aktueller Vortrag

Bormuth, Heike; Körber, Andreas (2024): Digital Historical Sovereignty – A (viable?) new Concept for current Challenges to History Education and History Teacher Education. History Educators International Research Network (HEIRNET). University of Stirling. Stirling, Schottland, 29.08.2024. Online verfügbar unter https://heirnetonline.com/heirnet-2024-conf/.

BORMUTH, Heike/KÖRBER, Andreas: „Digital Historical Sovereignty – A (viable?) new Concept for current Challenges to History Education and History Teacher Education.”

Vortrag bei History Educators International Research Network (HEIRNET) in Stirling (Schottland) am 29.08.2024

–> https://heirnetonline.com/heirnet-2024-conf/

Aus gegebenem Anlass. Ein kurzer Hinweis zum Verständnis des Begriffs „konventionell“ im FUER-Modell

Körber, Andreas (2024): Aus gegebenem Anlass. Ein kurzer Hinweis zum Verständnis des Begriffs „konventionell“ im FUER-Modell. In: Historisch denken lernen [Blog des AB Geschichtsdidaktik; Universität Hamburg]. Online verfügbar unter https://historischdenkenlernen.blogs.uni-hamburg.de/aus-gegebenem-anlass-ein-kurzer-hinweis-zum-verstaendnis-des-begriffs-konventionell-im-fuer-modell/.

Auch nach fast 20 Jahren erscheint ein kurzer Hinweis angebracht zum Verständnis des Begriffs „konventionell“ im FUER-Kompetenzmodell des Geschichtsdidaktik, insbesondere in dessen Graduierungslogik:

„Konvention bedeutet dort gerade nicht, dass etwas in einer einzigen Fassung und unwidersprochen oder ohne Abweichungen oder gar Konkurrenz existiert, sondern vielmehr, dass jemand etwas kennt, anerkennt und nutzt, wie und weil es ihr/ihm in der Gesellschaft angeboten und -gesonnen wird und anerkannt erscheint. Es geht also weniger um die Frage, welche Begriffs- und/oder Deutungskonventionen jeweils vorliegen, sondern darum, dass bestimmte konkrete Begriffe, Konzepte, Deutungen etc. als Konventionen erworben und übernommen werden – und das nicht einmal immer bewusst und absichtlich.

Sowohl eine Interpretation des FUER-Modells, dass die Beherrschung einer bestimmten gesellschaftlichen Konvention in materialier Hinsichtals Teil von Kompetenz angesehen wird, geht daher fehl, als auch die Frage danach, über welche Konvention(en) denn als Ausweis des intermediären Niveaus verfügt werden soll. Das variiert, geht es doch nicht um „die“ Konventionen einer Gesellschaft, sondern darum, dass über Wissen in einer Weise verfügt wird, wie und weil es in der jeweils relevanten sozialen Gruppe als konventionell gilt.

So kann es ein Ausweis einer bestimmten Niveaustufe sein, angesichts eigener Unsicherheit und noch wenig ausgebildeter Kompetenz, dass man konventionelles Wissen geradezu sucht, weil seine Konventionalität als eine Form von Triftigkeit angesehen wird (wenn das allgemein oder auch nur weit verbreitet so gesehen wird, dann kann es so ganz falsch nicht sein – zumindest bin ich dann mit einer solchen Deutung, einem solchen Verständnis nicht ganz allein“).

In diesem Sinne ist dann auch die Fähigkeit, Fertigkeit und Bereitschaft als Indikator für ein elaboriertes, trans-konventionelles Niveau zu interpretieren, sich zu solche konventionellem Wissen bzw. zu Wissen, das als Konvention angesehen wird, kritisch und reflexiv zu verhalten. Das Ergebnis einer solchen Prüfung von Konventionen muss dann gerade nicht unbedingt deren Überwindung sein im Sinne einer Aufgabe derselben bzw. Abkehr von ihnen, sondern kann auch darin bestehen, dass vorher als konventionell Gewusstes und als valide Anerkanntes nun mit neuen, auf kritischer Prüfung bestehenden Gründen gewusst und anerkant wird, wogegen anderes durchaus auch über Bord geworfen oder relativiert sein kann.

Keynote Vortrag: History (Education) and / in / for Crises/Crisis (?!)

Körber, Andreas (2024): History (Education) and / in / for Crises/Crisis (?!). Keynote. 17:e årliga nationella konferensen för historiedidaktisk forskning. Uppsala universitet. Uppsala, Sweden, 24.04.2024.

Körber, Andreas (2024): History (Education) and / in / for Crises/Crisis (?!). Keynote. 17:e årliga nationella konferensen för historiedidaktisk forskning. Uppsala universitet. Uppsala, Sweden, 24.04.2024.

Urteilsbildung im Historischen oder als Historisches Denken?

Körber, Andreas (2024): Urteilsbildung im Historischen oder als Historisches Denken? In: Historisch denken lernen [Blog des AB Geschichtsdidaktik; Universität Hamburg]. Online verfügbar unter https://historischdenkenlernen.blogs.uni-hamburg.de/noch-ein-kurzer-beitrag-urteilsbildung-im-oder-als-historisches-denken/.

Irre ich mich, oder ist das in Winklhöfers Buch zur Urteilsbildung im Geschichtsunterricht1  gegebene Modell für Urteilsbildung weitgehend strukturgleich mit solchen des Historischen Denkens insgesamt? Demnach wäre Sach- und Werturteilsbildung nicht eine Dimension des Historischen Denken, sondern historisches Denken wäre nichts anderes als Bildung historischer, d.h. zeitbezogener und -reflexiver und somit narrativ strukturierter Urteile. Ich halte das für eine sehr bedenkenswerte Einsicht:

  • Aussagen über Vergangenes als Ergebnisse historischen Denkens sind immer Urteile, nämlich Kombinationen von Feststellungen (konstativen Urteilen), Sachurteilen (Schlussfolgerungen) und Wertungen.
  • Historische Urteile aller drei (und ggf. weiterer) Sorten sind immer narrativ strukturiert, insofern sie eben historische Urteile sind.

Kommentare?

 

  1. Winklhöfer, Christian (2021): Urteilsbildung im Geschichtsunterricht. Frankfurt/M.: Wochenschau Verlag (Kleine Reihe – Geschichte Didaktik und Methodik). Online verfügbar unter http://bvbr.bib-bvb.de:8991/exlibris/aleph/a23_1/apache_media/456AB72Y69IIN64TP5DLELE4G34NA1.pdf []

Eine Facette geschichtsdidaktischer Aufgabentheorie

Körber, Andreas (17.3.2024): „Eine Facette geschichtsdidaktischer Aufgabentheorie“

Nur eine kurze Bemerkung:

In einer Hausarbeit wird (durchaus korrekt) unter Bezug auf Heuer 20191 ausgeführt, dass im Geschichtsunterricht „gute Lernaufgaben“ „sowohl Lehrende als auch Lernende“ herausforderten, „sich zu positionieren und zu versuchen eigene wie fremde Denkprozesse nachzuvollziehen und darauf zu reagieren“

Dazu nur eine kurze Anmerkung:

Das ist ein Aspekt, der noch ausbaufähig ist (sowohl hier wie auch in der Literatur). Mit „fremden Denkprozessen“ sind zumeist diejenigen gemeint, die Lernenden in der Literatur bzw. in Materialien begegnen. Mit Blick auf die Aufgabe von Geschichtsunterricht, Lernende zur Teilhabe an der Geschichtskultur , zur geschichtsbezogenen Kommunikation mit anderen und überhaupt zum Zusammenleben mit anderen zu befähigen, die ebenso historisch denken wie sie selbst (vgl. Röttgers, Kurt (1982): Geschichtserzählung als kommunikativer Text. In: Siegfried Quandt und Hans Süssmuth (Hg.): Historisches Erzählen. Formen und Funktionen. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht (Kleine Vandenhoeck-Reihe, 1485), S. 29–48), gehört dazu aber auch das Wahrnehmen von und die Auseinandersetzung mit historischem Denken anderer, seinen Voraussetzungen (etwa Perspektiven, Interessen, Fragen, Deutungsmustern, Normen, Werten) und Ergebnissen — gerade auch in einem Geschichtsunterricht, der inklusiv sein soll.

Auch das kann und muss im Unterricht „geübt“ werden. Schon von dieser Perspektive her ist es eigentlich gar wüschenswert, wenn die Bearbeitung von Lernaufgaben nicht zu gleichförmigen Ergebnissen führt, und wenn Aufgaben nicht suggerierten, dass eine bestimmte Lösung zu finden sei, sondern wenn sich in den Aufgabenbearbeitungen der Schüler*innen (d.h in den Produkten wie den Bearbeitungswegen) durchaus unterschiedliche gleichwertige wie auch qualitativ unterschiedliche Umgangsweisen mit historischen Problemen und historischem Material zeigen, die in einem zweiten Arbeitsschritt sowohl wertfrei wie auch wo nötig wertend besprochen und reflektiert werden können.

 

 

  1. Heuer, Christian (2019): Gute Aufgaben?! Plädoyer für einen geschichtsdidaktischen Perspektivenwechsel, in: Kühberger, Christoph et al. (Hrsg.): Das Geschichtsschulbuch : Lehren – Lernen – Forschen (Salzburger Beiträge zur Lehrer/innen/bildung, 6). Münster/New York, S. 147–160, hier S. 155. []

Key-Note-Vortrag

Körber, Andreas (28.2.2024): Kompetenzorientierung in Zeiten des digitalen Wandels. Paderborn 2024 (FUER-Kolloquium).

Sammelband geschichtsdidaktischer Texte auf Portugiesisch

Körber, Andreas (2023): Formando a consciência histórica em direção a uma aprendizagem histórica transcultural. das abordagens conceituais à organiação das competências historicas. 1st ed. Edited by Marília Gago, Marcelo Fronza. Curitiba: WAS Ediçoes.

Auf der Konferenz 20. Konferenz „Educação Histórica: confrontações com a História“, die zugleich der „V Congresso Ibero-americano de Educação Histórica“ und das „XIII Seminário Internacional Tecnologias Digitais da Informação Comunicação e Educação Histórica nos Países Ibero-americanos“war, präsentierten Prof. Dr. Marília Gago und Prof. Dr. Marcelo Fronza von der Universidade Federal do Mato Grosso ein Buch mit portugiesichen Übersetzungen einiger meiner Texte:

Formando a consciência histórica em direção a uma aprendizagem histórica

Körber, Andreas (2023): Formando a consciência histórica em direção a uma aprendizagem histórica transcultural. das abordagens conceituais à organiação das competências historicas. 1st ed. Edited by Marília Gago, Marcelo Fronza. Curitiba: WAS Ediçoes.

Vortrag auf der 20. LAPEDUH-Konferenz in Brasilien

Körber, Andreas (30.10.2023): „History (Teacher) Education Disrupted?“ [„Educação Histórica (de Professores) interrompida?“] Key-Note-Vortrag auf der Konferenz „Educação Histórica: confrontações com a História“; 20. LAPEDUH, zugleich „V Congresso Ibero-americano de Educação Histórica“ und „XIII Seminário Internacional Tecnologias Digitais da Informação Comunicação e Educação Histórica nos Países Ibero-americanos“. Curitiba (Brasilien). Universidade Federal do Paraná.

Ende Oktober/Anfang November habe ich auf Einladung der Kolleg*innen des Laboratório de Pesquisa em Educação Histórica (LAPEDUH) an der Universidade Federal de Paraná (UFPR) in Curitiba (Brasilien), insbesondere Prof. Dr. Maria Auxiliadora Moreira dos Santos Schmidt, an deren 20. Konferenz „Educação Histórica: confrontações com a História“ teilgenommen, die zugleich der „V Congresso Ibero-americano de Educação Histórica“ und das „XIII Seminário Internacional Tecnologias Digitais da Informação Comunicação e Educação Histórica nos Países Ibero-americanos“ war, und dort einen Vortrag gehalten mit dem Titel „History (Teacher) Education Disrupted?“ bzw. „Educação Histórica (de Professores) interrompida?“ (Live-Übersetzung ins Portugiesische durch Prof. Dr. Marília Gago, Braga, PT).

Geschützt: Historische Kompetenz(en) in der digitalen Geschichtskultur – ein erster Aufriss [unfertig]

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Vortrag zu Möglichkeiten und Grenzen einer Replikation von YOUTH and HISTORY auf der internationalen Konferenz HEIRNET 2023 in Stockholm

Körber, Andreas (01.09.2023): A Replication of YOUTH and HISTORY after 30 years? Necessity – Chances – Challenges. Based on a structural comparison of a pre-pilot study-data with 1995. HEIRNET Conference; 31.08.-02.09.2023. Stockholm (Schweden), 01.09.2023.

Heute habe ich erste Auswertungen einer (kleinen) Pilotstudie zu Fragen der Möglichkeiten und Grenzen einer Replikation von YOUTH and HISTORY (Angvik /v.Borries 1997) auf der Konferenz des History Educators International Research Network (HEIRNET 2023) in Stockholm vorgestellt:

Körber, Andreas (01.09.2023): A Replication of YOUTH and HISTORY after 30 years? Necessity – Chances – Challenges. Based on a structural comparison of a pre-pilot study-data with 1995. HEIRNET Conference; 31.08.-02.09.2023. Stockholm (Schweden), 01.09.2023.