Vortrag zum Zusammenhang von Moral- und Geschichtsbewusstsein

Körber, Andreas (27.4.2015): “Historical Thinking and the Moral Dimension. Some Aspects of their Interrelation.” Paper presented at “Towards an Integrated Theory of Historical Consciousness and Moral Consciousness. Methodology and Research Network Initiating Workshop.” Helsinki (Finland); Unversity of Helsinki; April 27.-29., 2015.

Körber, Andreas (27.4.2015): “Historical Thinking and the Moral Dimension. Some Aspects of their Interrelation.” Paper presented at “Towards an Integrated Theory of Historical Consciousness and Moral Consciousness. Methodology and Research Network Initiating Workshop.” Helsinki (Finland); Unversity of Helsinki; April 27.-29.; 2015.

Internationaler Workshop des Projekts "HiTCH"

Internationaler Workshop des Projekts „HiTCH“; Hamburg; 4.-6. 3. 2015.

Internationaler Workshop des Projekts „HiTCH“; Hamburg; 4.-6. 3. 2015.

Neu: Körber/Meyer-Hamme (2015) in Ercikan/Seixas (Eds.): New Directions in Assessing Historical Thinking. New York: Routledge

Körber, Andreas; Meyer-Hamme, Johannes (2015): Historical Thinking, Competencies and their Measurement: Challenges and Approaches. In: Ercikan, Kadriye; Seixas, Peter C. (Hg.) (2015): New Directions in Assessing Historical Thinking. New York: Routledge; p. 89-101.

heute ist erschienen (bzw. hier angekommen):

Ercikan, Kadriye; Seixas, Peter C. (Hg.) (2015): New Directions in Assessing Historical Thinking. New York: Routledge.
Ercikan, Kadriye; Seixas, Peter C. (Hg.) (2015): New Directions in Assessing Historical Thinking. New York: Routledge.

Darin ist auch der Arbeitsbereich Geschichtsdidaktik der Universität Hamburg vertreten mit folgendem Aufsatz:

Körber, Andreas; Meyer-Hamme, Johannes (2015): Historical Thinking, Competencies and their Measurement: Challenges and Approaches. In: Kadriye Ercikan und Peter C. Seixas (Hg.): New Directions in Assessing Historical Thinking. New York: Routledge, S. 89–101.

Vortrag zum HiTCH-Kompetenztest aus der GEBF in Bochum

Trautwein, Ulrich; Körber, Andreas; Schreiber, Waltraud (13.3.2015): “Messung historischer Kompetenzen in Large-Scale Assessments”. Vortrag im Symposium: „Forschungsprojekte in Ankopplung an Large-Scale-Assessments – Aktuelle Projekte und ihre Theorien, Methoden und zentralen Befunde“ auf der 3. Jahrestagung der Gesellschaft für Empirische Bildungsforschung (GEBF) in Bochum.

Trautwein, Ulrich; Körber, Andreas; Schreiber, Waltraud (13.3.2015): “Messung historischer Kompetenzen in Large-Scale Assessments”. Vortrag im Symposium: „Forschungsprojekte in Ankopplung an Large-Scale-Assessments – Aktuelle Projekte und ihre Theorien, Methoden und zentralen Befunde“ auf der 3. Jahrestagung der Gesellschaft für Empirische Bildungsforschung (GEBF) in Bochum.

Noch einmal Sinnbildungsmuster: "traditional" vs. *"traditionell"

Körber, Andreas (16.2.2015): „Noch einmal Sinnbildungsmuster: ‚traditional‘ vs. *’traditionell'“.

Die Sinnbildungsmuster bzw. Erzähltypen von Rüsen und (mit etwas anderer theoretischer Logik) Pandel erscheinen mir weiterhin als ein wichtiges Instrument, den Konstruktcharakter und die Orientierungsleistung von Geschichten („Narrationen“) zu verdeutlichen und ihn transparent zu machen.

In den Klausuren zu meinem Einführungsmodul in die „Fachdidaktik Geschichte“ (besser: „Geschichtsdidaktik“) sind daher öfters auch Texte auf die in ihnen enthaltenen Sinnbildungsmuster zu untersuchen. Dabei müssen die Studierenden ihre Analysen natürlich auch begründen, d.h. zumindest ansatzweise paraphrasieren, wie sie die verschiedenen Textstellen des Materials gelesen und verstanden haben, und welche orientierungsfunktion, welche „Kontinuitätsvorstellung“ sie erkannt haben.

Dabei kommt es (einerseits „natürlich“, andererseits „leider“) immer wieder vor, dass Studierende einen der Sinnbildungstypen als  „traditionell“ ansprechen, nicht — wie es korrekt wäre — als „traditional“. Das mag zuweilen auf eine noch nicht abgeschlossene Einübung in die Feinheiten der deutschen Bildungssprache und ihrer Differenzierungen in der Adaption und Nutzung lateinischer Termini sein – keineswegs nur bei migrantischen Jugendlichen.

Man kann diese Differenzierung durchaus oftmals als überzogen kritisieren. Schon beim Übersetzen ins Englische ist sie gar nicht mehr vollständig durchzuhalten. Allerdings hat sie oftmals durchaus ihre Berechtigung und Relevanz:

An einem Beispiel möchte ich kurz die Bedeutung der oben genannten Unterscheidung besprechen.

Ein(e) Studierende schrieb in einer jüngst bearbeiteten Klausur, in welcher die Rede von Bundespräsident Joachim Gauck zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zu analysieren war:

„Traditional ist allerdings auch der Judenhass“ [Z. XX], „den jedoch nur die Deutschen so weit geführt haben.“

Hier ist es einmal nicht die nur falsche Benennung eines an sich korrekt erkannten traditionalen Musters als „traditionell“, sondern umgekehrt die fälschliche Identifizierung eines von Gauck angeführten Sachverhalts als „traditional“. Gauck sagte:

„Der deutsch-jüdische Schriftsteller Jakob Wassermann […] hatte bereits Ende des Ersten Weltkriegs desillusioniert geschrieben: Es sei vergeblich, unter das Volk der Dichter und Denker zu gehen und ihnen die Hand zu bieten: ‚Sie sagen‘, schrieb er, ‚was nimmt er sich heraus mit seiner jüdischen Aufdringlichkeit? es ist vergeblich, für sie zu leben und für sie zu sterben. Sie sagen: Er ist Jude.‘

Der Jude der Antisemiten war kein Wesen aus Fleisch und Blut. Er galt als Böse schlechthin und diente als Projektionsfläche für jede Art von Ängsten, Stereotypen und Feindbildern, sogar solchen, die einander ausschließen. Allerdings ist niemand in seinem Judenhass so weit gegangen wie die Nationalsozialisten. Mit ihrem Rassenwahn machten sie sich zu Herren über Leben und Tod“. (1)

Somit war der Judenhass des Nationalsozialisten bei Gauck zwar traditionell, d.h. nicht von den Nationalsozialisten selbst neu erfunden, sondern auf einer älteren Geschichte aufbauend, keineswegs aber traditional, d.h. seit einem identifizierten Ursprung unveränderlich weiter gültig, denn das hieße: auch über die Zeit von Gaucks Ansprache hinaus gültig und letztlich nicht veränderbar. Mit einer Deutung des Judenhasses als „traditional“ wäre der ganze Sinn der Rede Gaucks, nämlich der Hoffnung Ausdruck zu geben, dass durch ein nicht-ritualisiertes, sondern jeweils zeitgemäßes und ehrliches Erinnern gerade diese Geltung zu durchbrechen und dem Judenhass und anderen, verwandten Formen von Unmenschlichkeit entgegenzutreten, vergeblich gewesen.

Traditional sind für Gauck vielmehr zum einen das Erschrecken über die Fähigkeit des eigenen Volkes zur Unmenschlichkeit, der unhintergehbare, nicht mehr aufgebbare Bezug deutscher Identität zu diesem Verbrechen und dem Erschrecken und der Reflexion darüber sowie die Praxis des Erinnerns in Gedenkfeiern selbst. Bei allem Bewusstsein der Gefahr ihres Erstarrens in leeren Ritualen sei daran festzuhalten.

„Traditional“ und „traditionell“ bezeichnen somit fundamental unterschiedliche Konzepte von Geltung in Zeit: Was früher „traditional“ war, kann von heute aus nicht mehr ohne weiteres als traditional erinnert und erzählt werden — es sei denn, seine Weitergeltung solle ausgedrückt werden. War der Antisemitismus für die Nazis durchaus „traditional“ in dem Sinne, dass er für sie eine Geltung in die Zukunft hinein aufwies, kann er von einer aufgeklärt-humanen (d.h. normativ triftigen) Perspektive aus allenfalls als „traditionell“ erklärt werden – nicht aber mehr als traditional gültig.

===

(1) Gauck, Joachim (27.1.2015): Rede des Bundespräsidenten zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Joachim-Gauck/Reden/2015/01/150127-Bundestag-Gedenken.html (gelesen 27.1.2015).

 

Einladung zum Gastvortrag (engl.) von Prof. Dr. Carla van Boxtel

Universität Hamburg

Der Arbeitsbereich Geschichtsdidaktik der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg lädt ein zu einem

öffentlichen Gastvortrag
(in englischer Sprache)

von

Frau Prof. Dr. Carla van Boxtel
(Universiteit van Amsterdam)

zum Thema:
Teaching Historical Reasoning
From „knowing that“ to „thinking with“

am 4. März 2015
18.00 c.t.
Von-Melle-Park 8, Raum 05

Dr. Carla van Boxtel ist Professorinfür Geschichtsdidaktik (Vakdidactiek, in het bijzonder van geschiedenis­onderwijs) am Forschungsinstitutfür kindliche Entwicklung und Erziehung und am Institut für Kultur und Geschichte der Universität Amsterdam sowie Direktorin des Niederländischen Zentrums für Sozialwissenschaftsdidaktik (Landelijk Expertisecentrum Mens- en Maatschappijvakken). Sie ist Autorin eines Modells zum „Historical Reasoning“.

Für unsere Planungen bitten wir um eine unverbindliche Bekundung
Ihres Interesses an einer Teilnahme per Mail (link unten).

Danke
Projekt „HiTCH“ (Historical thinking
– Competencies in History);
Prof. Dr. Andreas Körber und Team


Mail an HiTCH:

Ich habe Interesse am Gastvortrag von Frau Prof. Dr. van Boxtel und werde wahrscheinlich kommen.

Beitrag zur Sinnbildungslehre Rüsens

Körber, Andreas (2014): “Jörn Rüsens anthropologische Begründung des historischen Denkens und seine Lehre der dabei zur Verfügung stehenden Sinnbildungstypen.” In: PeDocs (http://www.pedocs.de/volltexte/2014/9188/pdf/Koerber_2014_Ruesens_Sinnbildungslehre.pdf)

Meine ursprünglich auf der alten Homepage veröffentlichte Erläuterung der Sinnbildungstypen Rüsens habe ich inzwischen bei pedocs eingestellt.

Körber, Andreas (2014): “Jörn Rüsens anthropologische Begründung des historischen Denkens und seine Lehre der dabei zur Verfügung stehenden Sinnbildungstypen.” In: PeDocs (http://www.pedocs.de/volltexte/2014/9188/pdf/Koerber_2014_Ruesens_Sinnbildungslehre.pdf)

Baden-Württemberg: Kompetenzorientierte Aufgaben im Abitur Geschichte 2015

Baden-Württemberg erarbeitet gerade neue Abitur-Aufgabenformate für 2015, welche den Abspruch erheben, die Kompetenzorientierung umzusetzen. Dafür gibt es auf den Seiten der „Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen“ Fortbildungsmaterialien (von Andreas Gawatz, Andreas Grießinger, Thomas Keukeler u.a.), in welchen auch an vielen Stellen auf das FUER-Kompetenzmodell zurückgegriffen wird, etwa zur

Beitrag zur Erinnerungsdidaktik

Körber, Andreas (2014): “Erinnerung als Gegenstand und Thema historisch-politischen Lernens.”, In: PAD aktuell, 2, S. 10–12.

Mein Beitrag zur Konferenz »Remembering the Past and Building the Future together« des Pädagogischen Austauschdienstes (PAD) der KMK am 27. Mai 2014 ist inzwischen erschienen:

Körber, Andreas (2014): “Erinnerung als Gegenstand und Thema historisch-politischen Lernens.”, In: PAD aktuell, 2, S. 10–12.