Arbeitsbereich Geschichtsdidaktik / History Education, Universität Hamburg

custom header picture

Afrika — (k)ein Thema im hiesigen Geschichtsunterricht?

14. Juni 2010 Andreas Körber 1 Kommentar

“Afri­ka — (k)ein The­ma im hie­si­gen Geschichts­un­ter­richt?” ist eine Ver­an­stal­tung über­schrie­ben, die der AB Geschichts­di­dak­tik in Zusam­men­ar­beit mit der Hein­rich-Boell-Stif­tung (“umden­ken”) am 25. Juni durchführt.

Das Podi­um wird sich der Fra­ge wid­men, wel­chen Stel­len­wert “Afri­ka” im Geschichts­un­ter­richt hie­si­ger (Deut­scher, Ham­bur­ger) Schu­len zum einen tra­di­tio­nell ein­nimmt und ein­neh­men kann und soll­te. Dabei geht es nicht allein (und nicht ein­mal pri­mär) um quan­ti­ta­ti­ve Aspek­te, nicht um die Rekla­mie­rung des dem Kon­ti­nent “gebüh­ren­den” Anteils, son­dern vor allem auch um die Fra­ge, in wel­cher Form und mit wel­chem Ziel “afri­ka­ni­sche Geschich­te” the­ma­ti­siert wer­den kann und soll.

Den Fly­er zur Ver­an­stal­tun­gen fin­den Sie hier:

28.4.2010; 19.00h: Gastvortrag Prof. Dr. Bodo von Borries

09. April 2010 Andreas Körber Keine Kommentare

Ästhe­tik, Emo­tio­na­li­tät und Moral als — unver­meid­li­che und reflek­ti­ons­be­dürf­ti­ge — Kom­po­nen­ten des Geschichtslernens

Geschichts­ler­nen stellt durch­aus einen nicht-nur-kogni­ti­ven Pro­zess dar. Emo­tio­nen, Ästhe­tik, Moral, Poli­tik, Ima­gi­na­ti­on, Trieb­dy­na­mik usw. haben ihren Anteil an Aus­lö­sung, Ver­lauf und Ergeb­nis; sie trei­ben also nicht nur Ler­nen (oder Lern­ver­wei­ge­rung) an, son­dern ändern sich auch durch Umgang mit Geschich­te. Das ist tri­vi­al und wird von nie­man­dem bestrit­ten. Es wird aber meist auch über­haupt nicht ernst genom­men, nicht nur in der Unter­richts­pra­xis (mit ihrer häu­fi­gen Still­stel­lung von Ästhe­tik und Emo­ti­on), son­dern auch in Theo­rie­bil­dung, Norm­set­zung und empi­ri­scher Erfor­schung im Rah­men aka­de­mi­scher Geschichtsdidaktik.
Es geht im Vor­trag also um zwei­er­lei. Zum einen sind an exem­pla­ri­schen Fäl­len Urge­walt und Unver­meid­lich­keit der nicht-nur-kogni­ti­ven Momen­te des Geschichts­ler­nens — sie müs­sen weder außer-kogni­tiv noch anti-kogni­tiv sein! — so zu ver­deut­li­chen, dass sie nicht wie­der gleich danach in Ver­ges­sen­heit gera­ten. Zum zwei­ten ist anzu­deu­ten, wie sie bei der Norm­set­zung (z.B. Lern­zie­le) ehr­li­cher reflek­tiert und in die geschichts­di­dak­ti­sche Theo­rie, ins­be­son­de­re das Kom­pe­tenz­struk­tur- und ‑gra­du­ie­rungs­mo­dell von “FUER Geschichts­be­wusst­sein”, begriff­lich dif­fe­ren­zier­ter inte­griert wer­den können.

Datum: 28. April 2010
Zeit: 19.00h
Ort: Von-Mel­le-Park 6 (Phi­lo­so­phen­turm), Hör­saal E

20.1.2010: 18.00h: Gastvortrag Geschichtsdidaktik: Martin Lücke: Diversity

10. Dezember 2009 Andreas Körber Keine Kommentare

Gast­vor­trag von Herrn Dr. Mar­tin Lücke:

„Diver­si­ty und Ungleich­hei­ten – race, class und gen­der als geschichts­di­dak­ti­sche Analysekategorien“

„Diver­si­ty“ ist in aller Mun­de. Ihr ist der Anspruch imma­nent, gesell­schaft­li­che Hete­ro­ge­ni­tät in ihrer Viel­falt zu akzep­tie­ren und dar­auf hin­zu­wir­ken, dass die durch geschlecht­li­che, sozia­le oder eth­ni­sche Kate­go­ri­sie­run­gen ent­ste­hen­den Hier­ar­chien abge­schlif­fen wer­den, ohne einen Ver­lust an Viel­falt hin­neh­men zu müs­sen. Aus Sicht der Geschichts­wis­sen­schaft mag eine sol­che Vor­stel­lung naiv erschei­nen, haben doch gera­de die his­to­ri­schen Kul­tur- und Sozi­al­wis­sen­schaf­ten gezeigt, dass race, class und gen­der als „Ach­sen der Ungleich­heit“ in der Geschich­te über­haupt erst schier unüber­wind­ba­re gesell­schaft­li­che Hier­ar­chien her­ge­stellt haben.
Kann die Didak­tik der Geschich­te in die­sem Kon­flikt ver­mit­teln? Als Mitt­le­rin zwi­schen Gegen­warts­wahr­neh­mun­gen und Ver­gan­gen­heit kann sie vor allem die His­to­ri­zi­tät von Viel­falt beto­nen, um Kon­flik­te um Viel­falt in ihrer his­to­ri­schen Tie­fen­schär­fe zu ver­ste­hen. Gesell­schaft­li­che Hete­ro­ge­ni­tät wird auf die­se Wei­se zu einer Kate­go­rie mit Geschich­te. Indem etwa im Geschichts­un­ter­richt die Wir­kungs­mäch­tig­keit von race, class und gen­der ana­ly­siert wird, kön­nen die Schü­le­rin­nen und Schü­ler mit der Geschich­te einen sekun­dä­ren Erfah­rungs­raum betre­ten, in dem sie erfah­ren, in wel­cher Viel­fäl­tig­keit die Kate­go­rien race, class und gen­der his­to­risch gewirkt haben und dass die­se Kate­go­rien wir­kungs­vol­le Inklu­si­ons- und Exklu­si­ons­me­cha­nis­men bereit hielten.

Die “Foli­en” des Vor­tra­ges sind nun hier abrufbar.

Herr Dr. Mar­tin Lücke ist wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter im Arbeits­be­reich Didak­tik der Geschich­te an der Frei­en Uni­ver­si­tät Ber­lin. Er forscht und lehrt zu den The­men Diver­si­ty und trans­kul­tu­rel­ler Geschichts­un­ter­richt, Holo­caust und his­to­ri­sches Ler­nen und zu his­to­ri­scher Biografieforschung.

Datum: 20. Janu­ar 2010
Uhr­zeit: 18.00 Uhr
Ort: Phi­lo­so­phen­turm Hör­saal A
(Von- Mel­le- Park 6)

Nach­trä­ge (21.1.2010):

27.11.2009: Gastvortrag von Prof. Dr. Bea Lundt (Flensburg)

09. November 2009 Andreas Körber Keine Kommentare


Lie­be Kommiliton(inn)en,

am 27.11. star­tet der Arbeits­be­reich Geschichts­di­dak­tik eine neue Rei­he mit Gast­vor­trä­gen. Den Anfang macht Frau Prof. Dr. Bea Lundt von der Uni­ver­si­tät Flensburg:

A.Körber

Gast­vor­trag von Frau Prof. Dr. Bea Lundt:

Das Afri­ka­ni­sche Mit­tel­al­ter als Her­aus­for­de­rung für die Geschichtsdidaktik.


beafrika_1Afri­ka im Mit­tel­al­ter? Bei dem Begriff “Mit­tel­al­ter” tau­chen cbeafrika_​1hristliche Dome vor unse­ren inne­ren Augen auf, Rit­ter in glän­zen­den Rüs­tun­gen, städ­ti­sche Hand­wer­ker, aber auch arme und unwis­sen­de Bau­ern in ihren unzi­vi­li­sier­ten Dör­fern. Gera­de erst erschie­nen sind Unter­richts-mate­ria­li­en, die auch wei­ter­hin “das Reich” und sei­ne Kai­ser als Vor­form Deutsch­lands prä­sen­tie­ren; noch immer ein­ge­setzt wird eine drei­glied­ri­ge Lehn­s­py­ra­mi­de zur Kenn­zeich­nung einer sta­ti­schen sozia­len Ord­nung, die angeb­lich die Vor­mo­der­ne kenn-zeich­ne­te. Dabei zeigt uns die For­schung seit eini­gen Jah­ren eine dif­fe­ren­zier­te, mul­ti­re­li­giö­se und mul­ti­kul­tu­rel­le Epo­che von hoher Mobi­li­tät in einem weit über Euro­pa hin­aus­rei­chen­den Raum. Am Ende der Kara­wa­nen­stra­ßen durch die Saha­ra befan­den sich gro­ße Städ­te und Rei­che. Zur Zeit wer­den in dem mit­tel­al­ter­li­chen Gelehr­ten­zen­trum Tim­buk­tu zahl­rei­che ara­bi­sche Hand­schrif­ten gesi­chert, die von Reich­tum und Wis­sen einer isla­mi­schen Schrift­kul­tur des Mit­tel­al­ters zeu­gen. In Afri­ka ist man sich die­ser Tra­di­ti­on bewusst und pflegt sie. Doch in die mit­tel­eu­ro­päi­schen Geschichts­bil­der sind sol­che Erkennt­nis­se noch nicht ein­ge­ar­bei­tet. Wir wer­den “unser” Mit­tel­al­ter tei­len müssen…

Frau Prof. Dr. Bea Lundt ist Pro­fes­so­rin für mit­tel­al­ter­li­che Geschich­te und für die Didak­tik der Geschich­te an der Uni­ver­si­tät Flens­burg, eben­so nimmt sie Lehr­auf­trä­ge und Asso­zi­ie­run­gen an der Hum­boldt-Uni­ver­si­tät zu Ber­lin wahr.

Datum: 27. Novem­ber 2009

Uhr­zeit: 18.00 Uhr

Ort: Anna- Siem­sen- Hörsaal

(Von- Mel­le- Park 8 )