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Ein schnel­ler Gedan­ke zu digi­ta­ler Geschichtkultur.

Jör­an Muuß-Mer­holz hat ein­mal [vor­nehm­lich in Bezug auf das Bil­dungs­we­sen] die The­se ver­tre­ten, die Digi­ta­li­tät sei wesent­lich ein “gro­ßer Ver­stär­ker” 1, der nicht so sehr neue Facet­ten von Medi­en­kul­tu­ren her­vor­brin­ge, als viel­mehr ihre Aus­ma­ße und Wir­kungs­wei­sen maximiere.
Kann es sein, dass dies auch und gera­de für eine wesent­li­che Facet­te von his­to­ri­schem Den­ken und Geschichts­schrei­bung in der Kul­tur der Digi­ta­li­tät zutrifft, näm­lich auf die Art und Wei­se, wie die theo­re­tisch gut eta­blier­te Unhin­ter­geh­bar­keit von Per­spek­ti­vi­tät sich im His­to­ri­schen Den­ken und in sei­nen Pro­duk­ten (his­to­ri­schen Aus­sa­gen, Nar­ra­ti­ven) mani­fes­tiert — und wie gut erkenn­bar sie ist?
Ich habe die Ver­mu­tung, dass wenigs­tens eini­ge der gegen­wär­ti­gen “digi­ta­len Medi­en” dies in durch­aus unter­schied­li­cher Wei­se tun, wobei ich unter (his­to­ri­schen bzw. geschichts­kul­tu­rel­len) “Per­spek­ti­ven” hier die auf zeit­li­che, gesell­schaft­li­che, poli­ti­sche, kul­tu­rel­le Posi­tio­nie­run­gen sowie auf (davon nicht unab­hän­gi­ge, aber nicht von die­sen und ihren Kom­bi­na­tio­nen abschlie­ßend deter­mi­nier­ten) indi­vi­du­el­len Inter­es­sen, Vor­lie­ben etc. beru­hen­den Kom­ple­xe aus (zeit­li­chen) Ori­en­tie­rungs­be­dürf­nis­sen, Inter­es­sen und Fra­gen an Geschich­te, Kom­ple­xe aus Deu­tungs- und Erklä­rungs­mus­tern und die aus ihren resul­tie­ren­den Blick­rich­tun­gen auf Ver­gan­ge­nes zum Zwe­cke gegen­wär­ti­ger Ori­en­tie­rung ver­ste­he. Sol­chen Per­spek­ti­ven lie­gen also — und das ist hier bedeut­sam — “rea­le” bzw. “tat­säch­li­che” Unter­schie­de in Erleb­nis­sen, Erfah­run­gen, Über­zeu­gun­gen, Inter­es­sen, Bedürf­nis­sen etc. zugrun­de. Per­spek­ti­ven in die­sem geschichts­di­dak­tisch bedeut­sa­men Sin­ne haben immer einen Bezug zu nicht nur nur theo­re­ti­schen, son­dern lebens­welt­li­chen Orientierungsbedürfnissen.

  1. Die soge­nann­ten “Sozia­len Medi­en” (etwa Face­book, Twit­ter, Insta­gram, Tik­Tok) erleich­tern und ver­stär­ken etwas, was es auch schon in der Schrift- und auch in oral kom­mu­ni­zie­ren­den Medi­en gab und gibt (die­se Medi­en­re­gimes lösen ein­an­der ja nicht ab, son­dern über­la­gern und ergän­zen ein­an­der),2 was dort aber durch die Kom­bi­na­ti­on der tech­nisch-media­len Mög­lich­kei­ten und ihrer gesell­schaft­li­chen, insti­tu­tio­nel­len und wirt­schaft­li­chen Insti­tu­tio­na­li­sie­rung deut­lich ein­ge­schränkt war, näm­lich die Betei­li­gung prin­zi­pi­ell (nicht aber real) aller an der Geschichts­komu­ni­ka­ti­on einer Gesell­schaft auch als Autor*innen, als Konstrukteur*innen his­to­ri­schen Sinns und his­to­ri­scher Aus­sa­gen mit über ihre jeweils eige­ne indi­vi­du­el­le Per­spek­ti­ve und Ori­en­tie­rungs­be­düf­nis­se hin­aus­rei­chen­dem Geltungsanspruch.
    Die Mög­lich­keit zur auch re-kon­struk­ti­ven und “spre­chen­den” Teil­ha­be an der Geschichts­kom­mu­ni­ka­ti­on der Gesell­schaft ist auch in der “digi­ta­len (Geschichts-)Kultur” kei­nes­wegs demo­kra­tisch, d.h. grund­le­gend ega­li­tär orga­ni­siert, aber die Basis der­je­ni­gen, die mit eige­nen Re-Kon­struk­tio­nen von Ver­gan­ge­nem, mit eige­nen nar­ra­tiv struk­tu­rier­ten Aus­sa­gen über ihren enge­ren Kreis von Bekann­ten, ihre peer-groups hin­aus “Gehör fin­den” kön­nen, erscheint deut­lich aus­ge­dehnt. Das bedeu­tet aber eben­so­we­nig, dass die Befä­hi­gung all die­ser Akteur*innen in der digi­ta­len Geschichts­kul­tur sich qua­si auto­ma­tisch hin­rei­chend mit ent­wi­ckelt — wes­halb Geschichts­un­ter­richt gera­de auch in staat­li­cher Man­da­tie­rung wei­ter­hin und sogar ver­stärkt Bedeu­tung hat — wenn auch mit wesent­li­cher Ver­schie­bung der Zwe­cke, Lehr- und Lern­zie­le (sie­he unten).Strukturell bedeu­tet es aber auch, dass in der digi­ta­len und auch nur ansatz­wei­se hin­sicht­lich der Autor*innen-Basis erwei­ter­ten Geschichts­kul­tur grund­le­gend mehr und ande­re Per­spek­ti­ven prä­sent sind und in die gesell­schaft­lich vor­find­li­chen nar­ra­ti­ven Aus­sa­gen Ein­gang fin­den, ohne dass dies grund­sätz­lich immer trans­pa­rent ist.
    Sozia­le Medi­en schei­nen — so mei­ne Hypo­the­se — somit Verstärker*innen der Viel­falt und Prä­senz unter­schied­li­cher Per­spek­vi­ten und mit ihnen ver­bun­de­ner Geschichts­in­ter­es­sen, ‑deu­tun­gen, ‑wer­tun­gen etc., die für eine ver­ant­wort­ba­re Teil­ha­be an die­ser “diver­si­fi­zier­ten”, gestei­gert plu­ra­len (nicht aber ega­li­tä­ren) Geschichts­kul­tur erkannt und reflek­tiert wer­den müssen.
    “Gestei­gert” divers bzw. plu­ral sind die in der­art auch (nicht allein) durch sozia­le Medi­en kom­mu­ni­zie­ren­den Geschicht­kul­tu­ren vor­han­de­nen Per­spek­ti­ven dabei im Ver­gleich zu den in den domi­nant schrift­li­chen bzw. durch mul­ti­me­dia­le Mas­sen­me­di­en gekenn­zeich­ne­ten Kul­tu­ren vor­nehm­lich inso­fern, als dort abseits des “kom­mu­ni­ka­ti­ven Gedächt­nis­ses” im sozia­len Nah­raum der Bürger*innen die wesent­li­chen Facet­ten des sozia­len und kul­tu­rel­len Gedächt­nis­ses und der Geschich­te vor­nehm­lich dar­in bestan­den, dass von über­wie­gend weni­gen, spe­zia­li­sier­ten Exper­ten (Historiker*innen, Journalist*innen, Publizist*innen, Lexi­kon­re­dak­tio­nen, auch Zeitzeug*innen etc.); also im wei­te­ren Sin­ne pro­fes­sio­na­li­sier­ten “Redak­tio­nen” ver­fass­te, inte­grie­ren­de Geschichts­er­zäh­lun­gen undi­rek­tio­nal über die­se Mas­sen­me­di­en “dis­se­mi­niert” wur­den und die gro­ße Mehr­zahl der Mit­glie­der die­ser Gesell­schaft (wie­der­um außer­halb des kom­mu­ni­ka­ti­ven Nah­raums) weit­ge­hend als Rezipient*innen, nicht als Autor*innen oder Sprecher*innen fungierten.
    Das wur­de und wird durch die schon seit lan­gem eta­blier­ten “Rück­ka­nä­le” die­ser Medi­en (etwa in Form von Leser*innen-Briefen, Anruf-Sen­dun­gen …) zwar ansatz­wei­se rela­ti­viert, aber doch nur ansatz­wei­se. 3
    In die­sen Schrift‑, Audio‑, Video- und sie kom­bi­nie­ren­den Mul­ti­me­dia­len Kul­tu­ren herrsch­te so — das wäre mei­ne The­se — eine stark ein­ge­schränk­te Viel­falt von Per­spek­ti­ven in der Geschichts­kom­mu­ni­ka­ti­on vor, die zudem davon geprägt war, dass — etwa in wesent­li­chen Tei­len die­ser Kul­tur, näm­lich vie­len Historiker*innen-Texten, schu­li­schen Geschichts­me­di­en etc. — Mul­ti- oder Plu­ri-Per­spek­ti­vi­tät inso­fern nur eine unter­ge­ord­ne­te Rol­le spiel­te, als natio­na­le, regio­na­le oder auch anders (etwa auch ent­lang sozia­ler Klas­sen oder Milieus) kon­sti­tu­tier­te “Mas­ter Nar­ra­ti­ve” eher eine von den sie ver­ant­wor­ten­den Weni­gen (den Redak­tio­nen) inte­grier­te Per­spek­ti­ve vor­herrsch­te, die als für alle Adressat*innen, Rezipient*innen etc. glei­cher­ma­ßen rele­vant, als auch die ihre aus­ge­ge­ben und prä­sen­tiert wur­de. Das galt und gilt selbst dort, wo nicht im stren­gen Sin­ne die Vor­stel­lung einer ein­zi­gen, alle denk­ba­ren Per­spek­ti­ven inte­grie­ren­den “wah­ren Geschich­te” unter­stellt wur­de, son­dern von getrenn­ten Geschich­ten ein­zel­ner Kol­lek­ti­ve (vor­nehm­lich Natio­nen) die Rede war.
    Es ist die­se zuvor domi­nan­te eher Oli­go- oder gar schein­ba­re Mono-Per­spek­ti­vi­tät der nicht-sozi­al-media­len Geschichts­kom­mu­ni­ka­ti­on, die durch die­se nicht offen und expli­zit infra­ge gestellt, son­dern durch eine zunächst (?) unüber­schau­ba­re Viel­falt per­spek­ti­visch unter­schied­li­cher — und das heißt eben auch: unter­schied­li­che Erlebens‑, Erfahrungs‑, Interessen‑, Fra­ge­ho­ri­zon­te, mit ver­schie­de­nen sozia­len, kul­tu­rel­len und poli­ti­schen Ori­en­tie­rungs­be­dürf­nis­sen, eben­so aber enspre­chen­den Gel­tungs­an­sprü­chen, Über­zeu­gungs- oder auch nur Über­re­dungs- und ggf. auch Mani­pu­la­ti­ons-bedürf­nis­sen kom­ple­men­tiert wird — und zwar ohne dass die Geschichts­kul­tur auch nur eine spe­zi­fi­sche “Spra­che” zur Mar­kie­rung die­ser nun­mehr immer noch unhin­ter­geh­ba­ren, aber radi­kal­sier­ten Per­spek­ti­vi­tät gefun­den hät­te. Fast alle die­ser radi­kal mul­ti-per­spek­ti­vi­schen (kon­tro­ver­sen) Geschich­ten — so ist mei­ne Ver­mu­tung — wer­den in der Spra­che der unter­stell­ten Oli­go- oder Mon­o­per­spek­ti­vi­tät for­mu­liert und erschei­nen so als ihre jewei­li­ge Per­spek­ti­vi­tät ver­schlei­ern­de Vari­an­ten der “einen” Geschichte.
  2. Instan­zen gene­ra­ti­ver “Künst­li­che Intel­li­genz” auf der Basis von “Lar­ge Lan­guage Modu­len” — wie etwa “ChatGPT” — als zwei­tes Phä­no­men der rezen­ten digi­ta­len Kultur(en) hin­ge­gen schei­nen der Geschichts­kul­tur bzw. der geschichts­kul­tu­rel­len Komu­ni­ka­ti­on annä­hernd das Gegen­teil hin­zu­zu­fü­gen — näm­lich eine neue Form inte­grier­ter Oli­go- oder gar Mon­o­per­spek­ti­vi­tät, die der Form nach denen des vor-digi­ta­len Geschichts­re­gimes uni­di­rek­tio­na­ler Dis­se­mi­na­ti­on von mehr oder weni­ger durch die (tat­säch­lich oder schein­ba­re) Pro­fes­sio­na­li­tät der sie ver­ant­wor­ten­den Redak­tio­nen beglau­big­ten Geschich­ten ähnelt — nur, dass nun die inte­grier­te Per­spek­ti­ve his­to­risch ver­meint­lich “wah­rer” Geschich­ten nicht ein­mal sozi­al und pro­fes­sio­nell par­ti­ku­la­ren und uni­ver­sa­li­sier­ten Pespek­ti­ven, Inter­es­sen und Gel­tungs­an­sprü­chen beru­hen, denen aber “real­welt­li­che” Erle­bens- und Erfah­rungs­räu­me zugrun­de lagen, son­dern nur mehr auf der Basis der Lar­ge Lan­guage Modu­le errech­ne­te Inte­gra­le gemein­schaft­li­cher Per­spek­ti­vi­tät. Äußer­lich düf­ten — so mei­ne Ver­mu­tung — Geschichts­nar­ra­ti­ve als Out­put von LLM und “KI” klas­si­schen, oli­go- oder mon­o­per­spek­ti­vi­schen Geschichts­dar­stel­lun­gen der Print­kul­tu­ren glei­chen, inso­fern oder zumin­dest soweit auch die “Prompts”, die Ori­en­tie­rungs­be­dürf­nis­sen enst­pre­chen­den Fra­gen an ChatGPT oder ande­re gene­ra­ti­ve-KI-Tools die Mög­lich­keit sol­cher mono- bzw. oligo­per­spek­ti­ver Geschichts­aus­sa­gen unter­stel­len und den Out­put sol­cher anstreben.
    Aber auch dort, wo Prompts an KI-Gene­ra­to­ren Per­spek­ti­vi­tät impli­zie­ren und die­se auf­or­dern, Geschichte(n) aus bestimm­ten ein­zel­nen oder auch meh­re­ren Per­spek­ti­ven dar­zu­stel­len, kön­ne dif­fe­ren­zie­ren­de Resul­ta­te nicht “real­welt­li­che” Per­spek­ti­ven und somit eine Mul­ti­per­spek­ti­vi­tät oder Kon­tro­ver­si­tät /​ Plu­ra­li­tät reprä­sen­tie­ren und in his­to­ri­schen Sinn umset­zen, son­dern alle die­se Per­spek­ti­ven wären/​sind dann “ledig­lich” errech­ne­te, intrans­pa­rent re-kon­stru­ier­te “Per­spek­ti­ven”, denen kei­ne real­welt­li­chen Erlebens‑, und Erfah­rungs­be­stän­de, ihnen zuzu­ord­nen­de Ori­en­tie­rungs­be­dürf­nis­se und resul­tie­ren­de Inter­es­sen und Fra­gen an Ver­gan­ge­nes, erfah­rungs­ba­sier­te Deu­tungs­mus­ter etc. zugrun­de­lie­gen, son­dern ledig­lich Simu­la­tio­nen von (Multi-)Perspektivität.

Es ist anzu­er­ken­nen, dass die Wir­kun­gen digi­ta­ler Medi­en auf die Geschichts- und Erin­ne­rungs­kul­tur kaum zu unter­bin­den sind, unab­hän­gig davon, wie man sie bewer­tet. Auch die Wirk­sam­keit gesetz­li­cher Regu­lie­run­gen dürf­te begrenzt sein. Daher müs­sen Gesell­schaf­ten, die  haupt­säch­lich mit­tels digi­ta­ler Medi­en und ande­rer mul­ti­me­dia-Anwen­dun­gen (wie Com­pu­ter­spie­len und Simu­la­tio­nen) über Ver­gan­ge­nes und sei­ne Bedeu­tung für die gegen­wär­ti­ge Viel­falt und Unter­schied­lich­keit der Mit­glie­der kom­mu­ni­zie­ren, ihre Mit­glie­der befä­hi­gen, mit die­ser Viel­falt umzugehen.

In der “digi­ta­len Geschichts­kul­tur” geht es somit nicht mehr dar­um, durch Geschich­te und Geschichts­un­ter­richt eine Kohä­renz der Geschichts­vor­stel­lun­gen und Ori­en­tie­run­gen her­zu­stel­len, wie es in frü­he­ren natio­na­len Kul­tu­ren üblich (und wohl schon dort zumin­dest teil­wei­se dys­funk­tio­nal) war. Statt­des­sen geht es dar­um, die Mit­glie­der als viel­fäl­ti­ge und diver­se, sozi­al ein­ge­bun­de­ne Indi­vi­du­en zu befä­hi­gen, Kohä­si­on zu errei­chen.4
Das setzt die men­ta­le und emo­tio­na­le Fähig­keit zu “Ambi­gui­täts­to­le­ranz” eben­so vor­aus wie Kom­pe­ten­zen his­to­ri­schen Den­kens,5 in denen de-kon­struk­ti­ve (nar­ra­ti­ons-ana­ly­ti­sche) Fähig­kei­ten min­des­tens so gewich­tet sind wie re-kon­struk­ti­ve (syn­the­ti­sche) und kom­mu­ni­ka­ti­ve — ein­schließ­lich der Fähigkeit(en), Per­spek­ti­ven zu erken­nen, zu re-kon­stru­ie­ren und per­spek­ti­vi­sche Geschichts­aus­sa­gen auf ihre nicht Triftigkeit/​Plausibilität zu ana­ly­sie­ren, und das nicht nur meh­re­ren Dimen­sio­nen (empi­ri­sche, nor­ma­ti­ve, nar­ra­ti­ve und theo­re­ti­sche Plau­si­bi­li­tät; vgl. Rüsen 2013), son­dern die­se wie­der­um in mul­ti-per­spek­ti­vi­scher Bezug­nah­me. Auch gestei­ger­te Trif­tig­keit (Rüsen 1986; 2013) impli­ziert eben nicht Kohä­renz (also gleich­ar­ti­ges Ver­trau­en aller in die­sel­ben Geschich­ten), son­dern Kohä­si­on, d.h. die Fähig­keit, auch ange­sichts per­spek­ti­vi­scher Unter­schie­de und in ihr mit­ein­an­der ver­nünf­tig über Geschich­te zu kom­mu­ni­zie­ren und auch über Unter­schie­den (etwa ange­sichts der “Viel­falt der Kul­tu­ren”; Rüsen 1998) neue [geschichts-; AK]-Kulturalitäten (Rath­je 2006÷2008÷2009) zu errichten.

Anmer­kun­gen /​ Refe­ren­ces
  1. Muuß-Mer­holz, Jör­an (2019): Der gro­ße Ver­stär­ker. Spal­tet die Digi­ta­li­sie­rung die Bil­dungs­welt? — Essay. In: Aus Poli­tik und Zeit­ge­schich­te. Online ver­füg­bar unter https://​www​.bpb​.de/​s​h​o​p​/​z​e​i​t​s​c​h​r​i​f​t​e​n​/​a​p​u​z​/​2​9​3​1​2​0​/​d​e​r​-​g​r​o​s​s​e​-​v​e​r​s​t​a​e​r​k​er/.[]
  2. In die­sem Sin­ne ist wie auch von Muuß-Mer­holz (wie Anm 1) ver­merkt, die von zitier­te Gegen­über­stel­lung unter­schied­li­cher Lehr-/Lern­ver­ständ­nis­se in unter­schied­li­chen Epo­chen durch Lisa Rosa (Ler­nen im digi­ta­len Zeit­al­ter. eEdu­ca. Leip­zig, 24.11.2017. Online ver­füg­bar unter https://​shif​tings​chool​.word​press​.com/​2​0​1​7​/​1​1​/​2​8​/​l​e​r​n​e​n​-​i​m​-​d​i​g​i​t​a​l​e​n​-​z​e​i​t​a​l​t​er/.) pro­ble­ma­tisch. Die von ihr erst der Digi­ta­li­tät zuge­schrie­be­nen Kon­zep­te lern­erzen­trier­ter Bil­dung etc. waren viel­mehr schon im “Buch­druck­zeit­al­ter” mög­lich und auch bereits in pro­gres­si­ven Kon­zep­ten ver­an­kert, u.a. durch die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­struk­tu­ren aber kaum domi­nant gewor­den.[]
  3. Vgl. auch Kör­ber, Andre­as (2002): Neue Medi­en und Infor­ma­ti­ons­ge­sell­schaft als Pro­blem­be­reich geschichts­di­dak­ti­scher For­schung. In: ZfGd 1, S. 165 – 181.[]
  4. Vgl. hier­zu Rath­je, Ste­fa­nie (2009): Der Kul­tur­be­griff. Ein anwen­dungs­ori­en­tier­ter Vor­schlag zur Gene­ral­über­ho­lung. In: Alo­is Moos­mül­ler (Hg.): Kon­zep­te kul­tu­rel­ler Dif­fe­renz. Müns­ter, New York, Mün­chen, Ber­lin: Wax­mann (Mün­che­ner Bei­trä­ge zur inter­kul­tu­rel­len Kom­mu­ni­ka­ti­on, 22), S. 83 – 107; Rath­je, Ste­fa­nie (2006): Inter­kul­tu­rel­le Kom­pe­tenz. Zustand und Zukunft eines umstrit­te­nen Kon­zepts. In: Zeit­schrift für Inter­kul­tu­rel­len Fremd­spra­chen­un­ter­richt 11 (3). Online ver­füg­bar unter https://​zif​.spz​.tu​-darm​stadt​.de/​j​g​-11 – 3/docs/Rathje.pdf; Rath­je, Ste­fa­nie (2014): Mul­ti­kol­lek­ti­vi­tät. Schlüs­sel­be­griff der moder­nen Kul­tur­wis­sen­schaf­ten. In: Ste­phan Wol­ting (Hg.): Kul­tur und Kol­lek­tiv. Fest­schrift für Klaus P. Han­sen. Unter Mit­ar­beit von Klaus P. Han­sen. Ber­lin: wvb Wis­sen­schaft­li­cher Ver­lag Ber­lin, S. 39 – 59.[]
  5. Kör­ber, Andre­as; Schrei­ber, Wal­traud; Schö­ner, Alex­an­der (Hg.) (2007): Kom­pe­ten­zen his­to­ri­schen Den­kens. Ein Struk­tur­mo­dell als Bei­trag zur Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung in der Geschichts­di­dak­tik. Neu­ried: Ars Una (Kom­pe­ten­zen, 2). Online ver­füg­bar unter http://​edoc​.ku​-eich​staett​.de/​1​7​1​5​/​1​/​1​7​1​5​_​K​o​m​p​e​t​e​n​z​e​n​_​h​i​s​t​o​r​i​s​c​h​e​n​_​D​e​n​k​e​n​s​.​_​E​i​n​_​S​t​r​u​k​t​u​r​m​o​d​e​l​l​_​a​l​.​pdf.; Kör­ber, Andre­as (2022): Kom­pe­tenz­mo­del­le in der Geschichts­di­dak­tik. In: Georg Wei­ße­no und Béa­tri­ce Zieg­ler (Hg.): Hand­buch Geschichts- und Poli­tik­di­dak­tik. 1st ed. 2022. Wies­ba­den, Wies­ba­den: Sprin­ger Fach­me­di­en Wies­ba­den; Sprin­ger VS, S. 3 – 16.[]