sen, ihnen als “Hel­den­ta­ten” vor­ge­kom­men sein mögen. Nicht alles was nach “bes­tem Wis­sen und Gewis­sen” getan wird, muss also posi­tiv beur­teilt wer­den. Aller­dings bedarf es auch hier einer Dif­fe­ren­zie­rung: es besteht durch­aus ein Unter­schied zwi­schen der his­to­ri­schen Beur­tei­lung der “Taten” eines Hexen­rich­ters des 16. Jahr­hun­derts, des­sen Todes­ur­teil wir heu­te eben­falls miss­bil­li­gen müs­sen, und der­je­ni­gen der Taten der Ver­bre­cher des Holo­caust: Letz­te­ren war es denk­mög­lich, ihren exklu­si­ves “mora­li­sches” Uni­ver­sum als sol­ches zu erken­nen, die Mons­tro­si­tät eines Den­kens zu erfas­sen, wel­ches Men­schen aus der Teil­ha­be an der Qua­li­tät des Mensch­seins aus­schloss. Die­se kon­junk­ti­vi­sche Mög­lich­keit, auch anders (bes­ser) gekonnt zu haben, qua­li­fi­ziert die Hand­lun­gen zu “Taten”.
Ein zwei­ter Aspekt kommt hin­zu: Alle die­se Begrif­fe haben als his­to­ri­sche Bezeich­nun­gen für Men­schen die Eigen­schaft, sie schein­bar auf die durch sie benann­te Eigen­schaft zu redu­zie­ren. Das ist vor allem mit Blick auf die Opfer, aber auch für die Täter von Belang — wenn auch in etwas ande­rer Art und Wei­se: Auch wenn kein Täter nur Täter war, wenn selbst der kom­men­dant von Ausch­witz ein lie­ben­der Fami­li­en­va­ter war, so bleibt er doch Täter. Es gibt kein Auf­wie­gen des Schlech­ten durch das Gute. Ande­rer­seits ist es durch­aus ein Pro­blem, die Opfer nur als Opfer zu den­ken. Sie waren mehr als das. Sie waren Men­schen mit einem voll­stän­di­gen Leben, mit Hoff­nun­gen, Plä­nen (und wohl nicht immer nur ehren­wer­ten), mit Schwie­rig­kei­ten — und mit der Fähig­keit zum Han­deln. Vol­l­ens pro­ble­ma­tisch wird es bei den­je­ni­gen, die Täter und Opfer in einer Per­son ver­ei­nen, bei Kapos, Funk­ti­ons­häft­lin­gen, bei lei­den­den, die ihr eige­nes Leid ver­rin­gert haben mögen, indem sie absicht­lich oder auch nur unab­sicht­lich ande­ren wei­te­res Leid zuge­fügt haben — und natür­lich bei den Tätern, die auch “gute” Momen­te hatten.
Es muss also fest­ge­hal­ten wer­den, dass “Opfer” und Täter” wie all die ande­ren Bezeich­nun­gen mit Vor­sicht zu genie­ßen sind, weil sie Essen­tia­li­sie­ren und weil sie den Zeit­in­dex der in ihren kon­zen­trier­ten Nar­ra­ti­ve (frü­he­res Gesche­hen und Han­deln von spä­ter beur­teilt) nicht offen zur Schau stellen.
Als letz­ter Aspekt sei erwähnt, dass ins­be­son­de­re der Opfer-Begriff eine zwei­te Dop­pel­deu­tig­keit auf­weist, die zumin­dest in der deut­schen Spra­che gege­ben ist: “Opfer von” (engl. “vic­tim”) und “Opfer für” (engl. “sacri­fice”) fal­len in einem Wort zusam­men. Das bedingt Unein­deu­tig­kei­ten nar­ra­ti­ver Ver­wen­dun­gen, die beson­ders aus­sa­ge­kräf­tig, aber auch pro­ble­ma­tisch sein kön­nen. Es ermög­licht etwa, eine spe­zi­fi­sche nar­ra­ti­ve Abbre­via­tur in unter­schied­li­che Nar­ra­ti­ve auf­zu­lö­sen ohne sie ändern zu müs­sen. 9 Im Fol­gen­den ist zumeist “Opfer von” gemeint, d.h. die pas­si­ve Form der Vik­ti­mi­sie­rung steht im Vordergrund.

3.2 Deutungsangebote von Täter- und Opfer-Orientierung an unterschiedliche Rezipientengruppen

Im Fol­gen­den wird der Ver­such gemacht, mit Hil­fe einer erwei­ter­ten Typo­lo­gie von Sinn­bil­dungs­mus­tern nach Rüsen die Deu­tungs­an­ge­bo­te trans­pa­rent und dis­ku­tier­bar zu machen, die For­men der Opfer- und Täter-The­ma­ti­sie­rung Ler­nen­den anbie­ten. Dabei ist zu beach­ten, dass die Deu­tun­gen nur skiz­ziert wer­den kön­nen, und auch ledig­lich Ange­bo­te darstellen.

3.3 Affirmative Opfer-Identifikation — ein Problem

Wen wir uns zunächst einer Form der Opfer-Iden­ti­fi­ka­ti­on zu, die in Lern­pro­zes­sen und ‑kon­zep­ten vor­herr­schend zu sein scheint, der affir­ma­ti­ven Iden­ti­fi­ka­ti­on. Es geht dabei dar­um, dass sich die Ler­nen­den im Zuge des Lern­pro­zes­ses mit den Gegen­stän­den ihres Ler­nens, näm­lich den Opfern des Holo­caust, iden­ti­fi­zie­ren. Gemeint ist, dass sie durch eine Kom­bi­na­ti­on kogni­ti­ver wie emo­tio­na­ler Leis­tun­gen eine Nähe zu den Opfern auf­bau­en. Kogni­tiv geht es dar­um, dass die Ler­nen­den Infor­ma­tio­nen über die Opfer erwer­ben, vor allem über ihr Leben und Schick­sal. Die­se Infor­ma­tio­nen betref­fen dabei gera­de nicht nur die Opfer als Opfer, son­dern sol­len die­se aus der Anony­mi­tät und Sche­ma­ti­sie­rung, wel­che die Klas­si­fi­ka­ti­on als Opfer mit sich bringt, her­aus­ho­len und die Opfer als Men­schen sicht- und erkenn­bar machen. Der Eigen­schaft “Opfer” zu sein, ist dem­nach für die­se Tätig­keit und das damit ange­streb­te Ler­nen not­wen­di­ge, nicht aber hin­rei­chen­de Bedin­gung. His­to­risch gese­hen, geht es zum einen dar­um, in tra­di­tio­na­ler Sinn­bil­dung an die Lebens­welt und das Leben der Men­schen, der Indi­vi­du­en, die zu Opfern wur­den, anzu­schlie­ßen, und die Ver­nei­nung, die Nega­ti­on, die ihnen durch die Täter wider­fah­ren sind, rück­wir­kend auf­zu­he­ben. Es geht also in dop­pel­tem Sin­ne um tra­di­tio­na­les his­to­ri­sches Denken:

  • in posi­tiv-tra­di­tio­na­lem Sin­ne soll die Iden­ti­tät und die Indi­vi­dua­li­tät der Men­schen, ihre nicht nur ange­tas­te­te, son­dern negier­te Wür­de nor­ma­tiv auf­ge­grif­fen wer­den, soll die Zeit inso­fern “still­ge­stellt” wer­den, dass die Ver­nei­nung die­ser Wür­de kein Ende bedeu­tet. Dies ist gemeint, wenn gesagt wird, es gehe dar­um, den Opfern ihre Iden­ti­tät und ihre Wür­de wiederzugeben.
  • in nega­tiv-tra­di­tio­na­ler Sinn­bil­dung soll der durch die Tat der Täter beab­sich­tig­te und her­ge­stell­te Zustand einer Welt ohne die­se Men­schen und ihre Wür­de, einer Welt, die die­se Men­schen nicht aner­kennt und wert­schätzt, de-legi­ti­miert wer­den. Die­se Zeit wird gera­de nicht still­ge­stellt, son­dern auf­ge­ho­ben. Tra­di­tio­nal ist die­ses his­to­ri­sche Den­ken in dem Sin­ne, dass die­se Zeit gera­de nicht einer Dyna­mik unter­wor­fen wird oder Regeln aus ihr abge­lei­tet wer­den, son­dern dass die Ableh­nung die­ses Zustan­des nor­ma­tiv auf Dau­er gestellt wird: “nie wieder”.

Kom­bi­niert ergibt sich somit eine his­to­ri­sche Sinn­bil­dungs­lo­gik, die gera­de­zu in kon­tra­fak­ti­scher Nor­ma­ti­vi­tät den his­to­risch gewor­de­nen Zustand auf­zu­he­ben und sein Gegen­teil zeit­lich still zu stel­len trach­tet. Es geht um die posi­tiv-tra­di­tio­na­le Anknüp­fung an eine Mensch­lich­keit, die gera­de nicht ein­fach tra­diert wer­den kann, weil sie gebro­chen war — gleich­zei­tig aber um den Appell, die­se ver­lo­re­ne und im eige­nen Den­ken wie­der­ge­won­ne­ne Ori­en­tie­rung an einem Kon­zept von Men­schen­wür­de und Mensch­lich­keit ohne Exklu­sio­nen, tra­di­tio­nal wei­ter­zu­ge­ben an die jun­gen Generationen.

Die­se spe­zi­fi­sche Form tra­di­tio­na­len Den­kens, wel­che nicht “wie­der-gut-machen” will, wohl aber “wie­der gut sein” und die­ses unge­bro­chen wei­ter­gibt, muss jedoch wei­ter dif­fe­ren­ziert wer­den. Es ist näm­lich durch­aus frag­lich, ob (und wenn ja, wie) die in ihr beschlos­se­ne Inten­ti­on his­to­ri­scher Ori­en­tie­rung addres­sa­ten­neu­tral ist und ob und wie sie “ver­mit­telt” wer­den kann.

Zunächst ist nach dem Sub­jekt der­ar­ti­ger Ori­en­tie­rung zu fra­gen. Wenn Men­schen für sich eine sol­che Ori­en­tie­rung gewon­nen haben, ist das in aller Regel nicht ohne spe­zi­fi­sche (wie­der­um kogni­ti­ve und emo­tio­na­le) Denk­leis­tun­gen mög­lich geworden.

Wer als Ange­hö­ri­ger der Täter-Gesell­schaft eine sol­che Ori­en­tie­rung gewon­nen hat, hat dazu ande­re Denk­leis­tun­gen erbrin­gen müs­sen als jemand, die/​der fami­li­är, sozi­al und/​oder kul­tu­rell einer Opfer­grup­pe zuzu­rech­nen ist — und schon gar als jemand, die/​der bei­de oder ganz ande­re Ver­bin­dun­gen “mit­bringt”. Die Aus­gangs­la­gen des his­to­ri­schen Den­kens prä­gen die Perspektiven:

Für Ange­hö­ri­ge einer Opfer­grup­pe (sei­en es Juden, Sin­ti und Roma, Homo­se­xu­el­le, Kom­mu­nis­ten uder ande­re) sich bio­gra­phisch mit Opfern des Holo­caust iden­ti­fi­ziert, hat in aller Regel eine ande­re Sinn­bil­dung zu voll­brin­gen als die/​derjenige, die/​der selbst kei­ner sol­chen Grup­pe ange­hört — zumin­dest wenn das Objekt der Iden­ti­fi­ka­ti­on der eige­nen Grup­pe ange­hört. Wer sich etwa als heu­ti­ger Kom­mu­nist mit der Ver­fol­gung und Ermor­dung von Kom­mu­nis­ten im Drit­ten Reich aus­ein­an­der­setzt, kann viel eher im Sin­ne einer tra­di­tio­na­len Sinn­bil­dung  von einem his­to­ri­schen “Wir” aus­ge­hen und das betrach­te­te Opfer zu den “eige­nen” rech­nen. Die zu bear­bei­ten­den Fra­gen his­to­ri­schen Den­kens lau­ten dann ganz anders als etwa dann, wenn ein Ange­hö­ri­ger einer (damals) natio­na­len oder zumin­dest staats­treu­en Grup­pie­rung sich mit der glei­chen Per­son auseinandersetzt.

Affir­ma­ti­ve Iden­ti­fi­ka­ti­on mit dem Opfer erfor­dert im ers­te­ren Fal­le wenig mehr als die Gleich­set­zung — bis hin zur Fra­ge, inwie­fern auch die jewei­li­gen Kon­tex­te gleich­ge­setzt wer­den kön­nen oder gar müs­sen. Es ist denk­bar (und oft vor­ge­kom­men) , die Ver­fol­gung von Kom­mu­nis­ten im Drit­ten Reich in affir­ma­tiv-tra­di­tio­na­lem Sin­ne zu nut­zen zur Stif­tung einer gegen­wär­ti­gen Iden­ti­tät der (ver­meint­lich oder real) wei­ter­hin Ver­folg­ten.  Affir­ma­ti­ve Iden­ti­fi­ka­ti­on mit den Opfern wäre dann — ganz im Sin­ne des land­läu­fi­gen Iden­ti­fi­ka­ti­ons­be­griffs — Gleich­set­zung. Sie kann Iden­ti­tät sta­bi­li­sie­ren, dabei aber auch Unter­schie­de aus­blen­den. Die­se Form der affir­ma­tiv tra­di­tio­na­len Iden­ti­fi­ka­ti­on ist mög­lich, indem das Opfer gera­de in sei­ner Eigen­schaft als poli­ti­sches Opfer ange­spro­chen und gedacht wird.

Im ande­ren Fall eines ANge­hö­ri­gen einer Nicht-Opfer-Grup­pe, der sich affir­ma­tiv-iden­ti­fi­zie­rend mit einem Opfer aus­ein­an­der set­zen soll, das gera­de nicht sei­ner Grup­pe ange­hört, sind ganz ande­re men­ta­le Ope­ra­tio­nen erfor­der­lich. Wenn eine sol­che Iden­ti­fi­ka­ti­on gelin­gen soll, muss auf eine Art und Wei­se auch die poli­ti­sche Dif­fe­renz (Geg­ner­schaft) mit reflek­tiert und his­to­ri­siert wer­den. Dies kann dahin­ge­hend gedacht wer­den (und “gelin­gen”), dass (a) die eige­ne poli­ti­sche Ori­en­tie­rung in Fra­ge gestellt wird, also gewis­ser­ma­ßen poli­tisch umge­lernt wird, was wie­der­um ein anders gela­ger­tes his­to­ri­sches Den­ken in Gang set­zen muss, oder/​und dass (b) zumin­dest dif­fe­ren­ziert wird zwi­schen der poli­ti­schen Ori­en­tie­rung und der mensch­li­chen Wür­de des dama­li­gen Opfers, und so die sich in der Tat mani­fes­tie­ren­de Gleich­set­zung und die damit ein­her­ge­hen­de Legi­ti­ma­ti­on der Ent­rech­tung rück­wir­kend auf­ge­ho­ben wird. Salopp aus­ge­drückt: Wer sich als kon­ser­va­tiv den­ken­de® Bürger(in) mit sozia­lis­ti­schen oder kom­mu­nis­ti­schen Opfern affir­ma­tiv aus­ein­an­der­setzt, muss nicht auch gleich Kommunist(in) oder Sozialist(in) wer­den. Die Aner­ken­nung des in der poli­ti­schen Ver­fol­gung lie­gen­den Unrechts kann zumin­dest zur Zivi­li­sie­rung der poli­ti­schen Dif­fe­ren­zen führen.

Dazu gehört somit auch, die/​den ande­ren (die/​das Opfer) gera­de nicht als  als Ver­tre­ter der poli­tisch “ande­ren” wahr­zu­neh­men, son­dern auch (und vor allem) als Men­schen. Erfor­der­lich ist eine Differenzierungsleistung.

4. Schluss

Es ergibt sich somit eine Dif­fe­ren­zie­rung von Deu­tungs­an­ge­bo­ten in Iden­ti­fi­ka­ti­ons­ori­en­tier­tem his­to­ri­schem Ler­nen, die in Lehr- und Lern­pro­zes­sen berück­sich­tigt wer­den muss. Es kann und muss näm­lich nicht nur dar­um gehen, jeweils ein­ein­deu­ti­ge, für alle glei­cher­ma­ßen for­mu­lier­ba­re Schluss­fol­ge­run­gen über das Damals und für das Heu­te und Mor­gen zu zie­hen. Das wür­de der legi­ti­men Plu­ra­li­tät weder des dama­li­gen noch des heu­ti­gen Lebens gerecht. Viel­mehr muss immer auch berück­sich­tigt wer­den, dass und wie die­sel­be Ver­gan­gen­heit für Men­schen unter­schied­li­cher Posi­tio­nen und Per­spek­ti­ven ver­schie­de­nes bedeu­ten kann und wie zugleich nicht iden­ti­sche, son­dern kom­pa­ti­ble gemein­sa­me Schluss­fol­ge­run­gen nötig sind.

Iden­ti­fi­ka­ti­ons-Gegen­stand Ler­ner
(Kom­bi­na­tio­nen mög­lich und wahr­schein­li­cher als ein­ein­deu­ti­ge Zuordnungen)
Täter bzw. ‑nach­fah­ren Opfer bzw. ‑nach­fah­ren Zuschau­er bzw. ‑nach­fah­ren
ohne spe­zi­fi­zier­ten Bezug (evtl.: eini­ge Migranten)
Täter affir­ma­tiv Ein­nah­me der tra­di­tio­nal ver­län­ger­ten Per­spek­ti­ve der Täter(-nachfahren) in nor­ma­ti­ver Hin­sicht: Beschrei­bung, Erklä­rung und Bewer­tung der Vor­gän­ge, Hand­lun­gen, Taten im Denk- und Wert­ho­ri­zont der Täter (apo­lo­ge­tisch, affirmativ). nicht denk­bar (?)
refle­xiv Refle­xi­on auf die eige­nen per­sön­li­chen, fami­liä­ren und kul­tu­rel­len Bezie­hun­gen zu Tätern und der Gesell­schaft der Täter, auf fort­wir­ken­de Ele­men­te die­ser Kul­tur, und auf die Fol­gen die­ser Bezie­hun­gen für das eige­ne Den­ken und Han­deln (etwa: Entlastungswünsche) Ein­la­dung
  • zur Refle­xi­on auf die Ver­bin­dun­gen auch der eige­nen sozia­len, kul­tu­rel­len, reli­giö­sen Wir-Grup­pe zu den Tätern und zur Täter-Kul­tur (tra­di­tio­na­le Sinnbildung: 
    • Inwie­fern sind Vor­stel­lun­gen und Wer­te, die in der Täter-Gesell­schaft gal­ten, auch in meiner/​unserer heu­ti­gen Kul­tur wirk­sam und gültig?
    • Wel­che von ihnen kön­nen oder müs­sen inwie­fern sie als mit-ursäch­lich ange­se­hen werden?
    • Inwie­fern sind eini­ge von ihnen wei­ter­hin vertretbar?)
  • zur Refle­xi­on auf die Loya­li­tä­ten und Iden­ti­fi­ka­tio­nen mit Ange­hö­ri­gen der Täter-Gesell­schaft, die das eige­ne heu­ti­ge Selbst­ver­ständ­nis und das eige­ne Den­ken über den Holo­caust prägen;
  • zur Refle­xi­on auf Erkennt­niss, die aus der Geschich­te des Holo­caust und der Täter für ande­re, aber ver­gleich­ba­re Situa­tio­nen abzu­lei­ten sind: 
    • auf Mög­lich­kei­ten eige­nen ver­gleich­ba­ren Han­delns in ande­ren Zusammenhängen
Ein­la­dung zur Refle­xi­on auf die Struk­tu­ren, Wer­te, Hand­lungs­wei­sen in der dama­li­gen Täter-Gesell­schaft, die die Hand­lun­gen ermög­licht haben, wie auch die Hand­lungs­wei­sen, die zum Weg­schau­en bewo­gen haben.

Refle­xi­on auf die Bedeu­tung der eige­nen Zuge­hö­rig­keit zu Men­schen, die ein­fach “mit­ge­macht” haben für deren und die eige­ne Deu­tung und Bewer­tung der Ereig­nis­se, Struk­tu­ren und Handlungen.

Opfer affir­ma­tiv Ein­la­dung
  • zur kon­tra­fak­ti­schen Iden­ti­fi­ka­ti­on mit den Opfern, zur Beur­tei­lung der Hand­lungs­wei­sen, Struk­tu­ren und Ereig­nis­se aus ihrer Sicht, zur Über­nah­me ihrer Perspektive;
  • zur Aus­blen­dung der eige­nen Prä­gung durch per­sön­li­che, sozia­le, kul­tu­rel­le Ver­bin­dun­gen zu Tätern aus der Refle­xi­on über eige­ne Denk- und Handlungsweisen
Ein­la­dung zur
  • Iden­ti­fi­ka­ti­on in der Logik tra­di­tio­na­ler Sinn­bil­dung: Selbst­po­si­tio­nie­rung in einer als fort­wäh­rend denk­ba­ren Opferrolle.
Ein­la­dung zur Iden­ti­fi­ka­ti­on in der Logik exem­pla­ri­scher Sinn­bil­dung, zum Ver­gleich (bzw. zur Gleich­set­zung) der eige­nen Posi­ti­on in der heu­ti­gen Gesell­schaft mit der­je­ni­gen der Opfer in der dama­li­gen Gesellschaft.
refle­xiv Ein­la­dung
  • zur Refle­xi­on auf die Bedeu­tung der  fami­liä­ren, sozia­len, kul­tu­rel­len Zuge­hö­rig­keit zu Men­schen, die Opfer wur­den, für die eige­ne Sicht­wei­se der Ereig­nis­se, Struk­tu­ren und Handlungen;
  • Refle­xi­on auf die Prä­gung der Wer­te und Hand­lungs­wei­sen sowie der Sicht­wei­sen der eige­nen Grup­pe durch die Opfererfahrung
Mit­läu­fer affir­ma­tiv Ein­nah­me einer Per­spek­ti­ve, die das “Nicht-Mit­ge­tan” haben als hin­rei­chend affir­miert; (ver­meint­li­che oder wirk­li­che) Ein­fluss­lo­sig­keit ‘klei­ner Leu­te’ damals wird als Ent­schul­di­gung affir­miert und mit Ein­fluss­lo­sig­keit auch in der heu­ti­gen Gesell­schaft tra­di­tio­nal ver­bun­den — gera­de auch hin­sicht­lich der Anfor­de­run­gen des Erinnerns
refle­xiv Ein­la­dung zur Refle­xi­on über die Rol­le der “Zuschau­er” und “Mit­läu­fer”
ohne spe­zi­fi­zier­ten Bezug affir­ma­tiv
refle­xiv

 

Anmer­kun­gen /​ Refe­ren­ces
  1. Kin­der und Jugend­li­che — Mit der Reichs­bahn in den Tod[]
  2. Der Tagungs­be­richt unter der alten URL der Pro­jekt­grup­pe “NS-Doku­men­ta­ti­ons­zen­trum Mün­chen” (Zeu­gen­schaft und Erin­ne­rungs­kul­tur. Der künf­ti­ge Umgang mit dem Ver­mächt­nis der Zeit­zeu­gen­ge­nera­ti­on in der Bil­dungs­ar­beit zum Natio­nal­so­zia­lis­mus; 11.5.2009)ist nicht mehr ver­füg­bar. Ein ande­rer Tagungs­be­richt von Kath­rin Koll­mei­er und Tho­mas Rink fin­det sich bei H‑SOZ-KULT: Tagungs­be­richt: Zeu­gen­schaft und Erin­ne­rungs­kul­tur. Der künf­ti­ge Umgang mit dem Ver­mächt­nis der Zeit­zeu­gen­ge­nera­ti­on in der Bil­dungs­ar­beit zum Natio­nal­so­zia­lis­mus, 05.12.2008 Mün­chen, in: H‑Soz-Kult, 08.05.2009, <www​.hsozkult​.de/​c​o​n​f​e​r​e​n​c​e​r​e​p​o​r​t​/​i​d​/​t​a​g​u​n​g​s​b​e​r​i​c​h​t​e​-​2​598>. []
  3. So berich­tet in Cha­rim Isol­de: Wah­rer als wahr. Zur Pri­va­ti­sie­rung des Geden­kens. http://​kul​tur​po​li​tik​.t0​.or​.at/​t​x​t​?​t​i​d​=​3​2​f​d​1​5​0​a​8​a​3​a​c​4​5​4​6​a​a​f​6​c​3​8​4​9​8​8​9​5ed[]
  4. FAS: “Arbeit mit Fotos”. http://​www​.fasena​.de/​a​r​c​h​i​v​/​f​o​t​o​s​.​htm mit Bezug auf Abram/​Heyl[]
  5. Astrid Mes­ser­schmidt: “Refle­xi­on von Täter­schaft – his­to­risch-poli­ti­sche Bil­dung in der Ein­wan­de­rungs­ge­sell­schaft“. https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/EGFTN1%5B1%5D_messerschmidt_de.pdf[]
  6. Vgl. etwa Albert von Königs­lo­ew: “Was Kin­der über den Holo­caust erfah­ren sol­len” In: Die blaue Nar­zis­se. 11.2.2008 [Der­zeit nicht mehr online erreich­bar. Er ist noch auf­find­bar in archi​ve​.org. []
  7. “… the­re is no kno­wa­ble past in terms of what “it’ means. The­re is only what we may call the-past-as-histo­ry. […] We can only repre­sent the past through the form we give to its rea­li­ty.” Alan Mun­slow (2002): “Pre­face”. In: Jenkins, Keith (2002): Re-Thin­king Histo­ry. Lon­don, New York: Rout­ledge, S. XIV.[]
  8. Es ist daher auch ein Kate­go­ri­en­feh­ler, wenn Zeit­zeu­gen und in einer frag­li­chen Ver­gan­gen­heit aktiv gehan­delt Haben­de spä­ter Gebo­re­nen oder Hin­zu­ge­kom­me­nen ver­bie­ten wol­len, über die­se Zeit zu urtei­len. Die oft gehör­te Aus­sa­ge “Das könnt Ihr nicht beur­tei­len, weil Ihr nicht dabei gewe­sen seid” ver­kennt (oder unter­schlägt), dass wir gar nicht anders kön­nen, als uns aus spä­te­rer Zeit­li­cher Per­spek­ti­ve ein urteil über die frü­he­re zu machen. Das geht uns allen mit der gan­zen Geschich­te so: Wäre die­se Posi­ti­on vali­de, dürf­te nie­mand heut­zu­ta­ge noch ein Urteil über Napo­le­on fäl­len oder über Karl den Gro­ßen etc. Selbst die Zeit­zeu­gen erzäh­len und urtei­len nicht aus ihrem dama­li­gen Wis­sen und vor dama­li­gen Hin­ter­grund. Auch sie ken­nen die zwi­schen­zeit­li­chen Ereig­nis­se und sehen die Ereig­nis­se inzwi­schen aus ande­rer Per­spek­ti­ve. Die zitier­te For­de­rung negiert dies ledig­lich. Sie kommt einem Ver­bot his­to­ri­schen Den­kens gleich, das nicht nur unzu­läs­sig ist, son­dern über­haupt der Tod der his­to­ri­schen Ori­en­tie­rung wäre.[]
  9. “40.000 Söh­ne der Stadt lie­ßen ihr Leben für Euch” stand und steht auf der Ste­le am Ham­bur­ger Rat­haus­markt, die 1929/​1932 ent­hüllt wur­de. Mit dem ori­gi­na­len, an eine Pie­tà ange­lehn­ten, Reli­ef einer trau­ern­den Frau und Toch­ter von Ernst Bar­lach löst sich die­ses mög­li­cher­wei­se auf in ein “wur­den geop­fert”; mit dem auf­flie­gen­den Adler (bzw. Phoe­nix) von Hans Mar­tin Ruwoldt, den die Natio­nal­so­zia­lis­ten dort anbrin­gen lie­ßen, wer­den aus den 40.000 Hel­den; heu­te ist dort wie­der die “Pie­tà” zu sehen.[]
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Analyzing Monuments using crosstabulations of Historical Thinking Competencies and Types of Narrating

Kör­ber, Andre­as (2018): “Ana­ly­zing Monu­ments using cross­ta­bu­la­ti­ons of His­to­ri­cal Thin­king Com­pe­ten­ci­es and Types of Nar­ra­ting.” In: His­to­risch Den­ken Ler­nen. Arbeits­be­reich Geschichts­di­dak­tik der Uni­ver­si­tät Ham­burg. 16.10.2018.

Zuletzt geän­dert am/​Last updated on Dezem­ber 28th, 2021 at 09:32 am

This arti­cle is a fol­low-up to the dis­cus­sion on Sté­pha­ne Léves­ques model of his­to­ri­cal com­pe­ten­ci­es as pre­sen­ted in Public Histo­ry Wee­kly, a few days ago, tit­led “Remo­ving the ‘Past’: Deba­tes Over Offi­cial Sites of Memo­ry“1 and my first exten­ded com­ment on this publis­hed here on this blog.

A cross­ta­bu­la­ti­on of com­pe­ten­ci­es and patterns/​logic of sen­se­ma­king as sug­gested by Sté­pha­ne Léves­que2 is inde­ed use­ful for “rea­ding” indi­vi­du­al monu­ments and making sen­se of their “mes­sa­ge”, also. Lévesque’s fil­ling of the table is a bit abs­tract, gene­ral for this, so the fol­lowing would in part be my own understanding.

It also is based on Rüsen’s noti­on that while the dif­fe­rent pat­terns were deve­lo­ped sequen­ti­al­ly over time, to “older” ones are not lost, but still avail­ab­le and inde­ed visi­ble in modern day thin­king, in fact most of the time in com­bi­na­ti­ons. What cha­rac­te­ri­zes modern-time his­to­ri­cal thin­king, then, is the pre­sence and domi­nan­ce of “gene­tic” thin­king, while pre-modern thought would not have this type at its dis­po­sal at all. But then, our examp­les here are all “modern”, so that it may be a ques­ti­on of domi­nan­ce and rela­ti­ve weight.

Take a monu­ment for a civil war general:

  • A spec­ta­tor today may read it as a remin­der to the ori­gin of the cur­rent sta­te of affairs, pos­si­b­ly the “losing of the cau­se” (e.g. both the hono­u­red gene­ral and the spec­ta­tor being sou­the­ners) or to the libe­ra­ti­on of the slaves (both nort­he­ners). In both cases, the monu­ment would be seen as poin­ting to an ori­gin of what is seen as valid today (the very defi­ni­ti­on of Rüsen’s “tra­di­tio­nal” type). This might exp­lain why peop­le adhe­ring to the nort­hern nar­ra­ti­ve would oppo­se to sou­thern monu­ments, and vice ver­sa, not believeing their sto­ry in the first place — and may­be fea­ring that kee­ping the monu­ments would signi­fy that their ver­si­on was to be seen as valid.
  • In an exem­pla­ric mode, howe­ver, both may accept the “other side’s” monu­ments, becau­se what they point at would not be seen as the ori­gin of affairs, but rather a gene­ral rule, e.g. hono­u­ring peop­le “bra­vely figh­t­ing for their respec­ti­ve (!) cau­se”. The logic would be that each socie­ty would honor “their heroes”, who do not so much stand for the spe­ci­fic cau­se but for a gene­ral rule. What hap­pens on the ground in Get­tys­burg, e.g., is some­thing along this line: “Tra­di­tio­nal” com­me­mo­ra­ting attracts most peop­le going the­re, but an exem­pla­ry “cover-nar­ra­ti­ve” allows for com­mon remembrance.

Con­si­der an examp­le from Ham­burg, whe­re I work3: On our “Rat­haus­markt”, the­re is a monu­ment, hono­u­ring Hamburg’s dead from WW1. When it was erec­ted in 1932, it loo­ked as it does today. The inscrip­ti­on on one side reads “FOURTY THOUSAND SONS OF TOWN LEFT/​LOST THEIR LIVES FOR YOU” (in Ger­man: “Vier­zig Tau­send Söh­ne der Stadt lie­ßen ihr Leben für Euch”) while the other side shows reli­ef by Ernst Bar­lach depic­ting a woman (mother) and child (daugh­ter) appar­ent­ly com­for­ting each other in mour­ning (and the­re­fo­re some­what remi­nis­cent of a pie­tà).

Ernst Barlach: Relief (1931; Re-construction) auf dem Mahnmal auf dem Hamburger Rathausmarkt. Foto von Wikimedia Commons (gemeinfrei): https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/2c/Hamburg_Mahnmal_01_KMJ-adj.jpg
Ernst Bar­lach: Reli­ef (1931; Re-Con­struc­tion of 1948) on Ham­burg Town Hall Squa­re Monu­ment . Pho­to from Wiki­me­dia Com­mons (public domain): https://​upload​.wiki​me​dia​.org/​w​i​k​i​p​e​d​i​a​/​c​o​m​m​o​n​s​/​2​/​2​c​/​H​a​m​b​u​r​g​_​M​a​h​n​m​a​l​_​0​1​_​K​M​J​-​a​d​j​.​jpg

In 1938, the reli­ef was exch­an­ged for a “phoe­nix” fly­ing up.4 

Hans-Mar­tin Ruwoldt (1938): Phoe­nix on Ham­burg Town Hall Squa­re Monu­ment. Pho­to by https://​www​.denk​-mal​-gegen​-krieg​.de/​k​r​i​e​g​e​r​d​e​n​k​m​a​e​l​e​r​/​h​a​m​b​u​r​g​-​l​o​-​os/

In 1938, under Nazi rule, the reli­ef was exch­an­ged for a „phoe­nix“. Did it chan­ge the nar­ra­ti­ve and com­me­mo­ra­ti­ve eva­lua­ti­on of the loss of the 40000 Ham­bur­gi­ans? To my view, it most cer­tain­ly did.

The addi­ti­on of the last part “FOR YOU” to the inscrip­ti­on alrea­dy befo­re the initi­al instal­la­ti­on of the monu­ment was a con­ces­si­on to the right par­ties, chan­ging (in Rüsen‘s terms) a more tra­di­tio­nal mes­sa­ge into a more exem­pla­ry one:

While the com­bi­na­ti­on of the initi­al wor­d­ing without the addi­ti­on „FOR YOU“ and the mother-child-reli­ef fit into a deve­lo­p­ment of monu­ment cul­tu­re deve­lo­ped in WW1 which has been iden­ti­fied in retro­spect, name­ly monu­ments which which do no lon­ger pro­vi­de an aut­ho­ri­ta­ti­ve sug­ges­ti­on of the mea­ning of the protagonist‘s death, but rather ques­ti­on this mea­ning.5 It did so becau­se it expres­sed the con­ti­nuous loss, refer­ring to the dead sol­di­ers rather as vic­tims of a grea­ter con­text of war, to be mour­ned, by poin­ting to their their death and loss as the rather tra­gic ori­gins of the com­mon grief.

Adding „FOR YOU“ to the inscrip­ti­on did not ful­ly era­di­ca­te this nega­ti­ve-tra­di­tio­nal nar­ra­ti­ve pat­tern, but added an addi­tio­nal lay­er of dif­fe­rent nar­ra­ti­ve and eva­lua­ti­ve cha­rac­ter both to the deaths, which are ascri­bed a pur­po­se, and to the con­cep­tu­al framing of the dead, which are no lon­ger only vic­tims but also (self-)sacrifices for a com­mon good. Inte­res­tin­g­ly, both con­cepts, that of vic­tim and that of sacri­fice, are pre­sent in the Ger­man term „Opfer“ expli­ci­tly used, but allu­ded to, here.

The exchan­ge of the mour­ning mother/child-reli­ef by a „phoe­nix“ in 1938, then, era­di­ca­ted the thin lay­er of ques­tio­ning the pur­po­se and mea­ning of the loss, the noti­on of „vic­tims“ and ren­de­red the 40,000 Fathers, Bro­thers and „Sons of Town“ heroes – not only self-sacri­fices for the well­being of their respec­ti­ve fami­lies, but role-models to be cele­bra­ted and emu­la­ted.6 In 1948, then, the lost Bar­lach-reli­ef, was res­to­red, alas not by Bar­lach hims­elf, who had mean­while died.

I do have a hard time con­struc­ting a gene­tic under­stan­ding of such a monu­ment, may­be becau­se a modern, gene­tic way of thin­king needs to have been infor­med by the “cri­ti­cal” mode of at least part­ly de-legi­ti­mi­zing the ori­en­ta­ting power of tra­di­tio­nal and exem­pla­ric thinking.

May­be this is the back­ground for modern monu­ments being qui­te dif­fe­rent, eit­her often non-figu­ra­ti­ve — as Peter Eisenman’s Memo­ri­al to the Mur­de­red Jews in Ber­lin, or many works by Jochen Gerz7 — or taking on forms of coun­ter-memo­ria­liz­a­ti­on8, thus set­ting in moti­on a kind of chan­ge, not just re-pre­sent-ing a past, but encou­ra­ging or even enfor­cing cri­ti­cal reflec­tion on it.

It is easier for the Ham­burg monu­ment: Gene­tic thin­king would ques­ti­on whe­ther not only this heroi­fy­ing way of com­me­mo­ra­ting heroes (even if not indi­vi­du­al), but also the con­cre­te form of public ack­now­led­ging of tra­gic loss can be time­ly, after we expe­ri­en­ced ano­t­her war and an inhu­man dic­ta­tor­s­hip and geno­ci­de which was not least based on fee­lings ins­ti­ga­ted by such com­me­mo­ra­ting.9

But the­re is some­thing more to reflec­ting about nar­ra­ti­ves — and espe­cial­ly on how to rela­te to them. As I wro­te abo­ve, Memo­ri­als are nar­ra­ti­ves. Rüsen calls them “nar­ra­ti­ve abbre­via­ti­ons”, poin­ting to them stan­ding for a spe­ci­fic nar­ra­ti­ve, i.e. a spe­ci­fic rela­ti­on bet­ween a past (under memo­ry), the pre­sent (of the aut­hors and erec­tors of the monu­ment as well as the inten­ded public), and with regard to a spe­ci­fic future, con­struc­ted only part­ly in ver­bal nar­ra­ti­ve form, but also with non-ver­bal and sequen­ti­al­ly nar­ra­ti­ve ele­ments (even though in some cases it is only the ver­bal inscrip­ti­ons which real­ly hint to any his­to­ri­cal meaning).

Memo­ri­als are more than only pro­to-nar­ra­ti­ves. Their (often) pro­mi­nent (albeit also often over­loo­ked) posi­tio­ning, their (proto-)narrative struc­tu­re and their own qua­li­ty for las­ting a long time (cf. “monu­men­tum exegi aere peren­ni­us), they do not only con­sti­tu­te a nar­ra­ti­ve rela­ti­on from one tem­po­ral and social posi­ti­on towrds the past and the future, but also are meant to pro­long the sen­se they make and to impo­se it on later genera­ti­ons. Monu­ments are about obli­ga­ting their audi­ence, the spec­ta­tors with a cer­tain nar­ra­ti­ve and inter­pre­ta­ti­on. That qua­li­fies them as parts of what we call “poli­tics of histo­ry”, not only of com­me­mo­ra­ti­on, and what makes them political.

It the­re­fo­re is para­mount to read monu­ments as nar­ra­ti­ves, and not only in the de-con­struc­ti­ve sen­se of “what did tho­se erec­tors make of that past back then”, but also in the re-conct­ruc­ti­ve sen­se of “in how far or how does this nar­ra­ti­ve fit into my/​our rela­ti­on to that past). In other words: Stan­ding befo­re a monu­ment and thin­king about monu­ments, we all need to (and in fact do) think in a com­bi­na­ti­on of under­stan­ding the others’ and deli­be­ra­ting our own nar­ra­ti­ve mea­ning-making.
The­re­fo­re we need to read them as nar­ra­ti­ves first, and beco­me com­pe­tent for it.

Monu­ments often take on the form of addres­sing peop­le. Some­ti­mes — as in the Ham­burg case abo­ve — they address the spec­ta­tor, remin­ding them of some kind of obli­ga­ti­on to com­me­mo­ra­te.10 But who is tal­king to whom? If the sena­te of Ham­burg tal­kes to that to the Ham­burg citi­zens of 1930 – 1932, can/​will we accept that (a) the Ham­burg Sena­te of today still admo­nis­hes us like that, and b) that we Ham­burg citi­zens of today are still addres­sed in the same way?

In other cases, (inscrip­ti­ons in) memo­ri­als might expli­ci­tly address the com­me­mo­ra­ted them­sel­ves, as e.g. in the con­fe­de­r­a­te monu­ment in Yan­cey­vil­le, N.C., who­se plaque reads “To the Sons of Cas­well Coun­ty who ser­ved in the War of 1861 – 1865 in ans­wer to the Call of their Coun­ty”, and con­ti­nues in a “We-Voice”, signed by the Cas­well Chap­ter of the United Daugh­ters of the Con­fe­der­a­cy”. So far so con­ven­tio­nal. This might be rather unpro­ble­ma­tic, sin­ce spea­ker-posi­ti­on and addres­sees are clear­ly mar­ked. One might lea­ve the monu­ment even if one dis­agreed, not having to align with its nar­ra­ti­ve. Only if the pre­sence of such com­me­mo­ra­ting in its­elf is inac­cep­ta­ble, action is immedia­te­ly cal­led for.

But the­re are other monu­ments which seem to talk from a neu­tral posi­ti­on, which in fact is that of the erec­tors, but by not being qua­li­fied, inclu­des the spec­ta­tor into the spea­ker posi­ti­on. The examp­le I have rea­dy at hand, is not from the US and not about war heroes, but again from Ham­burg, this time from Neu­en­gam­me con­cen­tra­ti­on camp memo­ri­al. In 1965, an “inter­na­tio­nal monu­ment” ste­le11 was erec­ted the­re, tog­e­ther with a who­le seri­es of coun­try-spe­ci­fic memo­ri­al pla­tes. The inscrip­ti­on on the monu­ment reads “Your suf­fe­ring, your figh­t­ing and your death shall not be in vain” (my trans­la­ti­on).
This now clear­ly is inte­res­ting in at least two respects: (1) it ascri­bes not only suf­fe­ring and death, but also figh­t­ing to tho­se com­me­mo­ra­ted and ther­eby pos­si­b­ly does not refer to tho­se inma­tes who never had a chan­ce or did not “fight”, who were pure vic­tims, and (2) it speaks from a neu­tral voice which is not mar­ked in time and social, poli­ti­cal or event-rela­ted posi­ti­on. Whoever mourns at that place pos­si­b­ly silent­ly co-signs the statement.

International Monument (1965) at Neuengamme Concentration Camp Memorial (partial photo; (c) 2006 Andreas Körber)
Inter­na­tio­nal Monu­ment (1965) at Neu­en­gam­me Con­cen­tra­ti­on Camp Memo­ri­al (par­ti­al pho­to; © 2006 Andre­as Körber)

Con­si­der an equal hono­u­ring of con­fe­de­r­a­te gene­rals in, say NC: “Your figh­t­ing shall not have been in vain.” I would spark much more con­tro­ver­sy and con­cers — and right­ly so.

Still ano­t­her examp­le, the first Ham­burg monu­ment for the vic­tims of Natio­nal Socia­lism (from late 1945) on the Cen­tral Ceme­try in Ham­burg-Ohls­dorf, has an inscrip­ti­on “Injus­ti­ce brought Us Death — Living: Reco­gni­ze your Obligation”.

Erstes Hamburger Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus von 11/1945 in Hamburg Ohlsdorf. Foto von NordNordWest/Wikipedia. Lizenz: CC-BY-SA 3.0; (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/legalcode); Original: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mahnmal_Opfer_der_NS-Verfolgung_Ohlsdorf.jpg
Ers­tes Ham­bur­ger Mahn­mal für die Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus von 11/​1945 in Ham­burg Ohls­dorf. Foto von NordNordWest/​Wikipedia. Lizenz: CC-BY-SA 3.0; (https://​crea​ti​vecom​mons​.org/​l​i​c​e​n​s​e​s​/​b​y​-​s​a​/​3​.​0​/​d​e​/​l​e​g​a​l​c​ode); Ori­gi­nal: http://​com​mons​.wiki​me​dia​.org/​w​i​k​i​/​F​i​l​e​:​M​a​h​n​m​a​l​_​O​p​f​e​r​_​d​e​r​_​N​S​-​V​e​r​f​o​l​g​u​n​g​_​O​h​l​s​d​o​r​f​.​jpg

 

Erstes Hamburger Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus von 11/1945 in Hamburg Ohlsdorf; Detail. Zustand 25.3.2010; Foto (c) Andreas Körber
Ers­tes Ham­bur­ger Mahn­mal für die Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus von 11/​1945 in Ham­burg Ohls­dorf; Detail. Zustand 25.3.2010; Foto © Andre­as Körber

 

Again, for ana­ly­zing and under­stan­ding, we need to reco­gni­ze. The spea­ker posi­ti­on here, is clear­ly (meta­pho­ri­call) held by the vic­tims to be com­me­mo­ra­ted. But whom do they speak to? Liter­al­ly, it is the “living”. In a very broad under­stan­ding, the monument/​memorial the­re­fo­re addres­ses all humans, qui­te in a way what Rüsen has addres­sed as the hig­hest level of nor­ma­ti­ve plau­si­bi­li­ty: broa­de­ning the per­spec­ti­ve to the level of huma­ni­ty.
This is not very pro­ble­ma­tic, sin­ce the inscrip­ti­on does talk of “duty”, not of “guilt”, it does not con­fla­te the addres­sees with tho­se who inflic­ted the injus­ti­ce upon the vic­tims. But it could have done. In 1945, the mes­sa­ge would be clear­ly not merely uni­ver­sal­ly huma­nistic, but at least also addres­sing the Ger­mans as the socie­ty of the per­pe­tra­tors. It does not con­demn, but calls for reco­gni­zing the “duty” and respon­si­bi­li­ty for com­me­mo­ra­ting and non-repea­ting as well as over­co­m­ing the struc­tures of NS injus­ti­ce, hin­ting at respon­si­bi­li­ty for not pre­ven­ting them or even par­ti­ci­pa­ting in them in the first place.

And today? In how far is the mes­sa­ge the same for today’s socie­ty in Ger­ma­ny? The peop­le living in Ger­ma­ny today do — apart from very few excep­ti­ons — not share any per­so­nal guilt or respon­si­bi­li­ty for what hap­pen­ed. In how far can or should they see them­sel­ves addressed?

Again, the­re is no ques­ti­on as to the very gene­ral, huma­ni­ty-rela­ted address. This is direc­ted at any audi­ence. But would that mean that the­re is no dif­fe­rence bet­ween any other visi­tor to the memo­ri­al and Ger­mans? Has the Nazi injus­ti­ce (and simi­lar­ly the Holo­caust) beco­me a mat­ter of gene­ral, uni­ver­sal histo­ry only? Is the­re no spe­cial belon­ging to and mes­sa­ge for Ger­man histo­ry? All the­se ques­ti­ons can and need to be addres­sed — and espe­cial­ly so, sin­ce a con­si­derable part of Ger­man socie­ty con­sists not only of peop­le born and rai­sed (long) after the “Third Reich”, but also of many who immi­gra­ted from other coun­tries, socie­ties and cul­tures mean­while. Are they sim­ply coun­ted into the per­pe­tra­tors’ socie­ty? — no, I think; but as peop­le living in Ger­ma­ny, they also are adres­sed in a more spe­ci­fic way than any other visi­tor — and they are expec­ted to feel addres­sed, also. While the­re may be (and often inde­ed is) not spe­ci­fic respon­si­bi­li­ty for what the­se memo­ri­als and monu­ments refer to, the­re surely is a spe­ci­fic respon­si­bi­li­ty from or out of this histo­ry — and the­se monu­ments the­re­fo­re ser­ve not only as gene­ral mar­kers to a set past, but also as marks which have spe­ci­fic messages and dif­fe­rent (but com­pa­ti­ble) ones for dif­fe­rent reci­pi­ents. This is what also is a part of what is nee­ded to be reflec­ted and dis­cus­sed with regard to monu­ments in public histo­ry cul­tu­re and what histo­ry edu­ca­ti­on needs to enab­le lear­ners to par­ta­ke in.

In order to make up our minds on monu­ments we have “inheri­ted” not only in poli­ti­cal terms, we need to reflect their spe­ci­fic nar­ra­ti­ve mes­sa­ge in a spec­trum of time-rela­ti­ons. And we need to dif­fe­ren­tia­te our ter­mi­no­lo­gy and enab­le our stu­dents to mas­ter a set of con­cepts rela­ted. We need, e.g., to dis­tin­guish hono­ring forms of com­me­mo­ra­ti­on from remin­ding and admo­nis­hing ones.

In Ger­ma­ny we have (not eas­liy) deve­lo­ped the noti­on of “Mahn­mal”, admo­nis­hing, to be dis­tin­guis­hed from a mere “Denk­mal” (liter­al­ly a “thin­king mark”). But even this dis­tinc­tion is insuf­fi­ci­ent. A Mahn­mal (in fact the lite­ral trans­la­ti­on to “monu­ment”, from Latin “admone­re”) may admo­nish to remem­ber our own suf­fe­ring inflic­ted on us by our­sel­ves, some tra­gic or by others, but also may admo­nish to not for­get what we inflic­ted on others. This is the spe­ci­fic form “nega­ti­ve memo­ry” of Ger­man memo­ri­al culture.

 

The­re­fo­re, there’s a lot more to be reflec­ted in commemorating:

  • Who “talks”? who aut­hors the nar­ra­ti­ve — and is what capa­ci­ty (e.g. in lieuf of “the peop­le”, of a cer­tain group, …)?
  • whom does the monu­ment expli­ci­ty address?
  • what is the rela­ti­on of expli­cit addres­sees and fac­tu­al spectators?
  • in how far is the mes­sa­ge the same for us today as it was envi­sio­ned back then — and pos­si­b­ly rea­li­zed? is it the same for all of us?
  • what kind of mes­sa­ge is perceived?

(cf. Kör­ber 2014)

 

Refe­ren­ces:

  • Has­berg, Wolf­gang (2012): Ana­ly­ti­sche Wege zu bes­se­rem Geschichts­un­ter­richt. His­to­ri­sches Den­ken im Hand­lungs­zu­sam­men­hang Geschichts­un­ter­richt. In: Mey­er-Ham­me, Johan­nes /​ Thü­ne­mann, Hol­ger /​ Züls­dorf-Kers­t­ing, Meik (Hrsg.): Was heißt guter Geschichts­un­ter­richt? Per­spek­ti­ven im Ver­gleich. Schwalbach/​Ts. /​ Wochen­schau, S. 137 – 160, p. 140.
  • Klin­gel, Kers­tin (2006): Eichen­kranz und Dor­nen­kro­ne. Krie­ger­denk­mä­ler in Ham­burg. Ham­burg: Lan­des­zen­tra­le für Poli­ti­sche Bildung.
  • Kör­ber, Andre­as (2014): De-Con­struc­ting Memo­ry Cul­tu­re. In: Tea­ching his­to­ri­cal memo­ries in an inter­cul­tu­ral per­spec­ti­ve. Con­cepts and methods : expe­ri­en­ces and results from the Tea­c­Mem pro­ject. Hrsg. von Hel­le Bje­rg, Andre­as Kör­ber, Clau­dia Lenz u. Oli­ver von Wro­chem. Ber­lin 2014, 145 – 151.
  • Kör­ber, Andre­as (2016): Sinn­bil­dungs­ty­pen als Gra­du­ie­run­gen? Ver­such einer Klä­rung am Bei­spiel der His­to­ri­schen Fra­ge­kom­pe­tenz. In: Kat­ja Leh­mann, Micha­el Wer­ner und Ste­fa­nie Zabold (Hg.): His­to­ri­sches Den­ken jetzt und in Zukunft. Wege zu einem theo­re­tisch fun­dier­ten und evi­denz­ba­sier­ten Umgang mit Geschich­te. Fest­schrift für Wal­traud Schrei­ber zum 60. Geburts­tag. Ber­lin, Müns­ter: Lit Ver­lag (Geschichts­di­dak­tik in Ver­gan­gen­heit und Gegen­wart, 10), S. 27 – 41.
  • Rüsen, Jörn (2017): Evi­dence and Mea­ning. A Theo­ry of His­to­ri­cal Stu­dies. Unter Mit­ar­beit von Dia­ne Kerns und Kat­ie Digan. New York, NY: Berg­hahn Books Incor­po­ra­ted (Making Sen­se of Histo­ry Ser, v.28).
Anmer­kun­gen /​ Refe­ren­ces
  1.   Léves­que, Sté­pha­ne: Remo­ving the “Past”: Deba­tes Over Offi­cial Sites of Memo­ry. In: Public Histo­ry Wee­kly 6 (2018) 29, DOI: dx​.doi​.org/​1​0​.​1​5​1​5​/​p​h​w​-​2​018 – 12570. The­re also is a Ger­man and a French ver­si­on. []
  2. Ano­t­her such cross­ta­bu­la­ti­on has been sug­gested (in Ger­man) by Wolf­gang Has­berg (Ana­ly­ti­sche Wege zu bes­se­rem Geschichts­un­ter­richt. His­to­ri­sches Den­ken im Hand­lungs­zu­sam­men­hang Geschichts­un­ter­richt. In: Mey­er-Ham­me, Johan­nes /​ Thü­ne­mann, Hol­ger /​ Züls­dorf-Kers­t­ing, Meik (Hrsg.): Was heißt guter Geschichts­un­ter­richt? Per­spek­ti­ven im Ver­gleich. Schwalbach/​Ts. /​ Wochen­schau, S. 137 – 160, p. 140). For my cri­tique see Kör­ber 2016 (in Ger­man). I also pro­vi­ded a table, inclu­ding the dif­fe­rent niveaus, but restric­ted to “Fra­ge­kom­pe­tenz” (simi­lar to Lévesque’s “inqui­ry com­pe­tence”). []
  3. I used this also in a twit­ter-dis­cus­sion with Kim Wag­ner (@KimAtiWagner) recent­ly. []
  4. For more pic­tures and infor­ma­ti­on see also https://​www​.denk​-mal​-gegen​-krieg​.de/​k​r​i​e​g​e​r​d​e​n​k​m​a​e​l​e​r​/​h​a​m​b​u​r​g​-​l​o​-​os/. []
  5. On this type of monu­ments cf. Kosel­leck, Rein­hart (1994): Ein­lei­tung. In: Rein­hart Kosel­leck und Micha­el Jeis­mann (Hg.): Der poli­ti­sche Toten­kult. Krie­ger­denk­mä­ler in der Moder­ne. Mün­chen: Fink (Bild und Text), S. 9 – 20, here p. 18f. []
  6. Accord­ing to Klin­gel, Kers­tin (2006): Eichen­kranz und Dor­nen­kro­ne. Krie­ger­denk­mä­ler in Ham­burg. Ham­burg: Lan­des­zen­tra­le für Poli­ti­sche Bil­dung, p.71, the mour­ning-reli­ef initi­al­ly was to be repla­ced by “war sym­bols” but all skte­ches han­ded in by artists (inclu­ding a wrath with swords by Ruwoldt) were rejec­ted, so that he was com­mis­sio­ned to crea­te an eagle, which he did, but in a way which far more resem­bled a dove than an eagle. In how far this can be inter­pre­ted as a sub­ver­si­ve rejec­tion of the new mar­ti­al cha­rac­ter and even be eva­lua­ted as an act of defi­an­ce, is high­ly ques­tion­ab­le, sin­ce the sym­bo­lism of the dove as the uni­ver­si­al sym­bol for peace was crea­ted by Picas­so only after World­War II. []
  7. Cf. e.g. his “Invi­si­ble Monu­ment” in Sar­brü­cken: https://​en​.wiki​pe​dia​.org/​w​i​k​i​/​P​l​a​t​z​_​d​e​s​_​U​n​s​i​c​h​t​b​a​r​e​n​_​M​a​h​n​m​als. []
  8. Cf. a.o. Wij­sen­beek, Dinah: Denk­mal und Gegen­denk­mal. Über den kri­ti­schen Umgang mit der Ver­gan­gen­heit auf dem Gebiet der bil­den­den Kunst. Mün­chen 2010. []
  9. There’s a lot more to be reflec­ted in com­me­mo­ra­ting: Who talks to whom, here? What do they say and expect? Who is the “you”? Is it ” us” — still today? And if so: in how far is the mes­sa­ge the same for all of us, tho­se with Ham­burg ances­tors of the time, and tho­se without, may­be immi­grants? In how far can this aspect defi­ne our atti­tu­de? Can we for­ce all recent immi­grants into our own “natio­nal” nar­ra­ti­ve (and even more so when it is not WW1, but Holo­caust rela­ted)? But then, how can we not? (cf. also Kör­ber 2014, and see below. []
  10. My mother used to exp­lain the Ger­man word “Denk­mal”, liter­al­ly referr­ring to a “mark(er)” for initia­ting thin­king, as an impe­ra­ti­ve: “Denk mal!”, refer­ring to the other mea­ning of the word “mal” as “for once”, resul­ting in “do think for once!” []
  11. Cf. https://​upload​.wiki​me​dia​.org/​w​i​k​i​p​e​d​i​a​/​c​o​m​m​o​n​s​/​t​h​u​m​b​/​1​/​1​5​/​N​e​u​e​n​g​a​m​m​e​_​m​e​m​o​r​i​a​l​.​j​p​g​/​8​0​0​p​x​-​N​e​u​e​n​g​a​m​m​e​_​m​e​m​o​r​i​a​l​.​jpg, (pho­to by Hao Liu in the public domain) []
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A new competency-model on monuments using Rüsen’s four types by Stéphane Levesque — and a comment

Kör­ber, Andre­as (2018): “A new com­pe­ten­cy-model on monu­ments using Rüsen’s four types by Sté­pha­ne Leves­que — and a com­ment.” In: His­to­risch den­ken ler­nen (14.10.2018):

Zuletzt geän­dert am/​Last updated on Dezem­ber 28th, 2021 at 09:32 am

In a recent con­tri­bu­ti­on to Public Histo­ry Wee­kly, tit­led “Remo­ving the ‘Past’: Deba­tes Over Offi­cial Sites of Memo­ry” 1Sté­pha­ne Léves­que from Otta­wa, Cana­da, pre­sen­ted a new model for monu­ment-rela­ted com­pe­ten­ci­es of his­to­ri­cal thin­king, using Jörn Rüsen’s types of his­to­ri­cal narrating.

The gra­phic ver­si­on of the model con­sists of four “com­pe­ten­ces”, visua­li­zed as smal­ler cog­wheels arran­ged around and inter­ac­ting with a cen­tral cog­wheel tit­led with “his­to­ri­cal con­scious­ness”. For each of the four com­pe­ten­ci­es, a short, monu­ment-rela­ted defi­ni­ti­on is given.

Promp­ted by a com­men­ta­ry by Gabri­el Reich of Vir­gi­nia Com­mon­wealth Uni­ver­si­ty, who also works exten­si­ve­ly on monu­ments in memo­ry cul­tu­re, Sté­pha­ne Léves­que added a (more gene­ral) table ver­si­on (a Spa­nish trans­la­ti­on by Eliza­beth Mon­tana­res Var­gas has been pre­sen­ted on face­book, mean­while) in an ans­we­ring com­ment, fur­ther detail­ing the com­pe­ten­ci­es in his model. 2.

As much as I appre­cia­te this new model of com­pe­ten­ci­es in gene­ral, I have also added a few comments to it (and to one point of Gabri­el Reich’s com­ment, which is not in focus, here). The space pro­vi­ded by Public histo­ry wee­kly for com­men­ting is limi­ted and graphs are (at least not easi­ly) allo­wed. I the­re­fo­re use this my own blog for repea­ting my com­ment to Lévesque’s model, and to detail it a bit further.

First of all, I stron­gly sup­port the initia­ti­ve to ana­ly­se monu­ments as an expres­si­on of and fac­tor for his­to­ri­cal con­scious­ness. Inde­ed, we need both a) to ana­ly­se them as experts by using our reper­toire of his­to­rio­gra­phic methods and con­cepts in order to sti­mu­la­te and sup­port infor­med public dis­cus­sion about whe­ther a par­ti­cu­lar monu­ment is still desi­ra­ble (or at least accep­ta­ble) or whe­ther it needs to be chan­ged (and how) or even remo­ved, and b) to deve­lop people’s com­pe­ten­ces to address the­se issu­es them­sel­ves, i.e. to reflect on the natu­re, mea­ning and mes­sa­ge of a monu­ment both at the time of its con­struc­tion and today (e.g. through pre­ser­va­ti­on, main­ten­an­ce, alte­ra­ti­on, com­men­ting or removal).

For this rea­son, I great­ly appre­cia­te Stéphane’s pro­po­sal for a com­pe­ten­cy model, espe­cial­ly the table ver­si­on from the com­men­ta­ry abo­ve. This does not mean that I ful­ly sup­port the con­cre­te model, but it has enri­ched the deba­te. Three comments on this:

(1) I doubt that com­pe­tence as such can be “tra­di­tio­nal”, “exem­pla­ry”, “gene­tic”, “cri­ti­cal” or “gene­tic”. The­se pat­terns, both as I under­stand Rüsen and for mys­elf, cha­rac­te­ri­ze the logic of nar­ra­ti­ves. I would the­re­fo­re rather read the table as “the com­pe­tence to que­ry in the tra­di­tio­nal mode” … “the com­pe­tence to nar­ra­te in cri­ti­cal mode” etc.

(2) This again rai­ses the ques­ti­on of whe­ther the four pat­terns actual­ly con­sti­tu­te a dis­tinc­tion of com­pe­tence niveaus. While I agree that the gene­tic mode of nar­ra­ting histo­ry is the his­to­ri­cal­ly most recent, com­plex and sui­ta­ble for exp­lai­ning chan­ges, I doubt – this time against Rüsen (cf. Kör­ber 2016) – that the typo­lo­gy can descri­be com­pe­tence levels.
The com­pe­tence pro­gres­si­on would need to be defi­ned trans­ver­sal­ly: From (a) a basic level of non-dis­tinc­ti­ve (and thus uncon­scious­ly con­fu­sing) forms and pat­terns, via (b) the abi­li­ty to per­form all the­se forms of ope­ra­ti­ons in the various pat­terns of Stéphane’s table (which would this descri­be a ful­ly deve­lo­ped inter­me­dia­te level), to © an ela­bo­ra­ted level of (addi­tio­nal) abi­li­ty to think about the natu­re of the­se disc­tions, etc.

For this, the model is very use­ful, full of ide­as. It can help to think about what it takes to descri­be monu­ments neit­her as “the past” nor as “sim­ply old”, but to iden­ti­fy and “read” them as nar­ra­ti­ves (or nar­ra­ti­ve abbre­via­ti­ons) from a cer­tain time, who­se cur­rent tre­at­ment adds new nar­ra­ti­ve lay­ers to them, so that their exis­tence (or absence), form, and tre­at­ment of them can always be seen and eva­lua­ted as con­tem­pora­ry state­ments about the respec­ti­ve past. To reco­gni­ze this and to deal with it in a social­ly respon­si­ble way requi­res the­se competences.

As far as Gabri­el Reich’s com­men­ta­ry is con­cer­ned, I only ask whe­ther his cha­rac­te­riz­a­ti­on of an atti­tu­de to the con­fe­de­ra­ti­on monu­ments can real­ly be addres­sed with Rüsen as “exem­pla­ry”, sin­ce this mode is not con­cer­ned with the main­ten­an­ce and sup­port of a con­ven­tio­nal iden­ti­ty, but with the deri­va­ti­on of a super­tem­po­ral rule. I would refer to the examp­le as “tra­di­tio­nal”. An “exem­pla­ry” atti­tu­de towards reten­ti­on would be more likely to be: “At all times, monu­ments of one’s own heroes have hel­ped the losers of war to hold on to their cau­se. Then that must be pos­si­ble for us too.” Or some­thing along that line.

So far the com­ment alrea­dy publis­hed in Public Histo­ry Weekly.

That said, I might add, that I don’t mean that the “gene­tic” way of sen­se­ma­king is not in some way supe­ri­or to the others, and more apt for his­to­ri­cal mea­ning-making, espe­cial­ly in its inte­gra­ti­on of a noti­on of direc­ted chan­ge over time. My scep­ti­cism focu­ses on the idea that today’s people’s (“onto­ge­ne­tic”) com­pe­ten­ci­es of his­to­ri­cal thin­king pro­gres­ses along the same line as the cul­tu­ral (“phy­lo­ge­ne­tic”) deve­lo­po­ment of Rüsen’s pat­terns of sen­se­ma­king throughout the histo­ry of his­to­rio­gra­phy. Today’s youth simul­ta­ne­ous­ly encoun­ter mani­fes­ta­ti­ons of his­to­ri­cal thin­king using all three (rather than four) 3 pat­terns of sen­se­ma­king. While the­re is a kind of “deve­lo­p­ment” of power of his­to­ri­cal mea­ning-making and explana­ti­on from tra­di­tio­nal via exem­pla­ric to gene­tic, I doubt that peop­le and stu­dents have to move from the for­mer to the lat­ter — or do so.

My own idea of deve­lo­p­ment of com­pe­ten­ci­es of his­to­ri­cal thin­king can rather be visua­li­zed as fol­lows (adop­ting Lévesque’s table):

Three niveaus/levels of competencies (schematic), following the FUER-model (cf. Körber 2015). The graph uses the table-version of Stéphane Lévesque's competence-model for historical thinking on monuments (https://public-history-weekly.degruyter.com/6-2018-29/removing-past-official-memory/; courtesy of Stéphane Lévesque by e-mail Oct 15th, 2018). A.K. 2018
Three niveaus/​levels of com­pe­ten­ci­es (sche­ma­tic), fol­lowing the FUER-model (cf. Kör­ber et al. 2007; Kör­ber 2015) 4. The graph uses the table-ver­si­on of Sté­pha­ne Lévesque’s com­pe­tence-model for his­to­ri­cal thin­king on monu­ments (https://​public​-histo​ry​-wee​kly​.degruy​ter​.com/6 – 2018-29/­re­mo­ving-past-offi­cial-memo­ry/; cour­te­sy of Sté­pha­ne Léves­que by e‑mail Oct 15th, 2018). A.K. 2018

 

  1. A “basic” niveau (and pos­si­b­ly ear­ly sta­ge) would be defi­ned by the ina­bi­li­ty of dis­tin­guis­hing dif­fe­rent modes of his­to­ri­cal nar­ra­ting in gene­ral and refer­ring to monu­ments in this spe­ci­fic case. (Young) peop­le on this niveau (at this sta­ge) will rela­te to them. They will ask ques­ti­ons (and thus exer­cise their “inqui­ry com­pe­tence”), think (“his­to­ri­cal thin­king com­pe­tence”), ori­en­ta­te them­sel­ves (“ori­en­ta­ti­on com­pe­tence”), and nar­ra­te (“nar­ra­ti­ve com­pe­tence”). But this basic niveau will not be defi­ned by being “tra­di­tio­nal”, but by an unin­for­med mixing (pos­si­b­ly only half-unders­tood) forms of all three pat­terns. This per­for­mance will be both ins­ta­ble and incon­sis­tent. Half-baked tra­di­tio­nal ques­ti­ons will stand next to unre­flec­ted exem­pla­ry state­ments, and so on. In the graph abo­ve, this is sym­bo­li­zed by the blur­red table below.
  2. The abi­li­ty to app­ly the dif­fe­rent pat­terns in a some­what cla­ri­fied way, to dis­tin­guish them and select one, to iden­ti­fy incon­sis­ten­ci­es in their mixing, etc., then marks the inter­me­di­a­ry niveau, and pos­si­ble a major sta­ge in the deve­lo­p­ment of the­se com­pe­ten­ci­es. On this niveau, at this sta­ge, peop­le will be able to dis­cuss about the mes­sa­ge a monu­ment expres­ses and the mea­ning it has for us today, but they might dis­agree and even quar­rel becau­se they app­ly dif­fe­rent pat­terns of mea­ning-making.
    In a way, Lévesque’s table descri­bes this inter­me­dia­te niveau, the dif­fe­rent forms of his­to­ri­cal inqui­ring, thin­king, ori­en­ta­ting, and nar­ra­ting can take, depen­ding from the gene­ral pat­tern of sen­se­ma­king. The table (the midd­le one in the graph abo­ve) clear­ly points at some­thing, I have also tried to express in my Ger­man arti­cle chal­len­ging Rüsen’s own idea of the dif­fe­rent pat­terns forming dif­fe­rent nivue­aus of com­pe­ten­ci­es 5: Each of the dif­fe­rent ope­ra­ti­ons (inqui­ring, nar­ra­ting, ori­en­ta­ting) will take on a spe­ci­fic stance of nar­ra­ting. It is a dif­fe­rence whe­ther I ask for a tra­di­ti­on or for a rule to be deri­ved from past examp­les, or about a pat­terns of chan­ge across time. The­se ques­ti­ons are infor­med by more gene­ral stan­ces and under­stan­dings of histo­ry (may­be coded in Lévesque’s cen­tral cog­wheel of “his­to­ri­cal con­scious­ness”) and will gene­ra­te dif­fe­rent forms of ori­en­ta­ti­on and nar­ra­ting. This does not mean that the initi­al stance deter­mi­nes the out­co­me of the sto­ry, ren­de­ring his­to­ri­cal thin­king a mat­ter of self-affir­ma­ti­on — not at all. A per­son inqui­ring in tra­di­tio­nal will look for an ori­gin for some­thing valid and might — via his­to­ri­cal thin­king and rese­arch — learn of a qui­te dif­fe­rent ori­gin. The mode of mea­ning-making will still be tra­di­tio­nal, but the con­cre­te histo­ry will have chan­ged. But peop­le might also be for­ced to chan­ge their pat­tern in the pro­cess, e.g. lear­ning of the limits of exem­pla­ry thin­king when gai­ning insight into fun­da­men­tal chan­ge, and thus “pro­gress” in a way from exem­pla­ry to gene­tic sensemaking.
  3. The hig­hest niveau, howe­ver, will be reached not by final­ly arri­ving at the gene­tic forms of thin­king and the respec­ti­ve com­pe­ten­ci­es, but by com­ple­men­ting the abi­li­ty to reco­gni­ze, dis­tin­guish and app­ly the dif­fe­rent for­ma with a trans­gres­sing abi­li­ty to reflect on the natu­re, value and limits of this (and other) typo­lo­gies them­sel­ves. Only on this niveau (at this sta­ge) are peop­le ful­ly at com­mand of their his­to­ri­cal reflec­tion. They can address the limits socie­tal­ly accep­ted con­cepts and ter­mi­no­lo­gy pose and sug­gest new or amen­ded ones, etc. In the graph abo­ve, this is sym­bo­li­zed by the addi­tio­nal focus to the rubrics of Lévesque’s table, mar­ked by the blue rings.
Anmer­kun­gen /​ Refe­ren­ces
  1.   Léves­que, Sté­pha­ne: Remo­ving the “Past”: Deba­tes Over Offi­cial Sites of Memo­ry. In: Public Histo­ry Wee­kly 6 (2018) 29, DOI: dx​.doi​.org/​1​0​.​1​5​1​5​/​p​h​w​-​2​018 – 12570. The­re also is a Ger­man and a French ver­si­on. []
  2. The table can be found under the same address as the ori­gi­nal con­tri­bu­ti­on, down the page []
  3. Rüsen’s “cri­ti­cal” type of nar­ra­ting does not real­ly fit into the typo­lo­gy, pre­sen­ting not a new logic of inter­con­nec­ting tem­po­ral infor­ma­ti­on, but merely de-elgi­ti­mi­zing others. In 1988 alrea­dy, Bodo von Bor­ries com­men­ted on this and pre­sen­ted a gra­phi­cal con­cept of the inter­re­la­ti­on of the dif­fe­rent types, in which a “cri­ti­cal” type was pla­ced bet­ween both the tra­di­tio­nal and the exem­pla­ry and the lat­ter and the gene­tic, thus assigning it the func­tion of a cata­lyst of deve­lo­p­ment (Bor­ries, Bodo von (1988): Geschichts­ler­nen und Geschichts­be­wusst­sein. Empi­ri­sche Erkun­dun­gen zu Erwerb und Gebrauch von His­to­rie. 1. Aufl. Stutt­gart: Klett, p. 61; cf.  Kör­ber, Andre­as (2015): His­to­ri­cal con­scious­ness, his­to­ri­cal com­pe­ten­ci­es – and bey­ond? Some con­cep­tu­al deve­lo­p­ment wit­hin Ger­man histo­ry didac­tics. Online ver­füg­bar unter http://​www​.pedocs​.de/​v​o​l​l​t​e​x​t​e​/​2​0​1​5​/​1​0​8​1​1​/​p​d​f​/​K​o​e​r​b​e​r​_​2​0​1​5​_​D​e​v​e​l​o​p​m​e​n​t​_​G​e​r​m​a​n​_​H​i​s​t​o​r​y​_​D​i​d​a​c​t​i​c​s​.​pdf, p. 14f.). In the new ver­si­on of his “His­to­rik”, Rüsen pres­ents a simi­lar ver­si­on. Cf. Rüsen, Jörn (2013): His­to­rik. Theo­rie der Geschichts­wis­sen­schaft. Köln: Böhlau, p. 260. Eng­lish: Rüsen, Jörn (2017): Evi­dence and Mea­ning. A Theo­ry of His­to­ri­cal Stu­dies. Unter Mit­ar­beit von Dia­ne Kerns und Kat­ie Digan. New York, NY: Berg­hahn Books Incor­po­ra­ted (Making Sen­se of Histo­ry Ser, v.28), p. 198. []
  4.  Schrei­ber, Wal­traud; Kör­ber, Andre­as; Bor­ries, Bodo von; Kram­mer, Rein­hard; Leut­ner-Ram­me, Sibyl­la; Mebus, Syl­via et al. (2007): His­to­ri­sches Den­ken. Ein Kom­pe­tenz-Struk­tur­mo­dell (Basis­bei­trag). In: Andre­as Kör­ber, Wal­traud Schrei­ber und Alex­an­der Schö­ner (Hg.): Kom­pe­ten­zen his­to­ri­schen Den­kens. Ein Struk­tur­mo­dell als Bei­trag zur Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung in der Geschichts­di­dak­tik. Neu­ried: Ars Una Ver­lags-Gesell­schaft (Kom­pe­ten­zen, 2), S. 17 – 53; Kör­ber, Andre­as (2012): Gra­du­ie­rung his­to­ri­scher Kom­pe­ten­zen. In: Miche­le Bar­ri­cel­li und Mar­tin Lücke (Hg.): Hand­buch Pra­xis des Geschichts­un­ter­richts. His­to­ri­sches Ler­nen in der Schu­le, Bd. 1. Schwalbach/​Ts.: Wochen­schau Ver­lag (Wochen­schau Geschich­te), S. 236 – 254.; Kör­ber, Andre­as (2015): His­to­ri­cal con­scious­ness, his­to­ri­cal com­pe­ten­ci­es – and bey­ond? Some con­cep­tu­al deve­lo­p­ment wit­hin Ger­man histo­ry didac­tics. Online ver­füg­bar unter http://​www​.pedocs​.de/​v​o​l​l​t​e​x​t​e​/​2​0​1​5​/​1​0​8​1​1​/​p​d​f​/​K​o​e​r​b​e​r​_​2​0​1​5​_​D​e​v​e​l​o​p​m​e​n​t​_​G​e​r​m​a​n​_​H​i​s​t​o​r​y​_​D​i​d​a​c​t​i​c​s​.​pdf, pp. 39ff []
  5.  Kör­ber, Andre­as (2016): Sinn­bil­dungs­ty­pen als Gra­du­ie­run­gen? Ver­such einer Klä­rung am Bei­spiel der His­to­ri­schen Fra­ge­kom­pe­tenz. In: Kat­ja Leh­mann, Micha­el Wer­ner und Ste­fa­nie Zabold (Hg.): His­to­ri­sches Den­ken jetzt und in Zukunft. Wege zu einem theo­re­tisch fun­dier­ten und evi­denz­ba­sier­ten Umgang mit Geschich­te. Fest­schrift für Wal­traud Schrei­ber zum 60. Geburts­tag. Ber­lin, Müns­ter: Lit Ver­lag (Geschichts­di­dak­tik in Ver­gan­gen­heit und Gegen­wart, 10), S. 27 – 41. []
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Vortrag im Kolloquium “Geschichte und Öffentlichkeit” an der Universität Bielefeld am 27.6.2018

Kör­ber, Andre­as (27.6.2018): “Die Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung — eine Sack­gas­se? Nein!” Vor­trag und Streit­ge­spräch mit Jür­gen Gunia im Rah­men des Kol­lo­qui­ums “Geschich­te und Öffent­lich­keit” der Fakul­tät für Geschichts­wis­sen­schaf­ten, Phi­lo­so­phie und Theo­lo­gie der Uni­ver­si­tät Bielefeld.

Zuletzt geän­dert am/​Last updated on Dezem­ber 28th, 2021 at 09:34 am

Kör­ber, Andre­as (27.6.2018): “Die Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung — eine Sack­gas­se? Nein!” Vor­trag und Streit­ge­spräch mit Jür­gen Gunia im Rah­men des Kol­lo­qui­ums “Geschich­te und Öffent­lich­keit” der Fakul­tät für Geschichts­wis­sen­schaf­ten, Phi­lo­so­phie und Theo­lo­gie der Uni­ver­si­tät Bielefeld.