ANMELDUNG VERLÄNGERT BIS 28.2.2017: Zusätzliches Lehrangebot im SoSe 2017: Seminar mit Exkursion nach USA/Polen

Liebe Kommiliton(inn)en,
nach der ersten Anmelderunde sind noch Plätze frei – insbesondere für den Teil zu Grundwald/Tannenberg mit der Exkursion nach Polen!
Neue Anmeldefrist: 28. Februar 2017!
Anmeldungen bitte zur Sicherheit per Mail AUCH AN MICH: andreas.koerber@uni-hamburg.de
Gruß

 

Das Seminar ist für Lehramtsstudierende ein Fachdidaktik M.Ed.-Seminar „Weiterführung der Fachdidaktik Geschichte“ (Modul 001k). Es ist für Studierende im B.A./B.Sc.-Lehramt Geschichte mit abgeschlossener Modulprüfung zugänglich und kann später im M.Ed.-Studium angerechnet werden

Ansprache auf der Mahnwache anlässlich des 77. Jahrestags der Reichspogromnacht am 9. November 1938

Einladung Mahnwache 2015-3

 

Andreas Körber

Ansprache zur Gedenkfeier am 9. November 2015 auf dem Joseph-Carlebach-Platz in Hamburg

Liebe Anwesende,

Im Jahr 1940 schrieb ein führendes Mitglied des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Hans Reichmann, im Exil in England folgende Sätze, nachdem er in Folge der No­vem­ber­progrome 1938 im Konzentrationslager Sachsenhausen inhaftiert und nur gegen die Auflage, zu emigrieren, entlassen worden war, folgende Sätze:

Wir, die wir ausgetrieben wurden, die ein neues

Leben beginnen sollen, wie man zu sagen

pflegt, sind ruhelos geworden. An die Zukunft

zu denken, wagen wir nicht mehr; wollten wir

sie mit gewohntem Maßstab abtasten, wir

müßten bange werden. Was unfaßbar schien,

ist Wirklichkeit: wir sind Luftmenschen geworden,

wir haben den Boden unter uns verloren,

wir sind aus der Sicherheit bürgerlichen

lebens verjagt – ohne Arbeit, ohne Heim, ohne

Heimat. […] Diese sechs Jahre haben ungezählte

jüdische Menschen gebrochen, mich nicht.“

Hans Reichmann war kein Hamburger, er hat die Pogrome in Berlin erlebt. Seine Worte können aber aufschlussreich sein.

Wir sind heute hier nämlich zusammengekommen, um der Opfer des damaligen Geschehens zu gedenken, nicht nur, aber gerade auch hier in Hamburg. Wir tun dies als Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt, als Angehörige dieser Gesellschaft mit ganz unterschiedlichen Bezügen zum damaligen Geschehen.

Ich spreche heute zwar nicht im formellen Sinne für die Universität, aber doch als ihr Mitglied. Für uns – für mich zumindest – bedeutet dieses Gedenken zum einen das Andenken an die Opfer, die es auch aus den Reihen der Universität in jenem November 1938 gab. Daneben und vielleicht bedeutender ist aber auch die Frage nach der Haltung der Universität zu und ihre Rolle im damaligen Geschehen – und nicht zuletzt danach, was für heute daraus folgt.

Der heutige Anlass ist für Vorlesungen gelehrter Art nicht geeignet. Es möge daher reichen zu benennen, dass meine Institution in ihrer Gesamtheit damals schon keine Hüterin humanen wissenschaftlichen Geistes mehr war. Sicher waren nicht alle Professorinnen und Professoren von der Macht korrumpiert – aber doch genügend, und so hatte die Universität Hamburg schon weit vor dem Datum, dessen wir hier gedenken, jeglichen Widerstand gegen den Ungeist aufgegeben – sofern man überhaupt von einem solchen Widerstand der Institution sprechen kann – es gab ihn wohl vereinzelt in der Universität, nicht aber als einen der Universität.

Nachdem jüdische und aus anderen Gründen verfolgte Professorinnen, Professoren und andere Lehrende entlassen und ins Exil oder gar in den Selbstmord getrieben worden waren (die Benennung unserer Bibliothek nach Martha Muchow dort hinten zeugt von später Scham auch hierüber), war die Universität zu großen Teilen selbst schon Teil des Ungeistes, der sich nun auch hier, in ihrer Nachbarschaft, sichtbar manifestierte.

Da aber Institutionen selbst nicht entscheiden, gilt die Empörung und die Scham dem Tun und Nichtstun konkreter Personen. Personen, die auch nach 1933 und besonders 1938 noch sich hätten umentscheiden können gegen das, was nicht nur hier, aber auch und gerade hier in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft veranstaltet, wurde. Sie haben es nicht getan.

Was aber ist dieses unser Gedenken? Wem gilt es? Wem gegenüber geschieht es und mit welchem Anliegen? Ich möchte darauf eine Antwort nicht nur, aber auch für die Universität skizzieren, die mich bewogen hat, der Bitte, diese Ansprache zu übernehmen, zu entsprechen.

Zunächst einmal gedenken wir hier der Männer, Frauen und Kinder, die im Zuge der von Nationalsozialisten organisierten, zugleich aber auch von vielen anderen Hamburgern geduldeten und unterstützten Gewalttaten heute vor nunmehr 77 Jahren verfolgt, entrechtet, an Gut und Leib beschädigt, der Freiheit beraubt, an jenem Tage oder in der Folge sogar getötet, und das bedeutet: ermordet, wurden, wie auch derer, die angesichts der Verfolgung keinen anderen Ausweg sahen, als sich selbst das Leben zu nehmen – auch dies eine Form des Mordes.

Wir gedenken aber auch der Erfahrungen derjenigen Menschen, die nicht physisch betroffen waren, denen aber überaus drastisch verdeutlicht wurde, dass und auch wie man sie nicht – nicht mehr – dazugehören lassen wollte: zu Hamburg, zu Deutschland, und – wie sich später herausstellte: zur Menschheit.

Wem gilt dieses Gedenken: Den damaligen Opfern gegenüber ist es eine Geste der Wieder-Anerkennung ihrer so beschädigten Zugehörigkeit. Im Falle der damals Umgekommenen kann er nicht anders sein als symbolisch und somit unvollständig – der Stachel bleibt. Den Überlebenden gegenüber, ob zurückgekehrt oder nicht, ist derartiges Gedenken ein Versprechen gewesen, diese Ausgrenzung nicht fortführen zu wollen, sie wieder als Mitglieder unserer Gemeinschaft anzuerkennen – nicht, als ob nichts gewesen wäre, sondern in vollem Bewusstsein und in expliziter Benennung des geschehenen Unrechts. Ihnen gegenüber auch ist es besonders nötig, dieses immer wieder zu bekunden: Wer einen solchen Rechts- und Vertrauensbruch erfahren musste, der bedarf nicht einer einmaligen, abschließenden Solidaritätsbekundung, sondern wiederholter. Spät genug hat unsere Gesellschaft, haben wir damit begonnen, solches zu tun.

Sodann ist unser Gedenken aber auch eine Trauer um das, was diese so hinausgetriebenen Menschen für uns, für die Gesellschaft, der wir uns im Rückblick doch angehörig fühlen, bedeutet haben und weiter hätten bedeuten können. Nicht nur dort, wo Familien, Freund- und Nachbarschaften zerrissen wurden, ist er spürbar – er betrifft uns alle, heute noch. Ihr Verlust an menschenwürdiger Sicherheit ist auch unser aller Verlust gewesen – an Beziehungen, Erfahrungen, und nicht zuletzt an gegenseitiger Menschlichkeit und Solidarität.

Auch hier gilt: Unser Erinnern und Gedenken macht den Verlust nicht rückgängig, ist aber nötig, um das Verlorene angesichts und in stetiger Kenntnis des Geschehens wieder zu gewinnen und zu bewahren.

Letztlich vergewissern wir uns im Gedenken nämlich auch unserer selbst: Wer sind wir und wer wollen wir sein angesichts und gegenüber diesem Geschehen?

Im Denken an die Opfer der damaligen Gewalt, aber auch des sie begleitenden Schweigens und Duldens, im Denken an den Verlust durch die Gesellschaft, die es nicht verhindern konnte, es als Ganze aber auch nicht wollte, im Denken an den Verlust, den eben dies auch für uns als Gesellschaft bedeutete und noch bedeutet, bekennen wir uns zur historischen Verantwortung, uns selbst gegenüber, einander und vor allen anderen. Nicht nur den Opfern und einander, die wir hier stehen, auch allen anderen gegenüber sagt dieses Gedenken etwas.

Damit bin ich beim dritten Punkt: Was folgt aus solchem Gedenken?

So sehr es stimmt, was Hans Reichmann schrieb, dass das Geschehen über viele der einzelnen Opfer in „unfassbarer“, weil für sie außerhalb des Erwartbaren liegender Weise hereinbrach, so sehr gilt auch, dass es dem erinnernden Rückblick keineswegs als unvorbereitet erscheint. Wir wissen, wie die Jahre zuvor, nicht nur seit 1933, als Schritte zu dieser Barbarei interpretiert werden können. Wir wissen aber auch, dass es keineswegs zwangsläufig war, unvermeidlich.

Und so muss auch gelten, dass ein Gedenken, das zunächst und zuvörderst Trauer ist und den Opfern gilt, leer bleibt, wenn es nicht den Blick auch auf das Heute richtet. Gerade weil wir es für sinnvoll und nötig befinden, dieses Gedenken immer wieder, deutlich und öffentlich zu bekunden, müssen wir auch fragen, inwiefern es aktuell Entwicklungen gibt, die frühzeitig zu erkennen und zu benennen sind und denen entgegengetreten werden muss, damit nicht wieder Menschen unschuldig zu Opfern von Taten werden, derer man in fernerer Zukunft in gleicher Weise sollte gedenken müsste.

Ja, es gibt sie: Heute sind es nicht langjährige Angehörige der Gesellschaft, die in derart „unfassbarer“ Weise, wie eingangs zitiert, „aus der Sicherheit bürgerlichen Lebens verjagt“ werden „– ohne Arbeit, ohne Heim, ohne Heimat“, und die so zu „Luftmenschen“ gemacht wurden, sondern Menschen, die zu uns kommen, weil sie anderes, aber vergleichbar Einschneidendes erlebt haben – Menschen, denen hier bei uns neben großer Hilfsbereitschaft auch immer wieder Ausgrenzung und Ablehnung entgegenschlägt – bis hin dazu, dass wieder Gebäude brennen und Männer, Frauen und Kinder angegriffen werden. Das darf nicht sein.

Gewiss: Eigentlich muss man nicht gedenken und erinnern, und historisch denken, um zu wissen, dass derartiges unverzeihlich und unmenschlich ist. Aber weil die Geschichte zeigt, dass solche Moral und Ethik brüchig ist, kann Gedenken und Erinnern nicht stumm bleiben gegenüber dem Gegenwärtigen.

Seien wir daher als eine vielfältige Gesellschaft und als Universität einer solchen vielfältigen bereit, nicht nur sein zu lassen, was zu solchem Geiste führt, sondern auch uns zu beteiligen an der Gestaltung unserer Gesellschaft in einer Weise, die es verhindern möge, dass in einigen Jahrzehnten wieder um Menschen und um verlorene, aufgegebene, nicht bewahrte Menschlichkeit getrauert und erinnert werden muss.

Wissenschaft und akademische Bildung als solche sind, das zeigt die Erfahrung, nicht gefeit vor fremdenfeindlichen Denkweisen und auch ein wissenschaftliches Studium der Geschichtswissenschaft allein hält – wie zwei aktuelle Fälle zeigen – nicht einmal Lehrer davon ab, pauschalierende, fremdenfeindliche und Menschen wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer Religion, Kultur zu diffamieren – von einer Haltung und Praxis also, die das heute erinnernd zu Beklagende mit ermöglicht hat. Wissenschaft und historische Bildung kann helfen, muss sich aber ihrer humanen Grundlagen versichern.

Indem wir uns heute in Trauer und rückblickendem Entsetzen vor diesen Menschen verneigen und ihre ihnen damals verneinte Zugehörigkeit zu unserer Gemeinschaft wieder anerkennen, bekennen wir uns auch zu einem Geist, einer Haltung, gleiches nicht wieder zuzulassen.

Beitrag zur Erinnerungsdidaktik

Körber, Andreas (2014): “Erinnerung als Gegenstand und Thema historisch-politischen Lernens.”, In: PAD aktuell, 2, S. 10–12.

Mein Beitrag zur Konferenz »Remembering the Past and Building the Future together« des Pädagogischen Austauschdienstes (PAD) der KMK am 27. Mai 2014 ist inzwischen erschienen:

Körber, Andreas (2014): “Erinnerung als Gegenstand und Thema historisch-politischen Lernens.”, In: PAD aktuell, 2, S. 10–12.

Vortrag zu interkulturellem Lernen an Gedenkstätten

Körber, Andreas (27. 5. 2014): “TeacMem – Developing Competence-Oriented Teaching on Historical Memories.” Vortrag auf der Fachtagung »Gemeinsam erinnern, gemeinsam Zukunft gestalten« des Pädagogischen Austauschdienstes (PAD) der Kultusministerkonferenz am 26./27. Mai 2014 in Bonn.

Körber, Andreas (27. 5. 2014): “TeacMem – Developing Competence-Oriented Teaching on Historical Memories.” Vortrag auf der Fachtagung »Gemeinsam erinnern, gemeinsam Zukunft gestalten« des Pädagogischen Austauschdienstes (PAD) der Kultusministerkonferenz am 26./27. Mai 2014 in Bonn.

"Master Narrative" = "Meistererzählung"?

Körber, Andreas (23.2.2014): „‚Master Narrative‘ = ‚Meistererzählung‘?“

A propos einer Anfrage eines Kollegen von heute juckt es mich, doch einmal einen Sachverhalt anzusprechen, den ich unbefriedigend finde –wiewohl ich nicht hoffe, ihn ändern zu können:

Die Anfrage lautete, ob der englische Begriff des „Master Narrative“ im Deutschen mit „Meistererzählung“ korrekt übersetzt sei.

Die Antwort lautet: „ja, leider“ (vgl. etwa den Eintrag im „Kulturglossar“). Es handelt sich um die eingeführte Übersetzung, spätestens (ich habe das jetzt nicht tiefer nachgeprüft) seit dem Sammelband von Jarausch und Sabrow (2002): Auch sie verwenden den Begriff eher, als dass sie ihn in seiner sprachlichen Verfasstheit reflektieren. Jost Dülffer hat 2005 in einem Beitrag in „Aus Politik und Zeitgeschichte“ diese Übersetzung ausdrücklich für gut befunden: „‚Meistererzählungen‘ wird das im Anschluss an die englischen ‚master narratives‘ sinnvollerweise genannt, denn diese wirken, und sie prägen die Sicht.“ (ebda, Anm. 6).

Ich kann dieses „sinnvollerweise“ nicht wirklich nachvollziehen, weil es Missverständnisse begünstigt: Das master narrative ist in meinem Verständnis eher dem „Mutterband“ im Kopierwerk einer Audioproduktion vergleichbar, von dem die Kopien gezogen werden — es prägt die Sicht — und in analoger Technik unterscheiden sich die Kopien immer etwas. Im Englischen heißen diese „Mutterbänder“ m.W. auch „master“.

Der deutsche Begriff der „Meistererzählung“ konnotiert demgegenüber die bei den master narratives keineswegs nötige Meisterschaft. Ich hatte als Jugendlicher in einem Bücherregal ein von meinem Onkel geerbten Band mit Erzählungen Anton Tschechovs, der mit „Meistererzählungen“ betitelt war — und damit eben auf die Meisterhaftigkeit der Erzählkunst abhob. Die master narratives werden zwar oft als wirksam (s. Dülffer) und oft auch als mit Autorität ausgestattet angesehen, ihnen „Meisterhaftigkeit“ zuzuschreiben, hilft aber der für ihre Reflexion nötigen Distanz nicht gerade.

Vgl. dazu auch Krijn Thijs (2008), dem zufolge die deutsche Forschung der Begriffsverwirrung — er sei „zur Zeit des Begriffstransfers bereits als individuelle Glanzleistung literarischer Virtuosen“ besetzt gewesen — „nie ganz entkommen“ sei. Erst deswegen haben man die Zusätze „historisch“, „national“ usw. finden müssen (S. 20 m. Anm. 31).

Literatur:

 

gerade erschienen: Körber, Andreas "De-Constructing Memory Culture."

Körber, Andreas „De-Constructing Memory Culture.“ In: Bjerg, Helle; Körber, Andreas; Lenz, Claudia; von Wrochem, Oliver (2014; Eds.): Teaching Historical Memories in an Intercultural Perspective. Concepts and Methods. Experiences and Results from the TeacMem Project. Berlin: Metropol (Neuengammer Kolloquien; 4); ISBN: 9783863311148, S. 145-150.

Ein Kriterienkatalog zur Analyse von Ausdrucksformen historischer Erinnerungen.

Körber, Andreas „De-Constructing Memory Culture.“ In: Bjerg, Helle; Körber, Andreas; Lenz, Claudia; von Wrochem, Oliver (2014; Eds.): Teaching Historical Memories in an Intercultural Perspective. Concepts and Methods. Experiences and Results from the TeacMem Project. Berlin: Metropol (Neuengammer Kolloquien; 4); ISBN: 9783863311148, S. 145-150.

Körber, Andreas: "Historical Thinking and Historical Competencies as Didactic Core Concepts"

Körber, Andreas: „Historical Thinking and Historical Competencies as Didactic Core Concepts“. In: Bjerg, Helle; Körber, Andreas; Lenz, Claudia; von Wrochem, Oliver (2014; Eds.): Teaching Historical Memories in an Intercultural Perspective. Concepts and Methods. Experiences and Results from the TeacMem Project. Berlin: Metropol (Neuengammer Kolloquien; 4); ISBN: 9783863311148, S. 69-96.

gerade erschienen:

Körber, Andreas: „Historical Thinking and Historical Competencies as Didactic Core Concepts“. In: Bjerg, Helle; Körber, Andreas; Lenz, Claudia; von Wrochem, Oliver (2014; Eds.): Teaching Historical Memories in an Intercultural Perspective. Concepts and Methods. Experiences and Results from the TeacMem Project. Berlin: Metropol (Neuengammer Kolloquien; 4); ISBN: 9783863311148, S. 69-96.

Neuerscheinung: Bjerg/Körber/Lenz/v. Wrochem (Eds.; 2014): Teaching Historical Memories

Bjerg, Helle; Körber, Andreas; Lenz, Claudia; von Wrochem, Oliver (2014; Eds.): Teaching Historical Memories in an Intercultural Perspective. Concepts and Methods. Experiences and Results from the TeacMem Project. Berlin: Metropol (Neuengammer Kolloquien; 4); ISBN: 9783863311148.

Bjerg, Helle; Körber, Andreas; Lenz, Claudia; von Wrochem, Oliver (2014; Eds.): Teaching Historical Memories in an Intercultural Perspective. Concepts and Methods. Experiences and Results from the TeacMem Project. Berlin: Metropol (Neuengammer Kolloquien; 4); ISBN: 9783863311148. Darin:

  • Körber, Andreas: „Historical Thinking and Historical Competencies as Didactic Core Concepts“; pp. 69-96.
  • Körber, Andreas „De-Constructing Memory Culture.“ pp. 145-150.

 

 

 

In dieser Woche ist eine Publikation erschienen, an welcher Mitglieder des Arbeitsbereichs beteiligt waren:

Bjerg, Helle/Körber, Andreas/Lenz, Claudia et al. (Hg.) (2014): Teaching Historical Memories in an Intercultural Perspective. Concepts and Methods (= Neuengammer Kolloquien, Band 4), Berlin.

Bjerg/Körber/Lenz/von Wrochem (Eds.; 2014)

Vgl. auch: Blog-Eintrag im Blog des Projects TeacMem

Historisch Denken Lernen an den neuen Debatten um die Schuld am Ersten Weltkrieg — aber wie?

Körber, Andreas (5.1.2014): „Historisch Denken Lernen an den neuen Debatten um die Schuld am Ersten Weltkrieg — aber wie?“

Es war ja zu erwarten, dass im Vorfeld des hundertjährigen Gedenkens des Beginns des Ersten Weltkrieges die Debatten um die Ursachen und insbesondere um die „Schuld“ an diesem Krieg eine erneute Konjunktur erleben würden. Nicht nur die große neue Untersuchung von Christopher Clark, welche die insbesondere von Fritz Fischer vertretene These vom deutschen Kriegswillen und insbesondere von der vornehmlich deutschen Verantwortung erneut in Frage stellt, hat dazu deutlich beigetragen.

Was aber ist daraus zu lernen? Geht es darum, die — wenn man den Kommentatoren folgt — vornehmlich in liberalen und „linken“ Kreisen populäre These der deutschen „Alleinschuld“ in den Köpfen der Menschen auszutauschen gegen die neue, Clark’sche Variante einer mehrseitig verteilten Verursachung? Das wäre historisches Lernen im Sinne einer recht kruden Konzeption von „Abbilddidaktik“, der zufolge die jeweils aktuellen Erkenntnisse der Historiker als beste Annäherungen an die „historische Wahrheit“ zu „vermitteln“, nein, zu „übermitteln“ seien. Und es wäre doch allzu wenig — nicht nur, weil es letztlich an der rezeptiven Abhängigkeit der so Belehrten von den Forschungen der Fachleute (und den publizistischen Machtverhältnissen unter ihnen) nicht ändert, sondern auch, weil damit der letztlich unproduktiven Vorstellung einer historischen „Wahrheit“ Vorschub geleistet würde, die in Form einer Annäherung an die vergangene Wirklichkeit herkommt, und nicht der weitaus anschluss- und orientierungsfähigeren Konzeption, derzufolge es um die Qualität als relationaler Konzepte zwischen Gegenwart und Vergangenheit gedachter historischer Aussagen geht, die sich in ihrer Zustimmungsfähigkeit („Triftigkeit“ oder „Plausibilität“ in drei oder vier Dimensionen; vgl. Rüsen 1994; Rüsen 2013) bemisst. Anders gesagt: Wer über und an historische(n) Deutungen lernen will, muss die jeweils spezifischen Orientierungsbedürfnisse, die Normvorstellungen, die Implikationen der einzelnen Interpretationen usw. mitdenken.

In diesem Zusammenhang sind — wie so oft — publizistische Interventionen von Historikern und anderen öffentlichen „Vermittlern“ mitsamt den öffentlichen Reaktionen interessant, wie sie etwa in den Debatten unter Online-Zeitungsartikeln zuhauf zu finden sind. Weit davon entfernt zu glauben, dass diese „die öffentliche(n) Meinung(en)“ bzw. deren Verteilung reliabel abbildeten oder auch nur die wahre Meinung der jeweiligen (oftmals anonymen) Autoren, halte ich diese Debatten doch für sehr geeignet, historisches Denken zu lernen, weil sie zum Teil prototypisch überhöht und zugespitzt Deutungen und Schlussfolgerungen, Sachverhaltsaussgaen, Sach- und Werturteile präsentieren, die als „sagbar“ gelten. Es geht also in gewisser Form um Diskursanalysen in rudimentärer Form, um aus ihnen mögliche und unmögliche, zustimmungsfähige und problematische Formen historischer Sinnbildung samt ihrer Geltungsansprüche und entsprechender Appelle an die Leser erschließbar zu machen, ohne dass am Ende eine gemeinsame Sicht, eine von allen geteilte Bewertung stehen muss — hoffentlich aber doch einiges an besserem Verständnis über die Be-Deutung(en) der jeweiligen Geschichten.

Die Formen, welche die Debatte gegenwärtig anzunehmen beginnt, sind da schon sehr aufschlussreich.

In der WELT fordern heute vier namhafte deutsche Historiker(innen), nämlich Dominik Geppert, Sönke Neitzel, Cora Stephan und Thomas Weber, die Ablösung der These von der Deutschen Alleinschuld („Warum Deutschland nicht allein Schuld ist„) — und zwar durchaus mit (bedenkenswerten) Argumenten, die nicht nur auf die Vergangenheit zielen, sondern gerade auch auf die möglichen Wirkungen im gegenwärtigen politischen Feld der europäischen Politik. In unserem Zusammenhang interessant ist dabei die oben beraits angedeutete Bewertung der These von deutscher Schuld als „linker Mythos“. Die sich anschließende Diskussion („Kommentare“) erweist sich aber als noch interessanter. Wo die Historiker(innen) die Eignung des Ersten Weltkriegs und der Schuldfrage zur Bekämpfung von Nationalismus bezweifeln, nehmen viele Kommentatoren diese Ablehnung der Fischer-These zum Anlass, um in durchaus rein nationalem Denken wiederum die Schuld entweder direkt bei den damaligen Feinden der Deutschen zu verorten oder diese von jeglicher Schuld freizusprechen. Wie dort die Kategorien durcheinander gehen, etwa „Ursache“, „Anlass“, aber auch „Schuld“ und „Verantwortung“, macht deutlich, dass der Optimismus der Historiker, mit der korrekten historischen Deutung solcherlei Nationalismen zu erschweren, reichlich unbegründet erscheint.

Noch interessanter wird es aber, wenn man gleichzeitig einen Artikel des englischen Bildungsministers Michael Gove in der englischen Daily Mail heranzieht — und den dazugehörigen Kommentar im Guardian von seinem „Schatten“-Kollegen Tristram Hunt). In ersterem („Michael Gove blasts ‚Blackadder myths‘ about the First World War spread by television sit-coms and left-wing academics„) kritisiert Grove unter anderen „linke“ Geschichtsmythen, und zwar mit Hilfe einer — so Hunt — „bereinigten“ Version der Thesen von Max Hastings, denen zufolge der Krieg ein „notwendiger Akt des Widerstandes gegen ein militaristisches, kriegstreiberisches und imperialistisches Deutschland“ (wörtlich: „a necessary act of resistance against a militaristic Germany bent on warmongering and imperial aggression“) gewesen sei — mit einer Neuauflage von Fritz Fischers These der deutschen Kriegsschuld also. „In an article for the Daily Mail, Mr Gove says he has little time for the view of the Department for Culture and the Foreign Office that the commemorations should not lay fault at Germany’s door“ -schreibt Mail Online. Ganz ähnlich und in der politischen Ausrichtung noch deutlicher auch Boris Johnson: „Germany started the Great War, but the Left can’t bear to say so“ im „Telegraph“.

Beiderseits der Nordsee also eine Ablehnung „linker“ Thesen — nur, dass einmal Thesen Fischers als solche gelten und sie einmal gegen solche in Anschlag gebracht werden. Grund genug also, gerade auch in diesem Falle nicht allein nach der „Wahrheit“ zu fragen, sondern die Narrationen konkret zu prüfen — zu de-konstruieren, um in der Terminologie von FUER zu bleiben.

Natürlich sind die Kommentare auch in der Daily Mail und im Guardian ebenfalls interessant und einzubeziehen und natürlich wird noch vieles geschehen in der Debatte. Erst mit ihnen, mit Narration, Interpretation sowie Wertung und den jeweiligen vielfältigen Gegenpositionen aber wird ein Material daraus, welches es für historisches Lernen im kompetenzorientierten Sinne geeignet macht.

Eine kleine Anmerkung meinerseits sei aber noch gestattet:
Die Abwehr der Fischer-These als „links“ und zu gefährlich idealistisch und die Befürwortung einer realistischeren Sicht auf die Ursachen des Ersten Weltkriegs auch als Basis für eine realistischere Politik in Europa mag ja richtig sein. Aber es darf nicht verkannt werden, dass gerade auch die Fischer-Kontroverse in einem historischen Zusammenhang steht — wie auch die deutsche Erinnerungspolitik zuvor. Dass die Fischer-These nicht zur Abwehr von Nationalismus tauge, ist also nur begrenzt richtig. In den 60er Jahren und angesichts der Fortsetzung der Entschuldigungspolitik der Zwischenkriegszeit (man Denke an „Die große Politik der europäischen Kabinette“) hatte die Herausarbeitung wenn nicht der „Alleinschuld“, so aber doch des deutlichen Kriegswillens durchaus ihre Berechtigung und Funktion — die Kommentare zum WELT-Artikel belegen das indirekt noch heute.

Und noch ein paar Anmerkungen — als Nachtrag:

  • Die Interventionen beider hier in aller Kürze vorgestellter Seiten gehen gegen „linke“ Geschichtsbilder und führen gegen sei das Interesse an Wahrheit und Ehrlichkeit an. Das klingt zunächst einmal gut. Aber die Opposition von „Wahrheit“ und „Ehrlichkeit“ gegen „politische“ Geschichtsbilder ist in sich selbst falsch — und zwar zunächst (!) unabhängig davon, welcher politischen Richtung die kritisierten Geschichtsbilder entstammen. Es würde schon enorm weiterhelfen, anerzuerkennen, dass jede Position, welche für sich politische Neutralität, unpolitische „Ehrlichkeit“ und „Wahrheit“ beansprucht, ihrerseits eminent politisch ist — und zwar nicht nur, weil die sie behauptenden Autoren jeweils selbst (hoffentlich) politische Menschen mit Überzeugungen, Positionen und Vorstellungen für gegenwart und Zukunft sind und ihre Vorstellungen von der Vergangenheit von ihnen mit geprägt werden, sondern auch weil die Vorstellung einer vorpolitischen Raums der Wahrheit und der verzerrenden Natur politischer Perspektiven irrig ist. Es wäre noch mehr gewonnen, wenn die Einsicht, welche für die Politikdidaktik in den 1960er Jahren Hermann Giesecke formuliert hat, dass die Natur der Demokratie die Uneinigkeit und die Auseinandersetzung ist und dass Kontroversen keineswegs ein zu vermeidendes Übel, sondern die Form sind, in welcher notwendigerweise unterschiedliche Interessen an, Blicke auf und verarbeitungsweisen von sozialer und politischer Realität sichtbar und ausgehandelt werden, wenn diese Einsicht nun endlich auch auf das Feld der Geschichte übertragen würde. Die Geschichtstheorie stellt das nötige Instrumentarium seit Langem bereit: Geschichte ist immer standortgebunden und somit perspektivisch, sie ist immer partiell und selektiv und sie ist immer gegenwärtig. Sie ist nämlich von der Vergangenheit zu unterscheiden. Während diese einmalig war und nur in einer Form existiert hat ist sie überkomplex und als solche nicht zu erkennen. Geschichte als die immer gegenwärtige, an einen (zeitlichen, sozialen, politischen, kulturellen, …) Standort gebundene und von diesem Standpunkt und seinen Prägungen aus geformte Erzählung über (!) Vergangenheit ist vielfältig und das zu recht. Damit ist einem Relativismus das Wort geredet, demzufolge jede Aussage über diese Vergangenheit, jede Geschichte gleich gut wäre, wohl aber der Einsicht, dass es nicht nur eine „richtige“ Sicht gibt, sondern dass aufgrund ihres relationalen, Vergangenheit(en) udn gegenwarte(en) miteinander verbindenden Charakters mehrere „gültig“ sein können. Und es folgt ebenso daraus, dass es noch mehr unwahre Geschichten gibt: nämlich solche, deren Relationen anerkannten Standards widersprechen.Das Resultat ist, dass in allen Gesellschaften, aber mehr noch in liberalen, pluralen und heterogenen eine ständige Auseinandersetzung über und um Geschichte Herrschen muss, bei dessen sinnvoller Ausgestaltung nicht die Überwältigung der jeweils anderen zu Anerkennung der eigenen Darstellung, Deutung und Schlussfolgerung das Ziel sein muss, sondern die Herstellung einer neuen Ebene von historischer Kulturalität, bei der die jeweiligen Geschichten so miteinander kompatibel (nicht aber identisch) gemacht werden, dass man miteinander reden, denken, Gegenwart gestalten und zukunft (aktiv) erwarten kann. Das wäre übrigens auch „Einheit in Vielfalt“ und stünde etwa einem „Europäischen Geschichtsbewusstsein“ gut an. Es wäre aber noch mehr — es bedeutete, das historische Denken selbst zu demokratisieren.
    Garaus folgt zum einen, dass „Geschichtspolitik“ nichts negatives ist — sofern der Begriff nicht ein die Geschichte zum vordergründigen Zweck missbrauchendes Handeln bezeichnet, sondern das Politikfeld, in dem solche sowie demokratische Formen des Ringens um historische Orientierung stattfinden. Eine Entgegensetzung von „Politik“ und „Geschichte“ ist unfruchtbar. Besser wäre es, anzuerkennen, dass demokratische Gesellschaften sich auch über die Geltungsansprüche öffentlicher Geschichtsaussagen, über ihre Verbindlichkeit (Geschichtspolitik) wie über die aus ihnen zu ziehenden Schlussfolgerungen im politischen Handeln („Vergangenheitspolitik“ in einem Sinne, der nicht nur auf die Verarbeitung von Diktaturerfahrungen beschränkt bleiben darf) immer neu auseinandersetzen müssen.Daraus folgte aber auch, dass die Klassifikation eines Geschichtsbildes als „links“ oder „rechts“ noch kein Argument sein dürfte, es zu disqualifizieren. Politische Geschichtsbilder sind normal und sie müssen als solche ernst genommen werden. Man muss sich mit ihnen auseinandersetzen, und sie in ihrer narrativen Erklärungs- und Orientierungskraft diskutieren — das meint die jüngst von Bodo von Borries eingeforderte „Narrationsprüfung“ oder „De-Konstruktion“. Dass einige linke wie auch einige „rechte“ Geschichtsbilder diese Prüfung kaum überstehen werden, dürfte klar sein — wobei ich selbst noch immer denke, dass viele explizit „rechte“ Geschichtsbilder aufgrund in sie eingehender Normen und Vorstellungen problematischer sind als viele „linke“, wobei aber natürlich auch hier vieles problematisch ist.
    Es wäre also viel gewonnen, den Verweis auf „links“ (und „rechts“) nicht als Argument anzuführen, sondern vielmehr die Geschichtsdarstellungen aller Provenienz einer prüfung zu unterziehen, die wesentlich, aber nicht nur auf den Quellen, beruht, sondern auch die eingehenden Normen, Menschenbilder, Gesellschaftstheorien, aber auch die Erklärungsmuster undsomit die Implikationen für das heutige Zusammenleben in den Blick nimmt. Nichts anderes meinte übrigens Jörn Rüsen mit seinen schon zitierten drei „Triftigkeiten“ bzw. neuerdings „vier Plausibilitäten“
  • Es ist aber noch etwas anderes anzumerken: Eine Schlussfolgerung hieraus lautet, dass die Mitglieder mindestens der modernen, pluralen und heterogenen Gesellschaften im Geschichtsunterricht und der politischen Bildung in die Lage versetzt werden müssen, eigenständig und verantwortlich an dieser gesellschaftlichen Auseinandersetzung um Geschichte teilzunehmen. Das meint „Kompetenzorientierung“. Sie dürfen nicht in einer Lage belassen oder gerade erst in sie versetzt werden, dass sie nur rezeptiv aufnehmen, was „die Fachleute“ ihnen erzählen, und mit dem Verweis auf ihren Fachleute-Status legitimieren. Andererseits: die Vorstellung, dass jede(r) befähigt werden soll, sich seine eigene „Meinung“ (oder besser: „Auffassung“) zu bilden, kann auch übertrieben oder diesbezüglich missverstanden werden. Es geht zwar schon darum, dass „Everyman his own historian“ sein können muss — aber die Vorstellung einer Abschaffung der historsichen Zunft der Fachleute zugunsten einer völligen „Demokratisierung“ der historischen Forschung wäre nicht nur überzogen idealistisch — sie wäre auch töricht. Es ist zwar das Ziel des kompetenzorientierten Geschichtsunterrichts, dass prinzipiell jedes Mitglied der modernen Gesellschaft über die grundlegenden Fähigkeiten des historischen Denkens selbst verfügt, also — etwa nach Jeismann — selbst Sachverhaltsfeststellungen (um den Begriff einmal abzuwandeln) treffen, Sach- und Werturteile historischer Art fällen kann — aber es kann und soll nicht gemeint sein, dass jeder in jedem Falle zum Experten werden soll und muss. Aber dann gehört es zur historischen Bildung und Kompetenz, Aussagen von Historikern wie von Akteuren der öffentlichen historischen Debatten nicht nur verstehen und sich zwischen ihnen entscheiden zu können, sondern sie in dem Sinne kritisch zu rezipieren, dass sie kritisch befragt („hinterfragt“ heißt das modern) und bedacht werden können — und zwar nicht nur auf ihre Quellen hin („Prüfung der empirischen Triftigkeit“), sondern auch auf die Prämissen, Normen, Modelle — und auf die Implikationen für die Gesellschaft und jeden einzelnen in Gegenwart und Zukunft. Das aber umfasst auch, den Status solcher Aussagen als Teile einer (nicht zwingend partei-, aber doch) politischen Auseinandersetzung um zeitliche Orientierung zu erkennen und zu akzeptieren. Einzelne Positionen als „ehrlich“, weil unpolitisch und andere als falsch WEIL politisch zu klassifizieren, hilft dabei nicht.
  • Historisches Lernen gerade auch im Geschichtsunterricht sollte somit nicht gedacht werden als die Bevorratung der Lernenden mit einer bestimmten Orientierung, sondern vornehmlich um die Befähigung der Lernenden zur Selbstorientierung und zur Teilhabe an der gesellschaftlichen Orientierung.

Ergänzungen 7.1.2014/23.1.2014:

Ein interessanter Blogeintrag zu "Mißbrauch und Gebrauch der Geschichte"

Im archäologischen Blog Archäologik findet sich heute eine interessante Reflexion zum „Missbrauch und Gebrauch der Geschichte“ von Rainer Schreg aufbauend auf einem aktuellen Heft von Aus Politik und Zeitgeschichte zum Thema „Geschichte als Instrument“, in dem unter anderem auch Bodo von Borries — Mitglied unseres Arbeitsbereichs einen Artikel verfasst hat mit dem Titel „Zurück zu den Quellen? Plädoyer für die Narrationsprüfung„, der von Schreg sehr gelobt wird.
Aus diesem Anlass möchte ich noch kurz auf einen eigenen Beitrag zu diesem Thema hinweisen:
Körber, Andreas (2012): „‚Uses‘ and ‚ab-uses‘ of history. Possible consequences for history teaching at schools“. In: pedocs: .