Silbenrätsel im Geographieunterricht

Silbenrätsel im Geographieunterricht

Körber, Andreas (1999): „Die Erstellung von Silbenrätseln durch Schüler(innen)als Instrument zur Wiederholung von Unterrichtsstoff. Eine Untersuchung zur Effektivität des Aufgabenerfindens im Erdkundeunterricht einer 8.Klasse des Gymnasiums. Hausarbeit zur Pädagogischen Prüfung für das Lehramt an Gymnasien.“ (2. Staatsarbeit). Hamburg: Staatliches Studienseminar [unveröff.].

Zweite Staatsarbeit.

Körber (unpub.; 1999): Silbenrätsel im Geographieunterricht

Schulgeschichtsbuch – Geschichtsschulbuch

Körber, Andreas (15.9.2009): „Schulgeschichtsbuch – Geschichtsschulbuch“

Eine kleine Beobachtung:

Sucht man im GVK-Online-Katalog nach dem Suchwort „Schulgeschichtsbuch“, erhält man signifikant mehr Treffer als bei einer Suche nach dem Suchwort „Geschichtsschulbuch“. heute sind es 331 zu 103 Treffer.

Der Begriffsgebrauch scheint dabei durchaus uneinheitlich zu sein, d.h. eine systematische Differenzierung zwischen beiden Termini ist nicht erkennbar.

Dazu ein paar kurze Fragen an die geschichtsdidaktische Community:

  1. Sind für Sie/Euch die beiden Termini gleichbedeutend?
  2. Ist eine Differenzierung dahingehend sinnvoll, dass unter „Schulgeschichtsbuch“ eher eine Darstellung der oder einer Geschichte für den Gebrauch in der Schule, unter „Geschichtsschulbuch“ aber ein Schulbuch über den Gegenstand Geschichte (oder gar „historisches Lernen“) verstanden werden könnte?
  3. Kann (cum grano salis) die überwiegende Verwendung des Terminus „Schulgeschichtsbuch“ dahingehend interpretiert werden, dass der Grundmodus des Geschichtsunterrichts, wie er von der Geschichtsdidaktik wahrgenommen und in der Praxis umgesetzt wird, der einer Vermittlung einer Geschichte an die Lernenden ist, nicht aber die Thematisierung des Konzepts „Geschichte“ und der Befähigung zu seiner Reflexion, zu eigenständigem historischem Denken?

Retrospektivität

Körber, Andreas (15.9.2009): „Retrospektivität“

Aus einer studentischen Hausarbeit:

„Ein weiteres Merkmal der Narrativität ist die Retrospektivität. Weil Ereignisse ‚ihre Eigenschaft, Anfang von etwas zu sein, erst im Nachhinein‘ [Pandel 1988, S. 8] preisgeben, kann der Anfang einer Geschichte erst bestimmt werden, nachdem das letzte Ereignis abgeschlossen ist.“

So weit, so gut.  Dieser Satz ist aber nur zum Teil gültig, weil er, streng genommen, voraussetzt, dass es perspektivenunabhängiges Kriterium dafür gibt, was denn ein Ereignis zum Bestandteil einer Reihe macht, und wann diese abgeschlossen ist.

Anders gesagt: man könnte, wenn dieser Satz zuträfe, erst anfangen, eine Geschichte zu erzählen, wenn man absolut saicher wüsste, dass kein weiteres Ereignis ‚gleicher Art‘ oder im gleichen Zusammenhang mehr eintritt.

Das ist nicht nur erkenntnistheoretisch unmöglich, weil es den Überblick über das Ganze vor seinem potentiellen Ende implizierte. Es nähme dem historischen Denken auch die Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung, denn zu welchem Zweck betrachten man vergangene Ereignisse und stellt Zusammenhänge zwischen ihnen her, wenn nicht zu dem Zweck, für gegenwärtige (gleichartige oder veränderte, auf jeden Fall zusammenhängende) Fälle Orientierung zu finden? Wenn man aber erst bis zum letzten Ereignis warten müsste – was hülfe es?

Der Satz kann also höchstens so gemeint sein, dass erst im Nachhinein, nach einem wenigstens zweiten Ereignis, das als vorläufig letztes Ereignis mit einem oder mehreren Vorangehenden in Verbindung gebracht werden kann, eine narrative Sinnbildung möglich ist.