Arbeitsbereich Geschichtsdidaktik / History Education, Universität Hamburg

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Interessanter Gastvortrag von Steven Stegers (EUROCLIO) zu demokratischen Formen des Unterrichtens, Diagnostizierens und Prüfens im Fach Geschichte

06. Juli 2016 Andreas Körber Keine Kommentare

Am 1. Juli hat­te der Arbeits­be­reich Geschichts­di­dak­tik den Pro­gramm­di­rek­tor von EUROCLIO, des frü­he­ren Dach­ver­ban­des euro­päi­scher Geschichts­leh­rer­ver­bän­de und heu­ti­ger euro­pa­weit täti­ger NGO im Rah­men der his­to­risch-poli­ti­schen Bil­dung zu Gast. In einem Gast­vor­trag an der Fakul­tät für Erzie­hungs­wis­sen­schaft stell­te er — aus­ge­hend von eini­gen Besorg­nis erre­gen­den gegen­wär­ti­gen geschichts­po­li­ti­schen Aktio­nen in ver­schie­de­nen euro­päi­schen Län­dern ein­schließ­lich eini­ger Ver­su­che, Geschichts­un­ter­richt in Inhalt und Struk­tu­ren für die Ver­mitt­lung geschlos­se­ner Geschichts­bil­der in Dienst zu neh­men, beton­te er in einem anre­gen­den und inter­es­san­ten Über­blick über die Ver­hält­nis­se in meh­re­ren euro­päi­schen Län­dern die Bedeu­tung frei­heit­li­chen, die Befä­hi­gung der Schü­le­rin­nen und Schü­ler zum eigen­stän­di­gen his­to­ri­schen Den­kens ins Zen­trum stel­len­den “histo­ry edu­ca­ti­on” und ent­spre­chen­der nicht-eng­füh­ren­der Assess­ment- und Prüfungsformen.

On 1st July 2016, the pro­gram­me direc­tor of EUROCLIO, the for­mer umbrel­la asso­cia­ti­on of Euro­pean Histo­ry Tea­cher Asso­cia­ti­ons and the today world­wi­de ope­ra­ting NGO, visi­ted the Depart­ment of Histo­ry Edu­ca­ti­on. Star­ting with some alar­ming examp­les of con­tem­pora­ry his­to­ri­cal-poli­ti­cal actions (inclu­ding attempts to use histo­ry tea­ching for the media­ti­on of ‚clo­sed‘ views on histo­ry), he pre­sen­ted in his guest lec­tu­re at the facul­ty an inspi­ring and inte­res­ting over­view of the con­di­ti­ons of histo­ry tea­ching in several Euro­pean sta­tes. He empha­si­zed the impor­t­ance of a libe­ral histo­ry edu­ca­ti­on with open for­mats of assess­ment and exami­na­ti­on that enab­le stu­dents to think his­to­ri­cal­ly in an inde­pen­dent way.

28.4.2010; 19.00h: Gastvortrag Prof. Dr. Bodo von Borries

09. April 2010 Andreas Körber Keine Kommentare

Ästhe­tik, Emo­tio­na­li­tät und Moral als — unver­meid­li­che und reflek­ti­ons­be­dürf­ti­ge — Kom­po­nen­ten des Geschichtslernens

Geschichts­ler­nen stellt durch­aus einen nicht-nur-kogni­ti­ven Pro­zess dar. Emo­tio­nen, Ästhe­tik, Moral, Poli­tik, Ima­gi­na­ti­on, Trieb­dy­na­mik usw. haben ihren Anteil an Aus­lö­sung, Ver­lauf und Ergeb­nis; sie trei­ben also nicht nur Ler­nen (oder Lern­ver­wei­ge­rung) an, son­dern ändern sich auch durch Umgang mit Geschich­te. Das ist tri­vi­al und wird von nie­man­dem bestrit­ten. Es wird aber meist auch über­haupt nicht ernst genom­men, nicht nur in der Unter­richts­pra­xis (mit ihrer häu­fi­gen Still­stel­lung von Ästhe­tik und Emo­ti­on), son­dern auch in Theo­rie­bil­dung, Norm­set­zung und empi­ri­scher Erfor­schung im Rah­men aka­de­mi­scher Geschichtsdidaktik.
Es geht im Vor­trag also um zwei­er­lei. Zum einen sind an exem­pla­ri­schen Fäl­len Urge­walt und Unver­meid­lich­keit der nicht-nur-kogni­ti­ven Momen­te des Geschichts­ler­nens — sie müs­sen weder außer-kogni­tiv noch anti-kogni­tiv sein! — so zu ver­deut­li­chen, dass sie nicht wie­der gleich danach in Ver­ges­sen­heit gera­ten. Zum zwei­ten ist anzu­deu­ten, wie sie bei der Norm­set­zung (z.B. Lern­zie­le) ehr­li­cher reflek­tiert und in die geschichts­di­dak­ti­sche Theo­rie, ins­be­son­de­re das Kom­pe­tenz­struk­tur- und ‑gra­du­ie­rungs­mo­dell von “FUER Geschichts­be­wusst­sein”, begriff­lich dif­fe­ren­zier­ter inte­griert wer­den können.

Datum: 28. April 2010
Zeit: 19.00h
Ort: Von-Mel­le-Park 6 (Phi­lo­so­phen­turm), Hör­saal E